{"id":72414,"date":"2021-08-23T06:00:00","date_gmt":"2021-08-23T04:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=72414"},"modified":"2025-06-25T14:34:00","modified_gmt":"2025-06-25T12:34:00","slug":"klimasuenderin-kuh-lassen-sich-schaedliche-methanemissionen-mit-der-genschere-zurechtstutzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/72414\/klimasuenderin-kuh-lassen-sich-schaedliche-methanemissionen-mit-der-genschere-zurechtstutzen\/","title":{"rendered":"Klimas\u00fcnderin Kuh: lassen sich sch\u00e4dliche Methanemissionen mit der Genschere zurechtstutzen?"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Eine Kuh produziert j\u00e4hrlich zwischen 70 und 120 Kilogramm Methan \u2013 ein hochpotentes Treibhausgas. Die Landwirtschaft ist damit die Hauptschuldige f\u00fcr die Methanemissionen: Auch in der Schweiz ist die Tierhaltung, insbesondere die Haltung von Rindvieh f\u00fcr \u00fcber 80 Prozent der landesweit freigesetzten Methangase verantwortlich.<\/strong><\/p>\n\n<p>Mit dem j\u00e4hrlichen Ausstoss von 100 Kilogramm Methan, was etwa der Menge CO<sub>2<\/sub> entspricht, die durch die Verbrennung von 1000 Litern Benzin entstehen w\u00fcrde, k\u00f6nnte man gut dreimal die Strecke zwischen dem \u00f6stlichsten und dem westlichsten Punkt Europas mit dem Auto befahren \u2013 eine lange Strecke.&nbsp;<\/p>\n\n<p>Verantwortlich f\u00fcr die Entstehung von Methan im Darmtrakt der Wiederk\u00e4uer sind winzige, bakterien\u00e4hnliche Mikroorganismen. Diese sind so eng mit ihren Wirten verbunden, dass ihre Weitergabe an die Nachkommen von den Genen der Rinder mitgesteuert wird. Biotechnolog:innen haben genau diese Winzlinge ins Visier genommen. Sie wollen diese gentechnisch so ver\u00e4ndern, dass beim Verdauungsprozess weniger Methan produziert wird. Gleichzeitig m\u00f6chten sie aber auch ins Rindergenom eingreifen, um die Gene auszuschalten, welche die Weitervererbung dieser Methanbildner beg\u00fcnstigen.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">W\u00e4re das Problem der bovinen Verdauungsgase damit gel\u00f6st?<\/h2>\n\n<p>Wohl kaum. Denn was auf dem ersten Blick optimal erscheint, hat bei genauerer Betrachtung viele Haken. Das schnelle Herumschrauben an einigen Stellen im Genom \u00e4ndert n\u00e4mlich nichts an der Hauptursache der landwirtschaftlichen Klimagasemissionen \u2013 der intensiven Bewirtschaftungsform. Im Gegenteil: Die klimafreundlich massgeschneiderten Rinder verleiten lediglich dazu, gleich viele oder noch mehr Tiere in intensiven Produktionssystemen zu halten und somit das gescheiterte Modell der industriellen Landwirtschaft zu zementieren. Eine L\u00f6sung, die nur taugt, wenn einzig der Profit im Auge behalten wird. Denn damit werden die klimasch\u00e4dlichen Emissionen gesamthaft nicht reduziert.&nbsp;<\/p>\n\n<p>Zudem produziert die auf Kraftfutter angewiesene intensive Tierhaltung neben Methan auch hohe Lachgasemissionen (durch synthetische Kunstd\u00fcnger), sowie CO<sub>2<\/sub> (durch Umwandlung von Wald und Wiese in Ackerland, Transport). F\u00fcr nachhaltige L\u00f6sungen ist ein Systemwandel unumg\u00e4nglich: ganzheitliche, systemorientierte, agrar\u00f6kologische Ans\u00e4tze sind gefragt, etwa die Umstellung auf \u00f6kologisch basierte Betriebe, lokale, an Raufutter angepasste, langlebigere Rassen oder die Reduktion des Fleischkonsums.<\/p>\n<div class=\"action-divider\">\n\t\t\t<p class=\"action-divider-text\"><span class=\"dashicons-before no-icon\"><\/span> M\u00f6chtest du dich klimafreundlich ern\u00e4hren? Unser \u00abAll you can eat\u00bb-Poster illustriert den CO2-Score von 500 Lebensmitteln und passt perfekt an deinen K\u00fchlschrank.<\/p>\n\t\t<div class=\"wp-block-buttons is-content-justification-center is-layout-flex wp-container-core-buttons-is-layout-1 wp-block-buttons-is-layout-flex\">\n\t\t\t<div class=\"wp-block-button is-style-cta\"><a class=\"wp-block-button__link wp-element-button\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/all-you-can-eat-poster\/\" target=\"_self\">Jetzt kostenlos bestellen<\/a><\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n<p>Das Herumschrauben an der Bakterienzusammensetzung im Magen der Rinder ist zudem nicht ungef\u00e4hrlich. Denn diese Organismen spielen eine wichtige Rolle bei der Aufrechterhaltung der Darmgesundheit. \u00c4nderungen in der Zusammensetzung der Darmflora k\u00f6nnen die Gesundheit der Rinder beeinflussen. Eine erh\u00f6hte Anf\u00e4lligkeit auf Krankheiten ist ebenso nicht auszuschliessen.<\/p>\n\n<p>Bei humanmedizinischen Anwendungen der Genomeditierung ist eine gr\u00fcndliche Risikopr\u00fcfung Pflicht, Eingriffe in die Keimbahn sind verboten. In der Landwirtschaft hingegen, wo viel tiefgreifendere Ver\u00e4nderungen vorgenommen und die genomeditierten Organismen in komplexe \u00d6kosysteme freigesetzt werden, lobbyiert die Agrarindustrie f\u00fcr die Zulassung frisch aus dem Labor stammender, l\u00e4ngerfristig ungepr\u00fcfter Technologien ohne umfassende Risikopr\u00fcfung. Dies gef\u00e4hrdet nicht nur Umwelt und Gesundheit, sondern auch das \u00f6ffentliche Vertrauen in Innovationen. Unkontrollierbare Nebenwirkungen, Tierleid und Abh\u00e4ngigkeiten von teuren, patentierten Produkten lassen sich nur vermeiden, wenn das Vorsorgeprinzip angewendet und die neuen Gentechnikverfahren unter dem Gentechnikgesetz reguliert werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kann die Genschere das Problem von sch\u00e4dlichen Methanemissionen l\u00f6sen?<\/p>\n","protected":false},"author":99,"featured_media":72423,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_planet4_optimize_post_is_variant":false,"_planet4_optimize_experiment_name":"","_planet4_optimize_variant_name":"","ep_exclude_from_search":false,"p4_og_title":"","p4_og_description":"","p4_og_image":"","p4_og_image_id":"","p4_seo_canonical_url":"","p4_campaign_name":"not set","p4_local_project":"not set","p4_basket_name":"not set","p4_department":"","footnotes":""},"categories":[1],"tags":[33],"p4-page-type":[75],"gpch-article-type":[],"class_list":["post-72414","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-unkategorisiert","tag-ernaehrung","p4-page-type-story"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/72414","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/99"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=72414"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/72414\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":121348,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/72414\/revisions\/121348"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/72423"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=72414"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=72414"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=72414"},{"taxonomy":"p4-page-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/p4-page-type?post=72414"},{"taxonomy":"gpch-article-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/gpch-article-type?post=72414"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}