{"id":7216,"date":"2001-01-22T00:00:00","date_gmt":"2001-01-21T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/7216\/oel-unter-dem-oelteppich-liegt-der-profit\/"},"modified":"2019-05-30T07:59:35","modified_gmt":"2019-05-30T05:59:35","slug":"oel-unter-dem-oelteppich-liegt-der-profit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/7216\/oel-unter-dem-oelteppich-liegt-der-profit\/","title":{"rendered":"Oel: Unter dem Oelteppich liegt der Profit"},"content":{"rendered":"<p><b>Auf den Galapagos-Inseln, rund tausend Kilometer vor der K\u00fcste Ecuadors, gab es bis Dienstag eine noch unber\u00fchrte Natur und eine einzigartige Flora und Fauna. Auf den vulkanischen Inseln leben zahlreiche Tier- und Pflanzenarten, die nur dort vorkommen. Dazu geh\u00f6ren Riesenschildkr\u00f6ten, Meerechsen, Warane, Seeb\u00e4ren, Pinguine, Darwinfinken und viele andere mehr. Die Gew\u00e4sser sind ber\u00fchmt f\u00fcr ihren Fischreichtum und beheimaten Hunderttausende von Seev\u00f6geln.<\/b><\/p>\n<div>\n<p class=\"bodytext\"><span class=\"date\">Hamburg. <\/span><span class=\"text\"> Dies kann nun alles vorbei sein. Am vergangenen Dienstag lief der veraltete Tanker &#171;Jessica&#187; mit 600 000 Litern Diesel und 300 000 Litern schwerem Heiz\u00f6l auf eine Sandbank 800 Meter vor der Insel San Crist\u00f3bal und droht auseinander zu brechen. Eine Folge des knallharten Gewinnstrebens bei \u00d6l-Transporten. &#171;Reeder und \u00d6l-Firmen machen Profite auf Kosten der Sicherheit. Eine weltweit vollkommen \u00fcberalterte Tankerflotte mit schwimmenden Zeitbomben ist auf den Meeren unterwegs,&#187; sagt Greenpeace-Experte Christian Bussau.Der Transport von Erd\u00f6lerzeugnissen hat besondere Bedeutung f\u00fcr die Welthandelsflotte. Vierzig Prozent des weltweiten Roh\u00f6lverbrauchs wird auf dem Seeweg transportiert und die Zahl der \u00d6ltanker nahm in den letzten Jahren um 50 Prozent zu. Die H\u00e4lfte der Supertanker m\u00fcsste allerdings wegen \u00dcberalterung ersetzt werden: 56 Prozent dieser Schiffe sind seit \u00fcber 20 Jahren im Dienst. Dabei ist schon lange bekannt, dass Alter, Unterhaltskosten und Havarieanf\u00e4lligkeit stark zusammenh\u00e4ngen: &#171;Es verungl\u00fccken etwa 0,1 Prozent der f\u00fcnf- bis neunj\u00e4hrigen Tanker. Bei 20 bis 24 Jahre alten Tankschiffen ist die Verlustrate zehnmal h\u00f6her&#187;, so Bussau. Diese alten Schiffe &#8211; alles Einh\u00fcllentanker &#8211; bleiben zur Erwirtschaftung maximalen Gewinns m\u00f6glichst lange in Betrieb. Der \u00d6ltanker Erika, der 1999 vor der franz\u00f6sischen K\u00fcste verungl\u00fcckte, war zur Zeit seines Unfalls 24 Jahren alt. Solche Havarien sind logische Konsequenz von Profitgier und mangelnden Sicherheitsma\u00dfnahmen. Dabei gibt es eine Alternative: Doppelrumpf-Tanker. Deren ein bis zwei Meter starken W\u00e4nde bieten einen gr\u00f6\u00dferen Schutz vor Leckschlagen und Umweltkatastrophen. Ihr Anteil auf den Weltmeeren ist noch viel zu niedrig und betr\u00e4gt gerade mal 29 Prozent. Greenpeace fordert eine massive Verst\u00e4rkung von Kontrollen durch unabh\u00e4ngige Pr\u00fcfer und den Einbau einer &#171;Blackbox&#187; auf allen Schiffen. \u00dcber einen solchen Fahrtenschreiber k\u00f6nnte der Zustand der Maschine kontrolliert werden. &#171;Eine Blackbox&#187;, sagt Bussau, &#171;ist notwendig, um nach einem Ungl\u00fcck die Fehlerquelle genau bestimmen zu k\u00f6nnen.&#187;Solange aber noch Schiffe \u00fcber die Meere fahren, die kurz vor dem Auseinanderbrechen stehen, werden wir mit weiteren schrecklichen Unf\u00e4llen rechnen m\u00fcssen. Das will Greenpeace \u00e4ndern! <\/span><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf den Galapagos-Inseln, rund tausend Kilometer vor der K\u00fcste Ecuadors, gab es bis Dienstag eine noch unber\u00fchrte Natur und eine einzigartige Flora und Fauna. 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