{"id":7400,"date":"1999-10-02T00:00:00","date_gmt":"1999-10-01T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/7400\/atomunfall-in-japan-greenpeace-misst-strahlung-in-tokaimura\/"},"modified":"2019-05-30T08:04:44","modified_gmt":"2019-05-30T06:04:44","slug":"atomunfall-in-japan-greenpeace-misst-strahlung-in-tokaimura","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/7400\/atomunfall-in-japan-greenpeace-misst-strahlung-in-tokaimura\/","title":{"rendered":"Atomunfall in Japan: Greenpeace misst Strahlung in Tokaimura"},"content":{"rendered":"<p><b>Ein Team der internationalen Umweltorganisation Greenpeace hat heute damit begonnen, Messdaten \u00fcber die radioaktive Strahlung rund um die Brennelementefabrik Tokaimura zu sammeln. In einer ersten Messreihe direkt am Zaun des Betriebsgelaendes wurde eine Strahlenintensit\u00e4t von 0,54 Mikrosievert pro Stunde festgestellt. Zum Vergleich: In Deutschland darf von atomaren Anlagen nicht mehr als 300 Mikrosievert Strahlung pro Jahr (!) ausgehen.<\/b><\/p>\n<div>\n<p class=\"bodytext\"><span class=\"date\">Hamburg\/Tokaimura. <\/span><span class=\"text\"> Wir sind nicht hier, um Panik zu schueren, sagt Jan Rispens von Greenpeace Deutschland, Mitglied des internationalen Teams. &#171;Aber wir misstrauen den Angaben der Betreiberfirma JCO und der Regierung.&#187; In unmittelbarer Naehe der Atomanlage stehen &#8211; nur durch eine Strasse getrennt &#8211; Wohnh\u00e4user. Die japanische Regierung hat bereits Entwarnung gegeben und die Bewohner in ihre H\u00e4user zur\u00fcckkehren lassen.Die japanische Nuklearindustrie hat in der Vergangenheit bereits mehrfach versucht, die Oeffentlichkeit \u00fcber die Folgen von Unf\u00e4llen zu t\u00e4uschen. So war es 1995 im Schnellen Br\u00fcter von Monju zu einem schweren Unfall gekommen, durch den der Reaktor bis heute ausser Betrieb ist. Journalisten, die Einzelheiten \u00fcber den Hergang erfahren wollten, erhielten Videoaufnahmen, auf denen das Ausmass der Zerst\u00f6rung \u00fcberhaupt nicht zu sehen war.Ausser der Messung von direkter Strahlung aus dem Ungl\u00fccks-Geb\u00e4ude von Tokaimura hat Greenpeace auch Bodenproben genommen, um festzustellen, ob bei der atomaren Kettenreaktion am letzten Donnerstag auch radioaktive Partikel in die Umwelt gelangten. Dies k\u00f6nnte eine dauerhafte Verseuchung der Region nord\u00f6stlich von Tokio bedeuten. Genaue Messergebnisse werden erst Mitte der Woche vorliegen.Das Misstrauen gegen\u00fcber Daten der Atomindustrie ist berechtigt, da sie kein Interesse daran hat, Einzelheiten von St\u00f6r- und Unf\u00e4llen umfassend zu verbreiten. In Deutschland waren mehr als zehn Jahre kontaminierte Atomtransporte unterwegs, bevor zugegeben wurde, dass die Verseuchung der Beh\u00e4lter \u00fcber den gesetzlichen Grenzwerten lag. Greenpeace bezweifelt, dass es einen Grenzwert f\u00fcr die Ungef\u00e4hrlichkeit radioaktiver Strahlung gibt und setzt sich daher f\u00fcr einen Ausstieg aus der Risikotechnologie ein.<\/span><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Team der internationalen Umweltorganisation Greenpeace hat heute damit begonnen, Messdaten \u00fcber die radioaktive Strahlung rund um die Brennelementefabrik Tokaimura zu sammeln. 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