{"id":7238,"date":"2000-11-23T00:00:00","date_gmt":"2000-11-22T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/7238\/greenpeace-pronk-papier-fuehrt-klimakonferenz-in-die-sackgasse\/"},"modified":"2019-05-30T08:00:13","modified_gmt":"2019-05-30T06:00:13","slug":"greenpeace-pronk-papier-fuehrt-klimakonferenz-in-die-sackgasse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/7238\/greenpeace-pronk-papier-fuehrt-klimakonferenz-in-die-sackgasse\/","title":{"rendered":"Greenpeace: Pronk-Papier f\u00fchrt Klimakonferenz in die Sackgasse"},"content":{"rendered":"<p><b>Ein Kompromiss-Vorschlag verursacht mehr Treibhausgase statt weniger. Die Umweltorganisation Greenpeace ist schockiert \u00fcber den Kompromissvorschlag des Konferenzvorsitzenden Jan Pronk, der seit gestern nacht bei den Klimaverhandlungen in Den Haag diskutiert wird. &#171;Pronks Vorschlag ist ein Kniefall vor den amerikanischen Wirtschaftsinteressen. Wenn der Vorschlag so angenommen wird, werden die Emissionen von Treibhausgasen steigen statt zu sinken,&#187; sagt Greenpeace-Klimaexperte Karsten Smid.<\/b><\/p>\n<div>\n<p class=\"bodytext\"><span class=\"date\">Hamburg\/Den Haag. <\/span><span class=\"text\"> In dem Papier geht es im Wesentlichen um zwei Streitpunkte. Aufforstungsprojekte, in denen schnellwachsende B\u00e4ume als Kohlenstoffspeicher dienen sollen, werden nach dem Vorschlag uneingeschr\u00e4nkt f\u00fcr den Klimaschutz verbucht. Sogar wenn Urw\u00e4lder durch Baum-Plantagen ersetzt werden, soll dies als Beitrag zur Senkung der Treibhausgasmengen gelten. Auch Projekte mit anderen Landwirtschaftsmethoden, etwa im Reisanbau, bei denen weniger Treibhausgase entstehen, sollen so verrechnet werden.W\u00e4lder und Wiesen k\u00f6nnen nach Ansicht von Experten allerdings nicht dauerhaft Kohlendioxid speichern. Bei Waldbr\u00e4nden werden innerhalb k\u00fcrzester Zeit riesige Mengen Kohlendioxid wieder freigesetzt. Die industriellen Verursacher der Klimakiller-Gase werden nur am Rand erfasst.Ausserdem sollen Russland und die Ukraine, wo die Treibhausgasemissionen seit 1990 um etwa ein Drittel durch den Zusammenbruch von Industrien gesunken sind, ihre als &#171;heisse Luft&#187; bekannten Emissionsrechte voll anrechnen und an andere L\u00e4nder verkaufen d\u00fcrfen. Die USA etwa haben ein grosses Interesse daran, diese bereits verschwundenen Emissionen aufzukaufen, um zu Hause wie bisher \u00fcberdurchschnittlich Energie verbrauchen und Treibhausgase freisetzen zu d\u00fcrfen, weil sie sich &#171;heisse Luft&#187; in Osteuropa gekauft haben.Wenn der derzeitige Vorschlag von Pronk angenommen wird, sch\u00e4tzt Greenpeace, dass der Ausstoss an Klimagasen der Industriestaaten um \u00fcber acht Prozent steigen k\u00f6nnte. In Kyoto war eine Senkung um f\u00fcnf Prozent beschlossen worden. Durch die Haltung der USA, aber auch Japans und Kanadas, die nicht zur Senkung ihres Energieverbrauchs bereit sind, werden die Verhandlungen seit Anfang der Woche blockiert.<\/span><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Kompromiss-Vorschlag verursacht mehr Treibhausgase statt weniger. 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