{"id":73871,"date":"2021-09-13T17:20:01","date_gmt":"2021-09-13T15:20:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=73871"},"modified":"2025-06-25T14:33:58","modified_gmt":"2025-06-25T12:33:58","slug":"warum-das-fleischmarketing-reguliert-werden-muss","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/73871\/warum-das-fleischmarketing-reguliert-werden-muss\/","title":{"rendered":"Warum das Fleischmarketing reguliert werden muss"},"content":{"rendered":"\n<p><\/p>\n\n<p><strong>Das Nein zur Trinkwasser-Initiative h\u00e4lt eine Fleischproduktion am Leben, die hochgradig von importiertem Kraftfutter abh\u00e4ngig ist.<\/strong><\/p>\n\n<p>Die Landwirtschaft hat einen dramatischen Einfluss auf die Klimaerhitzung. Sie ist hierzulande f\u00fcr 14,2 Prozent des gesamten Treibhausgasausstosses verantwortlich. Gr\u00f6sstenteils verursacht durch die Konzentration auf Nutztiere. Massenhaft werden H\u00fchner, Schweine und Rinder gehalten, um die Gier der Konsument:innen nach tierischen Produkten zu stillen. Die hohen Tierbest\u00e4nde sind nur m\u00f6glich, weil j\u00e4hrlich rund 1,4 Millionen Tonnen Futtermittel importiert werden. In der Massentierhaltung entstehen Treibhausgase und die Regionen mit intensiver Tierhaltung produzieren einen enormen Stickstoff\u00fcberschuss durch die anfallende G\u00fclle. Fast die H\u00e4lfte der Ackerfl\u00e4chen wird f\u00fcr den Futtermittelanbau genutzt, zus\u00e4tzlich importiert die Branche grosse Mengen Futtermittel. Die Massentierhaltung hat es m\u00f6glich gemacht, dass Fleisch zu einem billigen Produkt geworden ist, das wir uns jederzeit leisten k\u00f6nnen. &nbsp;<\/p>\n\n<p>Statt darauf hinzuarbeiten, dass in der Schweiz weniger Fleisch, Eier und Milchprodukte verzehrt werden, wird die Lust darauf weiter gesch\u00fcrt. Im letzten Jahr flossen rund 39 Millionen Franken Steuergelder ins Marketing der Fleisch-, Eier- und Milchindustrie. Damit werden den Konsument:innen wortw\u00f6rtlich M\u00e4rchen aufgetischt: M\u00e4rchen einer idyllischen, naturnahen Landwirtschaft mit gl\u00fccklichen Tieren und einer traditionellen Produktion.<\/p>\n\n<p>Der Verband Proviande \u00fcbernimmt dabei mit der Werbemarke \u00abSchweizer Fleisch\u00bb die von Steuergelden bezahlte Anfeuerung des Fleischkonsums. Dabei ist gerade auch beim als \u00abSchweizer Fleisch\u00bb gef\u00f6rderte Produkt oftmals weniger Schweiz drin ist als man denkt. Dies haben wir schon mit unserem Futtermittel-Report Anfang 2021 aufgedeckt.<\/p>\n\n<div class=\"wp-block-buttons is-layout-flex wp-block-buttons-is-layout-flex\"><\/div>\n<div class=\"action-divider\">\n\t\t\t<p class=\"action-divider-text\"><span class=\"dashicons-before no-icon\"><\/span> M\u00f6chtest du dich klimafreundlich ern\u00e4hren? Unser \u00abAll you can eat\u00bb-Poster illustriert den CO2-Score von 500 Lebensmitteln und passt perfekt an deinen K\u00fchlschrank.<\/p>\n\t\t<div class=\"wp-block-buttons is-content-justification-center is-layout-flex wp-container-core-buttons-is-layout-1 wp-block-buttons-is-layout-flex\">\n\t\t\t<div class=\"wp-block-button is-style-cta\"><a class=\"wp-block-button__link wp-element-button\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/all-you-can-eat-poster\/\" target=\"_self\">Jetzt kostenlos bestellen<\/a><\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n<p>Leider haben sich Proviande und das Bundesamt f\u00fcr Landwirtschaft (BLW) nur wenig f\u00fcr die Transparenzschaffung und aktive Sensibilisierung f\u00fcr eine reduzierten Fleischkonsum interessiert. Dass diese irref\u00fchrenden Werbungen aber mit den Steuergeldern von Fleisch(fr)esser:innen und Veganer:innen bezahlt wird, jedoch nur eine spezifische Konsumgruppe ansprechen, scheint hier eine grosse Rolle zu spielen. Sie meinten es sei doch wichtig die Schweizer Fleischproduzent:innen zu unterst\u00fctzen, auch wenn das als \u00abSchweizer Fleisch\u00bb angepriesene Tierst\u00fcck weder Bio noch IP-zertifiziert sein muss. Die Organisationen wie Greenpeace k\u00f6nnen ja die Sensibilisierung \u00fcbernehmen, meinten die Marketingchefin von Proviande im Gespr\u00e4ch.<\/p>\n\n<p>Es scheint vergessen worden zu sein, dass Greenpeace und auch andere Organisationen nicht vom Staat bezahlt werden, um die Bev\u00f6lkerung aufzukl\u00e4ren und zu sensibilisieren. Es sollte doch klar Aufgabe der vom Staat beauftragten Institutionen sein, welche die von uns finanzierten Werbekampagnen der Notwendigkeit eines Konsumwandels anpassen. Angesichts der Klima- und Biodiversit\u00e4tskrise also der Reduktion und dem bewussteren Konsum von tierischen Produkten. Proviande scheint das Problem der Kreation einer unn\u00f6tigen und illegitimen Debatte zwischen dem \u00abRecht\u00bb Fleisch zu konsumieren und der Notwendigkeit das Essverhalten zu Gunsten des menschlichen \u00dcberlebens auf diesem Planeten anzupassen nicht zu erkennen. F\u00fcr Personen, die sich nicht aktiv mit der Produktion von Futtermittel und Fleisch auseinandersetzen, k\u00f6nnte das falsche Bild vermittelt werden, dass ein St\u00fcck Schweizer Fleisch besser w\u00e4re als ein Sojaschnitzel aus dem Ausland. Obwohl vegetarische und vegane Sojaalternativen nicht aus Brasilien sondern aus der Schweiz oder dem EU-Raum kommen.<\/p>\n\n<p>Um den Einfluss der gr\u00f6ssten Fleischwerbemacher:innen auf das Essverhalten zu analysieren, m\u00fcssen wir verstehen wie die manipulativen Marketingtechniken der Fleischindustrie die Einstellungen und \u00dcberzeugungen zur Legitimit\u00e4t des Fleischkonsums beeinflussen und bereits vorhandene Bilder verst\u00e4rken.&nbsp;<\/p>\n\n<p>Der Nexus zwischen Fleischwerbung und Fleischeinstellung beziehungsweise Fleischkonsum muss verstanden und aufgezeigt werden, um auch der Politik klar zu machen, dass das&nbsp; Fleischmarketing stark reguliert werden sollte, so wie es im Moment bei Tabak und Alkohol der Fall ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Warum es in der Landwirtschaft und im Ern\u00e4hrungssystem dringend einen Systemwandel braucht!<\/p>\n","protected":false},"author":99,"featured_media":73877,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_planet4_optimize_post_is_variant":false,"_planet4_optimize_experiment_name":"","_planet4_optimize_variant_name":"","ep_exclude_from_search":false,"p4_og_title":"","p4_og_description":"","p4_og_image":"","p4_og_image_id":"","p4_seo_canonical_url":"","p4_campaign_name":"not set","p4_local_project":"not set","p4_basket_name":"not set","p4_department":"","footnotes":""},"categories":[1],"tags":[33],"p4-page-type":[75],"gpch-article-type":[],"class_list":["post-73871","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-unkategorisiert","tag-ernaehrung","p4-page-type-story"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/73871","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/99"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=73871"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/73871\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":121345,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/73871\/revisions\/121345"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/73877"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=73871"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=73871"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=73871"},{"taxonomy":"p4-page-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/p4-page-type?post=73871"},{"taxonomy":"gpch-article-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/gpch-article-type?post=73871"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}