{"id":7344,"date":"2000-03-01T00:00:00","date_gmt":"2000-02-29T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/7344\/hsk-bei-der-wortklauberei-um-mox-brennelemente-auf-die-zunge-gebissen\/"},"modified":"2019-05-30T08:03:11","modified_gmt":"2019-05-30T06:03:11","slug":"hsk-bei-der-wortklauberei-um-mox-brennelemente-auf-die-zunge-gebissen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/7344\/hsk-bei-der-wortklauberei-um-mox-brennelemente-auf-die-zunge-gebissen\/","title":{"rendered":"HSK: Bei der Wortklauberei um MOX-Brennelemente auf die Zunge gebissen"},"content":{"rendered":"<p><b>Die HSK schleicht sich leise von hinten an die Wahrheit heran: In Beznau waren Sicherheitspapiere von MOX-Brennelementen gef\u00e4lscht. W\u00e4hrend die Aufsichtsbeh\u00f6rde mit einer aufwendigen Reise nach England sich auf Umwegen informierte, wussten dies die Beaufsichtigten schon l\u00e4ngst: Noch vor der Mission der HSK nach Sellafield legte der Brennstoffchef der NOK, Herbert Bay, in einem Interview mit der Aargauer Zeitung die Fakten &#8211; sprich F\u00e4lschungen der Sicherheitspapiere &#8211; dar. Derweil spricht die HSK in ihrem Communiqu\u00e9 zwar erst von F\u00e4lschungen &#8211; allerdings um dies in der selben Pressemitteilung gleich wieder zu widerrufen. Die Art der F\u00e4lschungen weist exakte Parallelen zum deutschen AKW Unterweser auf, das letzte Woche abgestellt werden musste.<\/b><\/p>\n<div>\n<p class=\"bodytext\">Z\u00fcrich. Dass Dokumente gef\u00e4lscht waren, ist der NOK und der Brennstoffherstellerfirma BNFL seit l\u00e4ngerer Zeit bewusst. Herbert Bay wurde in der Aargauer Zeitung vom 29. Februar folgendermassen zitiert: \u00abEs handelt sich da um nur eine einzige Stichproben-Messung, die offenbar nicht stattgefunden hat.&#187; Stattdessen sei ein &#171;File&#187; kopiert und seien Zahlen darin ge\u00e4ndert worden, so dass es so aussah, als ob die Messung durchgef\u00fchrt worden sei.\u00bb Eine klarere Definition von F\u00e4lschung gibt es kaum. Die HSK will ebenfalls keine F\u00e4lschung geortet haben, beschreibt aber in einem Hintergrundpapier \u00fcber Beznau exakt das, was in vor einer Woche \u00fcber Unterweser zu erfahren war: Dass n\u00e4mlich wegen eines Computerfehler Daten verloren gegangen, in den Begleitpapieren jedoch aufgef\u00fchrt waren. In Deutschland war das AKW abgestellt und die suspekten Brennelemente entfernt worden.Es ist unverst\u00e4ndlich, wieso die HSK die Schlampereien und F\u00e4lschereien der Atomindustrie deckt. Dies umso mehr, als sich die HSK im Communiqu\u00e9 gleich selbst widerspricht. Im ersten Abschnitt nennt sie \u00abFehler respektive die F\u00e4lschungen\u00bb beim Wort; im zweitletzten Abschnitt will sie keine Hinweise mehr auf F\u00e4lschungen gefunden haben. Bereits im Januar 1999 hat ein Expertenteam der internationalen Atomenergie-Agentur der HSK zu grosse N\u00e4he zur Atomwirtschaft vorgeworfen. Die irische Regierung fordert die Schliessung Sellafields, Japan weigert sich, MOX aus England einzusetzen, in Deutschland wird das mit englischem MOX betriebene AKW Unterweser vor\u00fcbergehend stillgelegt, die skandinavischen Umweltministerien und Island intervenierten bei der britischen Regierung, Schweden annullierte einen Wiederaufarbeitungsauftrag. Die Schweiz kann nicht l\u00e4nger im Abseits stehen. Es gibt keine guten Gr\u00fcnde mehr, das Werk Beznau mit MOX-Brennst\u00e4ben aus Sellafield weiter zu betreiben &#8211; abgesehen vom Portemonnaie von NOK und BNFL. Die Eigenverant-wortung der AKW-Betreiber und Brennstofflieferanten hat Schiffbruch erlitten, jetzt ist eine Intervention des Staates gefragt, der k\u00fcnftige Gesch\u00e4fte mit der englischen BNFL sowie den Transport von hochradioaktivem Abfall in die Wiederaufarbeitung unterbindet.<\/p>\n<p><strong>Kontakt:<\/strong><\/p>\n<p>Stefan F\u00fcglister, Greenpeace Atom-Kampagne 079 222 82 59<\/p>\n<p>Greenpeace Medienabteilung 01 \/ 447 41 11<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die HSK schleicht sich leise von hinten an die Wahrheit heran: In Beznau waren Sicherheitspapiere von MOX-Brennelementen gef\u00e4lscht. 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