{"id":7214,"date":"2001-01-15T00:00:00","date_gmt":"2001-01-14T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/7214\/weissagungen-der-atomlobby-fuer-risiken-und-nebenwirkungen-lesen-sie\/"},"modified":"2019-05-30T07:59:32","modified_gmt":"2019-05-30T05:59:32","slug":"weissagungen-der-atomlobby-fuer-risiken-und-nebenwirkungen-lesen-sie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/7214\/weissagungen-der-atomlobby-fuer-risiken-und-nebenwirkungen-lesen-sie\/","title":{"rendered":"Weissagungen der Atomlobby: F\u00fcr Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie&#8230;"},"content":{"rendered":"<p><b>Die Atomindustrie liest wieder einmal im Kaffeesatz: 62 Milliarden Franken soll der Ausstieg aus der Atomenergie kosten. N\u00fctzlicherweise &#171;vergessen&#187; haben die Atom-Orakler allerdings, dass die Schweiz riesige Strom-\u00dcbersch\u00fcsse produziert, die ins Ausland exportiert werden. Unter den Tisch gekehrt wurden auch s\u00e4mtliche Risiken der Atomtechnologie &#8211; die so unw\u00e4gbar und teuer sind, dass keine Versicherung den Kopf hinhalten will. Greenpeace fordert den Bundesrat auf, endlich eine Studie \u00fcber die Kosten einer unbeschr\u00e4nkten Haftung der riskanten Atomtechnologie zu erstellen.<\/b><\/p>\n<div>\n<p class=\"bodytext\">Z\u00fcrich. Darf&#8217;s ein bisschen mehr sein? Vor einigen Jahren kostete der Ausstieg aus der Atomenergie noch knappe 30 Milliarden Franken. Dies hatte Hans R. Gubser von den Nordostschweizerischen Kraftwerken NOK im Auftrag des Verbandes Schweizerischer Elektrizit\u00e4tswerke ausgerechnet. Letztes Jahr pr\u00e4sentierte die Atomlobby bereits die n\u00e4chste Studie zum Ausstieg und kam auf satte 40 Milliarden. Und heute orakeln sich die Herren der Atomkraft in neue H\u00f6hen: 62 Milliarden soll der Ausstieg kosten. Das darf doch nicht wahr sein. Ist es auch nicht. In Europa besteht ein \u00dcberangebot an Kraftwerkskapazit\u00e4ten (1999 rund 35 Mal die Leistung des AKW G\u00f6sgen). Die Schweiz selbst exportierte in den letzten Jahren per saldo mindestens einen Drittel ihres AKW-Stroms (Beznau I + II zusammen mit M\u00fchleberg). Lukrativ ist das Gesch\u00e4ft mit dem Atomstrom im Zeitalter der Strommarktliberalisierung l\u00e4ngst nicht mehr: Die SBB und die R\u00e4tia Energie etwa wollen ihre Atomkraftbeteiligungen loswerden, doch niemand hat Lust darauf, sie zu \u00fcbernehmen. Die willk\u00fcrliche Zahlenklauberei der Atomlobby hat System: W\u00e4hrend s\u00e4mtliche Kostenfaktoren f\u00fcr einen Ausstieg akribisch aufgelistet wurden, dr\u00fccken die Gutachter bei den Kosten, die auf Seiten der Atommeiler entstehen, beide Augen zu. Die Frage, wie tief die Schweizer Bev\u00f6lkerung in die Tasche greifen muss, um die Lagerung der Atomm\u00fcllberge zu bezahlen, war nicht der Rede wert. Und die Kosten eine unbeschr\u00e4nkte Haftung f\u00fcr die Risiken der Atomtechnologie, fehlen in der Betriebskostenrechnung vollends. Jede Diskussion \u00fcber einen Ausstieg aus der Atomenergie ist ohne Kostenaufstellung, wie teuer uns das Risiko Atomstrom zu stehen kommt, unvollst\u00e4ndig. Greenpeace fordert den Bundesrat im Hinblick auf die Initiativen &#171;Strom ohne Atom&#187; und &#171;Moratorium+&#187; auf, die Riskokosten der Atomtechnologie in seine Berechnungen aufzunehmen. Aus dem Umgang mit Medikamenten haben wir gelernt, wie mit Weissagungen der Industrie zu verfahren ist: F\u00fcr Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage oder konsultieren sie eine Fachkraft von Greenpeace.<\/p>\n<p><strong>Kontakt:<\/strong><\/p>\n<p>Tschoff L\u00f6w, Greenpeace Atomkampagne 01 \/ 447 41 25<\/p>\n<p>Greenpeace Medienabteilung 01\/ 447 41 11<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Atomindustrie liest wieder einmal im Kaffeesatz: 62 Milliarden Franken soll der Ausstieg aus der Atomenergie kosten. 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