{"id":73771,"date":"2021-09-14T06:00:00","date_gmt":"2021-09-14T04:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=73771"},"modified":"2021-09-13T13:59:09","modified_gmt":"2021-09-13T11:59:09","slug":"nestle-und-die-olindustrie-wie-multinationale-konsumguter-und-olkonzerne-kooperieren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/73771\/nestle-und-die-olindustrie-wie-multinationale-konsumguter-und-olkonzerne-kooperieren\/","title":{"rendered":"Multinationale Konzerne und die \u00d6lindustrie"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Ein von Greenpeace ver\u00f6ffentlichter Bericht zeigt, wie Produzenten von schnelllebigen Konsumg\u00fctern (FMCG) wie Nestl\u00e9, Coca-Cola und PepsiCo die Ausweitung der Plastikproduktion vorantreiben. Sie bedrohen damit das globale Klima und Gemeinschaften auf der ganzen Welt. <\/strong><a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/publikation\/73687\/klimakrise-unverpackt-wie-konsumgueter-konzerne-die-plastikexpansion-der-erdoelkonzerne-anheizen\/\"><strong>Der Bericht &#171;Klimakrise unverpackt: Wie Konsumg\u00fcter-Konzerne die Plastikexpansion der Erd\u00f6lkonzerne anheizen&#187;<\/strong><\/a><strong> deckt die gesch\u00e4ftlichen Verbindungen zwischen den weltweit gr\u00f6ssten FMCG-Unternehmen und den Erd\u00f6lunternehmen auf.<\/strong><\/p>\n\n<p>Nestl\u00e9 verbraucht j\u00e4hrlich 1\u2019524\u2019000 Tonnen Plastik \u2013 das entspricht 7\u2019620\u2019000 Tonnen CO2-Emissionen \u2013 und ist Mitglied in verschiedenen konservativen Lobbyorganisationen. Um das Klima und die Umwelt zu sch\u00fctzen, muss Nestl\u00e9 seine Abh\u00e4ngigkeit von Erd\u00f6lkonzernen und Einwegverpackungen beenden und konsequent in Mehrweg-L\u00f6sungen investieren.&nbsp;<\/p>\n\n<p>&#171;Die immergleichen Lebensmittelgiganten, die die Plastikkrise anheizen, tragen auch zur Klimakrise bei&#187;, sagt Matthias W\u00fcthrich, Zero-Waste-Experte bei Greenpeace Schweiz. <strong>&#171;Trotz ihrer Bem\u00fchungen, klimafreundlich zu erscheinen, arbeiten multinationale Unternehmen wie Nestl\u00e9 mit Erd\u00f6lkonzernen zusammen, um die Plastikproduktion auszuweiten. Diese Expansion steht im Widerspruch zum Ziel, die globale Erw\u00e4rmung unter 1,5\u00b0C zu halten.&#187;&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"video\"><strong>Wie multinationale Konsumg\u00fcter- und \u00d6lkonzerne kooperieren<\/strong><\/h2>\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-4-3 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<lite-youtube style=\"background-image: url('https:\/\/i.ytimg.com\/vi\/D9wX9K1AT8U\/hqdefault.jpg');\" videoid=\"D9wX9K1AT8U\" params=\"rel=0&#038;enablejsapi=1&#038;origin=https%3A%2F%2Fwww.greenpeace.ch&#038;cc_load_policy=1\"><\/lite-youtube>\n<\/div><\/figure>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Die Urspr\u00fcnge des Plastiks und seine Entwicklung<\/strong><\/h2>\n\n<p>\u00dcber 99 Prozent des Plastiks wird aus Erd\u00f6l und Erdgas hergestellt, der in jeder Phase seines Lebenszyklus (Gewinnung, Raffinierung, Produktion, Verarbeitung, Transport, Entsorgung und auch Recycling) Treibhausgasemissionen verursacht. <strong>Die Erd\u00f6lindustrie sieht ihre Gesch\u00e4fte in den Sektoren Verkehr und Energie bedroht und investiert massiv in die Produktion von Neuplastik und von Plastik, der durch sog. &#171;chemisches Recycling&#187; hergestellt wird. <\/strong>Dabei handelt es sich jedoch nicht um Recycling, sondern um Plastik-zu-Erd\u00f6l-Technologien, wie der Greenpeace-Bericht erl\u00e4utert. Einwegverpackungen machen den gr\u00f6ssten Anteil (ca. 40 Prozent) der weltweiten Endverwendung von Neuplastik aus. FMCG-Unternehmen geh\u00f6ren zu den gr\u00f6ssten Abnehmern und spielen damit eine Schl\u00fcsselrolle bei der Ausweitung der Plastikproduktion.&nbsp;<\/p>\n\n<p>Obwohl die Plastik-Lieferketten weitgehend undurchsichtig sind, deckt Greenpeace im Bericht auf, dass alle neun untersuchten grossen Konsumg\u00fcter-Firmen Beziehungen zu mindestens einem grossen Erd\u00f6l- und\/oder Petrochemie-Unternehmen haben. Dem Bericht zufolge kaufen Nestl\u00e9, Coca-Cola, PepsiCo, Mondel\u0113z, Danone, Unilever, Colgate Palmolive, Procter &amp; Gamble und Mars ihre Verpackungen bei Herstellern, die von bekannten Konzernen wie ExxonMobil, Shell, Chevron Phillips, Ineos und Dow mit Kunststoffgranulat oder Petrochemikalien beliefert werden. Wegen der mangelnden Transparenz in diesen Beziehungen k\u00f6nnen sich die Konsumg\u00fcterhersteller weitgehend der Verantwortung f\u00fcr Umwelt- oder Menschenrechtsverletzungen entziehen, die von den Unternehmen begangen werden, die den Plastik f\u00fcr ihre Verpackungen liefern.&nbsp;<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Recycling und Lobbyismus<\/strong><\/h2>\n\n<p><strong>Multinationale Lebensmittelkonzerne arbeiten ausserdem seit Jahrzehnten mit der Erd\u00f6l-Industrie zusammen, um den Mythos Plastikrecycling zu f\u00f6rdern, obwohl dieses nicht funktioniert.<\/strong> Der Greenpeace-Bericht zeigt, dass die beiden Industrien kooperieren, um Gesetze zur Beschr\u00e4nkung von Einwegverpackungen zu verhindern und f\u00fcr das sogenannte &#171;chemische Recycling&#187; zu lobbyieren. FMCG-Unternehmen haben sich mit Erd\u00f6l-Konzernen zusammengetan, um Pyrolyseanlagen zu entwickeln (die Plastik in erd\u00f6l-\u00e4hnliche Stoffe zur\u00fcckverwandeln, was \u2013 wie oben ausgef\u00fchrt \u2013 f\u00e4lschlicherweise als &#171;Recycling&#187; bezeichnet wird). Ein Beispiel daf\u00fcr ist die Zusammenarbeit von Nestl\u00e9 und Mars mit Total und Recycling Technologies.&nbsp;<\/p>\n\n<p>Dar\u00fcber hinaus arbeiten diese Lebensmittel- und \u00d6lgiganten oft \u00fcber Front-Organisationen zusammen, darunter die Alliance to End Plastic Waste und der American Chemistry Council. Sie propagieren falsche L\u00f6sungen f\u00fcr die Plastikkrise. Diese B\u00fcndnisse scheinen sich von Keep America Beautiful inspirieren zu lassen, einer Organisation, die in den 1950er Jahren in den Vereinigten Staaten gegr\u00fcndet wurde, <strong>um die Idee zu f\u00f6rdern, dass die Verantwortung f\u00fcr den Abfall bei den Konsumenten und nicht bei den Unternehmen liege.<\/strong> Die Organisation ist nach wie vor aktiv und hat BlueTriton Brands (bis vor kurzem Nestl\u00e9 Waters North America), Mars, PepsiCo und Dow Chemical in ihrem Vorstand.<\/p>\n\n<p>Nestl\u00e9 ist auch Mitglied der Recycling-Partnerschaft, die zu Investitionen in das Recycling aufruft, w\u00e4hrend sie die Einf\u00fchrung von Gesetzen f\u00fcr ein Flaschenpfand hinausz\u00f6gert. Diese Lobbyarbeit findet auch in Europa statt: Nestl\u00e9, Coca-Cola, Danone und eine Reihe von Kunststoff-Herstellern sind Mitglieder von Verpackung mit Zukunft, einer \u00f6sterreichischen Front-Organisation, die sich f\u00fcr die Verbreitung von Plastikverpackungen einsetzt und die Einf\u00fchrung von Mehrwegquoten f\u00fcr Verpackungen im Einzelhandel bek\u00e4mpft.<\/p>\n\n<p>&#171;Es ist klar, dass viele Konsumg\u00fcterunternehmen ihre engen Beziehungen zu Erd\u00f6l- und petrochemischen Unternehmen verbergen wollen. Aber dieser Bericht zeigt, in welchem Ausmass sie auf gemeinsame Ziele hinarbeiten, die den Planeten verschmutzen und Gemeinschaften weltweit schaden. Wenn diesen Konzernen die Umwelt wirklich am Herzen l\u00e4ge, w\u00fcrden sie diese Allianzen beenden und sofort von Einwegplastik abr\u00fccken&#187;, fasst Matthias W\u00fcthrich von Greenpeace Schweiz zusammen.&nbsp;<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Wachsende Plastik-Produktion&nbsp;<\/strong><\/h2>\n\n<p><strong>Wenn sich nichts \u00e4ndert, k\u00f6nnte sich die Plastikproduktion bis 2050 verdreifachen, so die Sch\u00e4tzungen der Industrie.<\/strong> Das CIEL (Center for International Environmental Law) sch\u00e4tzt, dass dieses Wachstum die weltweiten Lebenszyklus-Emissionen von Plastik bis 2030 im Vergleich zu 2019 um mehr als 50 Prozent erh\u00f6hen wird. Das entspricht der Leistung von fast 300 Kohlekraftwerken. Um die Klimaerw\u00e4rmung auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen, m\u00fcssten die Emissionen im gleichen Zeitraum gem\u00e4ss IPCC aber um fast 50 Prozent gesenkt werden.<\/p>\n\n<p><strong>Greenpeace fordert die Konsumg\u00fcterhersteller auf, dringend auf Mehrwegsysteme und verpackungsfreie Produkte umzustellen.<\/strong> Die Konzerne m\u00fcssen alle Einweg-Plastikprodukte eliminieren und ihren Plastik-Fussabdruck, einschliesslich des Klima-Fussabdrucks ihrer Verpackungen, transparenter gestalten.&nbsp;<\/p>\n\n<p>Greenpeace fordert die Regierungen auf, ein ehrgeiziges globales Abkommen \u00fcber Kunststoffe zu unterst\u00fctzen, das den gesamten Lebenszyklus von Kunststoffen ber\u00fccksichtigt, und Rechtsvorschriften und politische Massnahmen einzuf\u00fchren, um von Einwegprodukten wegzukommen.&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein von Greenpeace ver\u00f6ffentlichter Bericht zeigt, wie Produzenten von schnelllebigen Konsumg\u00fctern (FMCG) wie Nestl\u00e9, Coca-Cola und PepsiCo die Ausweitung der Plastikproduktion vorantreiben. 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