{"id":7386,"date":"1999-11-17T00:00:00","date_gmt":"1999-11-16T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/7386\/der-gefaehrlichste-atommeiler-der-welt-geht-wieder-ans-netz\/"},"modified":"2019-05-30T08:04:22","modified_gmt":"2019-05-30T06:04:22","slug":"der-gefaehrlichste-atommeiler-der-welt-geht-wieder-ans-netz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/7386\/der-gefaehrlichste-atommeiler-der-welt-geht-wieder-ans-netz\/","title":{"rendered":"Der gef\u00e4hrlichste Atommeiler der Welt geht wieder ans Netz"},"content":{"rendered":"<p><b>Vor dem Wiederanfahren des letzten Kraftwerkblocks des ukrainischen Atomkraftwerks Tschernobyl warnt die Umweltorganisation Greenpeace. Am 20. November soll der Block Drei wieder ans Netz gehen. Somit l\u00e4uft die Anlage mit den vier Kraftwerksbl\u00f6cken, in der es 1986 zum schwersten Atomunfall in der Geschichte kam, auch im n\u00e4chsten Jahrtausend weiter.<\/b><\/p>\n<div>\n<p class=\"bodytext\"><span class=\"date\">Hamburg. <\/span><span class=\"text\"> Greenpeace appelliert an den gerade wiedergew\u00e4hlten Staatspr\u00e4sidenten der Ukraine Leonid Kutschma auf die Wiederinbetriebnahme des Risikomeilers zu verzichten. &#171;Kutschma bricht mit dem Wiederanfahren des Katastrophenreaktors von Tschernobyl eine Vereinbarung mit den G-7-Staaten, die sich mit der Ukraine 1995 darauf geeinigt hatten, Tschernobyl ab Ende diesen Jahres stillzulegen&#187;, sagt Greenpeace-Energie-Experte Veit B\u00fcrger. &#171;Block drei entspricht genau dem Reaktortyp, der 1986 explodierte und seine Radioaktivit\u00e4t \u00fcber ganz Europa verbreitete. Der einzige Unterschied: Block drei ist inzwischen 14 Jahre \u00e4lter.&#187; F\u00fcr die Energieversorgung der Ukraine wird Block drei nicht gebraucht. Ausreichend Kraftwerkskapazit\u00e4ten stehen zur Verf\u00fcgung. Schon in den letzten beiden Jahren wurde der Reaktor h\u00e4ufig abgeschaltet. \u00dcber die schweren Sicherheitsm\u00e4ngel hinaus, arbeitet der letzte Reaktorblock in Tschernobyl vollkommen ineffektiv. Da ein Grossteil der Stromrechnungen in der Ukraine seit langen nicht mehr bezahlt werden, f\u00e4hrt die Anlage keine Gewinne mehr ein. F\u00fcr die Stilllegung von Tschernobyl hatten die G-7-Staaten der Ukraine 3,4 Milliarden Mark an Krediten und B\u00fcrgschaften in Aussicht gestellt. Das 1995 zwischen der Ukraine und den G-7-Staaten geschlossene &#171;Memorandum of Understanding&#187; sieht die F\u00f6rderung der kosteng\u00fcnstigsten Alternative zu Tschernobyl vor. Obwohl die von den G-7-Staaten favorisierte L\u00f6sung, die Fertigstellung der beiden Reaktoren Khmelnitsky 2 und Rowno 4 (K2R4), nicht die wirtschaftlichste L\u00f6sung ist, beabsichtigt die Europ\u00e4ische Bank f\u00fcr Wiederaufbau und Entwicklung, den Weiterbau von K2R4 noch in diesem Jahr gr\u00fcnes Licht zu geben. Derzeit ber\u00e4t die rot-gr\u00fcne Bundesregierung, inwieweit K2R4-Investitionen von Siemens mit Hermes-B\u00fcrgschaften abgesichert werden k\u00f6nnen.Obwohl unabh\u00e4ngige Wissenschaftler vor den Risiken der geplanten Reaktoren warnen, haben die G7-Staaten bislang ausschliesslich auf K2R4 gesetzt. Veit B\u00fcrger: &#171;Die G7-Staaten m\u00fcssen endlich akzeptieren, dass der Fertigbau von K2R4 gef\u00e4hrlich und wirtschaftlich unsinnig ist. Deutschland darf nicht den Bau neuerr Tschernobyls unterst\u00fctzen.&#187; Von der Fertigstellung von K2R4 erhoffen sich vor allem Atomfirmen wie Siemens (Deutschland) und Framatome (Frankreich) Auftr\u00e4ge in Millionenh\u00f6he. <\/span><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor dem Wiederanfahren des letzten Kraftwerkblocks des ukrainischen Atomkraftwerks Tschernobyl warnt die Umweltorganisation Greenpeace. Am 20. November soll der Block Drei wieder ans Netz gehen. 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