{"id":7338,"date":"2000-04-10T00:00:00","date_gmt":"2000-04-09T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/7338\/atomtransporte-hat-bundesamt-fuer-energie-missbraeuchlich-gehandelt\/"},"modified":"2019-05-30T08:03:01","modified_gmt":"2019-05-30T06:03:01","slug":"atomtransporte-hat-bundesamt-fuer-energie-missbraeuchlich-gehandelt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/7338\/atomtransporte-hat-bundesamt-fuer-energie-missbraeuchlich-gehandelt\/","title":{"rendered":"Atomtransporte: Hat Bundesamt f\u00fcr Energie missbr\u00e4uchlich gehandelt?"},"content":{"rendered":"<p><b>Es k\u00f6nne \u00abAnlass bestehen, zu pr\u00fcfen, ob die bisherige Bewiligungspraxis des Bundesamts f\u00fcr Energie die Merkmale des Amtsmissbrauchs\u00bb aufweise. Zu diesem brisanten Schluss kommt der Z\u00fcrcher Rechtsprofessor Heribert Rausch. Der Umweltrechtsexperte hat im Auftrag von Greenpeace ein Gutachten zu rechtlichen Aspekten bei Bewilligungen von Atomtransporten verfasst. Heute sagte Rausch an einer Pressekonferenz, dass im Gegensatz zur Auffassung des BfE das Atomgesetz anwendbar ist. Es sieht scharfe Strafen vor, wenn die menschliche Gesundheit durch Freisetzung von Radioaktivit\u00e4t gef\u00e4hrdet wird. Nach Auffassung des Arztes Martin Walter ist diese gesundheitliche Gef\u00e4hrdung unbestritten. Greenpeace fordert, dass die Schweiz sofort aus der Wiederaufarbeitung aussteigt.<\/b><\/p>\n<div>\n<p class=\"bodytext\"><span class=\"date\">Z\u00fcrich. <\/span><span class=\"text\"> Die Ausfuhr abgebrannter Brennelemente in die Wiederaufarbeitungsanlagen Sellafield und La Hague ist seit l\u00e4ngerem heftig umstritten. Greenpeace reichte im November 1997 Strafanzeige gegen die Verantwortlichen der Atomindustrie ein, weitere Strafanzeigen von Anwohnern der betroffenen Gebiete in Frankreich und England prangerten auch die Bewilligungspraxis der zust\u00e4ndigen Bundesbeh\u00f6rden an.In der Folge entbrannte ein Rechtsstreit. Ein Vertreter des Rechtsdienstes im Bundesamt f\u00fcr Energie meinte, f\u00fcr die Wiederaufarbeitung im Ausland sei nicht das Atomgesetz, sondern das Strahlenschutzgesetz anwendbar. Der Rechtsprofessor Heribert Rausch, der f\u00fcr Greenpeace abgekl\u00e4rt hat, welches Gesetz zur Anwendung kommt, wertet diese Auffassung als \u00abfalsch\u00bb. Und gem\u00e4ss Atomgesetz mache sich strafbar, wer jemanden vors\u00e4tzlich oder fahrl\u00e4ssig einer ionisierenden Strahlung aussetzt (AtG Art. 31, Abs. 1 u. 3) \u2013 selbst wenn die Tat im Ausland geschehe und dort nicht strafbar sei (Art. 36). Prof. Heribert Rausch stellte an der Pressekonferenz unmissverst\u00e4ndlich fest: \u00abHaben Atomtransporte nach La Hague und Sellafield eine Gesundheitsgef\u00e4hrdung durch Freisetzung von ionisierender Strahlung zur Folge, so aktualisieren sich jene Strafbestimmungen des Atomgesetzes (Art. 31 in Verbindung mit Art. 36) \u2013 und diesfalls kann auch Anlass bestehen, zu pr\u00fcfen, ob die bisherige Bewilligungspraxis des Bundesamts f\u00fcr Energie (BfE) die Merkmale des Amtsmissbrauchs aufweist.\u00bb Rausch hatte bereits in einem fr\u00fcheren Gutachten Ungereimtheiten bei der Bewilligung von Atomtransporten festgestellt. Dr. med. Martin Walter (\u00c4rztInnen f\u00fcr Soziale Verantwortung) betonte, es best\u00fcnden nicht die geringsten wissenschaftlichen Zweifel, dass ionisierende Strahlung Sch\u00e4den am Erbgut ausl\u00f6se. An der Pressekonferenz wurde das Ausmass der radioaktiven Verseuchung rund um Sellafield anhand von amtlichen Berichten des britischen Ministeriums f\u00fcr Landwirtschaft und Fischerei dokumentiert. Lokal produzierter Spinat etwa war dermassen verstrahlt, dass er in der Schweiz als radioaktiver Abfall behandelt werden m\u00fcsste. Der internationale Protest gegen die radioaktiven Abgaben ins Meer \u2013 allen voran der skandinavischen L\u00e4nder \u2013 ist in der Schweiz jahrelang ignoriert worden. Jetzt nimmt der Protest an Sch\u00e4rfe zu: Die Nordatlantik- Konferenz OSPAR wird im Juni \u00fcber einen Antrag D\u00e4nemarks abstimmen, die Wiederaufarbeitung zu verbieten; Irland k\u00fcndigte rechtliche Schritte gegen den Weiterbetrieb von Sellafield an. Die Schweiz, die das Problem jahrelang verdr\u00e4ngt hat, muss nachziehen: Greenpeace fordert die sofortige Einstellung der Wiederaufarbeitung des Atomm\u00fclls, der zur Zeit tonnenweise im Ausland gelagert ist. <br \/> <\/span> <span class=\"linkliste\"> <\/span><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es k\u00f6nne \u00abAnlass bestehen, zu pr\u00fcfen, ob die bisherige Bewiligungspraxis des Bundesamts f\u00fcr Energie die Merkmale des Amtsmissbrauchs\u00bb aufweise. Zu diesem brisanten Schluss kommt der Z\u00fcrcher Rechtsprofessor Heribert Rausch. 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