{"id":73333,"date":"2021-09-06T15:06:14","date_gmt":"2021-09-06T13:06:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=73333"},"modified":"2022-02-21T14:43:27","modified_gmt":"2022-02-21T13:43:27","slug":"welche-lebensmittel-sind-klimakiller","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/73333\/welche-lebensmittel-sind-klimakiller\/","title":{"rendered":"Welche Lebensmittel sind Klimakiller?"},"content":{"rendered":"\n<p><strong><strong><strong>Unsere Ern\u00e4hrung hat grossen Einfluss auf die Umwelt. Doch welche Nahrungsmittel haben den gr\u00f6ssten, welche den kleinsten CO2-Fussabdruck? In Kooperation mit <strong><strong>Eaternity, eine Schweizer Organisation, die sich auf die Berechnung von Umweltbilanzen spezialisiert hat<\/strong><\/strong><\/strong><\/strong><\/strong>,<strong><strong><strong> ver\u00f6ffentlicht Greenpeace Schweiz jetzt ein CO2 Lebensmittel Poster, das die klimafreundliche Ern\u00e4hrung kinderleicht machen soll.<\/strong><\/strong><\/strong><\/p>\n\n<p>Wenn ich im Supermarkt vor gut gef\u00fcllten Regalen stehe, mache ich mir oft Gedanken, welchen Weg sie hinter sich gebracht haben. Vielleicht achten wir bei der Banane auf das Max Havelaar G\u00fctesiegel und das Fleisch sollte aus der Schweiz kommen. Doch woher kommt dann eigentlich das Futtermittel f\u00fcr die Schweizer Rinder? Und woher stammen die Lebensmittel der endlos langen Zutatenlisten bei den Fertigprodukten?<\/p>\n\n<p>Als jemand der m\u00f6glichst umweltbewusst leben m\u00f6chte, spielen diese Fragen f\u00fcr mich eine wichtige Rolle. Wie soll das Ganze mit dem nachhaltigen Planeten funktionieren, wenn wir hier komplett im Dunkeln tapsen. W\u00e4hrend des ganzen Weges, den ein Lebensmittel in der Produktion hinter sich legt, werden CO2-Emissionen produziert. Wer sagt mir wieviel?<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>1\/3 aller Treibhausgase<\/strong><\/h2>\n\n<p>Du fragst dich vielleicht, weshalb es so wichtig ist, diese CO2-Emissionen zu kennen. Kurz: Von einer globalen Perspektive ist der CO2-Ausstoss, der durch die Lebensmittelindustrie verursacht wird, enorm: Die Herstellung von Nahrung verursacht&nbsp;einen Drittel aller Treibhausgase&nbsp;weltweit. Das sind mehr als durch den ganzen Transportsektor entstehen, also durch Autos, Flugzeuge und Schiffe zusammen.<\/p>\n\n<p>Auch auf nationaler Ebene sieht die Bilanz nicht besser aus. In der Schweiz macht die Ern\u00e4hrung einen Anteil von 21 Prozent der Klimabelastungen der Nachfrageseite aus. Somit wird klar, dass alle, die essen, sich auch aktiv f\u00fcrs Klima einsetzen k\u00f6nnen! Daf\u00fcr m\u00fcssten wir nat\u00fcrlich aber erstmal wissen, welche Lebensmittel klimafreundlich sind und welche man vermeiden sollte.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Die Berechnung der Klimakiller<\/strong><\/h2>\n\n<p>Hinter den CO2-Bilanzierungen steckt eine wissenschaftliche Disziplin: die Lebenszyklusanalyse. Auch Eaternity berechnet die Bilanzen, indem eine quantitative Analyse der Auswirkungen \u00fcber den gesamten Lebenszyklus des Produktes hinweg gemacht wird, also vom Bauernhof bis zum Teller. Grunds\u00e4tzlich durchl\u00e4uft ein Produkt sechs Phasen: Die landwirtschaftliche Produktion, Transport und Distribution, Weiterverarbeitung, Nutzung (Konsum) und die Entsorgung der Verpackung und eventueller Resten des Produktes. Bei unserer Ern\u00e4hrung entstehen die meisten CO2-Emissionen in der landwirtschaftlichen Phase.<\/p>\n\n<p>Durch diese Analysen kann Eaternity das best\u00e4tigen, was mittlerweile wohl jede klimabewusste Person weiss: Fleisch ist Klimas\u00fcnder Nummer 1. Die Resultate der Berechnungen sind nicht ermutigend: Die Herstellung von 200 g Kalbsschnitzel verursacht&nbsp;11\u2019120 g an CO2\u00e4q. Im Vergleich: Bei der Herstellung von 200 g Seitan (Fleischersatz Produkte aus Weizeneiweiss) werden nur&nbsp;218 g CO2\u00e4q&nbsp;emittiert. Generell schneiden pflanzliche Lebensmittel viel besser ab als tierische. Woran liegt das?<\/p>\n\n<p>Die einfachste&nbsp;Erkl\u00e4rung: Indem bei der Produktion von pflanzlichen Lebensmitteln der Umweg durch den Tiermagen ausgelassen wird, k\u00f6nnen bereits grosse Energieeinsparungen gemacht werden. So verbraucht die \u00abHaltung\u00bb von Pflanzen weit weniger Energie als die Haltung von einer Kuhfamilie. Es entstehen Emissionen durch die ben\u00f6tigte Elektrizit\u00e4t, Benzin und Weidefl\u00e4che. Durch die Atmung, Verdauung und G\u00fclle der Tiere entstehen weitere Treibhausgase. Die Futtermittel werden oft aus dem Ausland importiert und weitere Emissionen entstehen beim Transport. Auch bei der Herstellung der Futtermittel werden durch die Verdampfung der D\u00fcngemittel auf dem Feld Gr\u00fcnhaus Gase freigesetzt. Bei der Berechnung der Lebenszyklusanalysen wird ersichtlich, dass die gr\u00f6ssten Emissionen bei<\/p>\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>der Herstellung der Futtermittel,<\/li><li>der Umnutzung der Landfl\u00e4chen (Waldrodungen),<\/li><li>der Methan und Lachgase, die bei der Verdauung im Tiermagen entstehen,<\/li><\/ol>\n\n<p>anfallen. Auch bei anderen tierische Produkten wie Milch, Joghurt und Butter werden hohe CO2\u00e4q-Emissionen festgestellt.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Unsere Meere sind CO2-Senken<\/strong><\/h2>\n\n<p>Bei Fisch sehen die Zahlen auch nicht vielversprechender aus: Die Herstellung von 200 g Thunfisch erzeugt 854 g CO2\u00e4q. Eine k\u00fcrzlich ver\u00f6ffentlichte&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41586-021-03371-z?utm_medium=affiliate&amp;utm_source=commission_junction&amp;utm_campaign=3_nsn6445_deeplink_PID100085446&amp;utm_content=deeplink\" target=\"_blank\">Studie<\/a>&nbsp;zeigt, dass die industrielle Fischerei einen gr\u00f6sseren CO2\u00e4q-Ausstoss verursacht, als der gesamte weltweite Luftverkehr. Es wurden die Umweltauswirkungen der&nbsp;Grundschleppnetzfischerei&nbsp;berechnet, bei der ein Fischernetz \u00fcber den Meeresboden gezogen wird. Die Forschenden haben aufgezeigt, dass durch die Zerst\u00f6rung dieser Meeresgr\u00fcnde, die als sehr effektive CO2-Senken gelten, das gespeicherte CO2 wieder ins Wasser abgeben, und dass diese Art von Fischerei auch die F\u00e4higkeit des Ozeans beeintr\u00e4chtigt, atmosph\u00e4rischen Kohlenstoff zu absorbieren.<\/p>\n\n<p>Dadurch wird eines unserer besten Mittel im Kampf gegen den Klimawandel abgeschw\u00e4cht. Alles zusammen kommen \u00fcber eine Gigatonne CO2 dadurch frei. Im Vergleich: Eine Gigatonne sind 1\/50 von unserem kompletten weltweiten CO2 Ausstoss. Das Ziel f\u00fcr acht Milliarden Menschen sind acht Gigatonnen (also eine Tonne pro Person und Jahr).<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Butternuss als Spitzenreiter<\/strong><\/h2>\n\n<p>Ohne schlechtes Gewissen kann man praktisch alle unverarbeiteten pflanzlichen Lebensmittel geniessen. Butternussk\u00fcrbis ist mit gerade mal 28 g CO2eq per 200 g ein wahrer Spitzenreiter. Der Lebensweg eines Gem\u00fcse f\u00e4ngt auf dem Feld an, geht \u00fcber die Ernte und Verarbeitung des Gem\u00fcse bis zum Transport und Verpackung. Die&nbsp;gr\u00f6ssten Emissionen&nbsp;entstehen bei bei der Umnutzung der Landfl\u00e4che und aus Prozessen des landwirtschaftlichen Betriebes. Weiter gilt bei pflanzlichen Produkten es vor allem zu beachten, dass die Lebensmittel nicht per Flugzeug importiert wurden und m\u00f6glichst saisonal gekauft werden.<\/p>\n\n<p>Der Transport mit dem Flugzeug kann die CO2-Bilanz um ein Vielfaches erh\u00f6hen, w\u00e4hrend der Schiffstransport sehr effizient ist und auch der Landtransport meist einen kleinen Anteil der Bilanz ausmacht. Oftmals ist es besser ein Lebensmittel zu importieren als es im Gew\u00e4chshaus im Inland herzustellen, so lang er aus eine Umweltfreundliche oder sogar Bio Produktion kommt. Auch bei pflanzlichen Fertigprodukten, die mit ein paar Ausnahmen alle einen \u00fcberdurchschnittlich guten CO2-Score haben, kann man sich an diese Regeln halten.<\/p>\n\n<p><strong>Alles was wir Essen k\u00f6nnen (all you can eat)<\/strong><\/p>\n\n<p>Zum Gl\u00fcck muss ich mir nicht die CO2-Werte von jedem Lebensmittel merken, so wie sich manche Leute die Kalorienanzahl. Da gibt es eine einfachere L\u00f6sung. Auf dem CO2-Poster der Projektpartner um die Aktion \u00abAll You Can Eat for Climate\u00bb sind die gebr\u00e4uchlichsten Grundnahrungsmittel \u00fcbersichtlich anhand ihres CO2-Fussabdrucks in vier Kategorien eingeteilt.<\/p>\n\n<p>Konsumieren wir die Lebensmittel im gr\u00fcnen Bereich, haben wir einen Fussabdruck, der um 50 Prozent besser ist als der Durchschnitt und k\u00f6nnen die Klimaziele von 2050 einhalten. Im gelben Bereich essen wir besser, im orangen Bereich schlechter als der Durchschnitt. Lebensmittel im roten Bereich sind 200 Prozent schlechter als eine durchschnittliche Ern\u00e4hrung. Der Unterschied zwischen der Bilanzen im gr\u00fcnen und roten Bereich sind exponentiell gr\u00f6sser und werden entlang der Skala \u00fcberproportional schlechter f\u00fcrs Klima.<\/p>\n\n<p class=\"is-style-accent-1\">Das Poster ist zur Zeit vergriffen. Die Neuauflage ist f\u00fcr Mai geplant. Wir werden \u00fcber Newsletter und Social Media informieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unsere Ern\u00e4hrung hat grossen Einfluss auf die Umwelt. 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