{"id":74118,"date":"2021-09-20T14:22:27","date_gmt":"2021-09-20T12:22:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=74118"},"modified":"2025-06-25T14:33:55","modified_gmt":"2025-06-25T12:33:55","slug":"brasilien-verwandlung-des-pantanal-in-hackfleisch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/74118\/brasilien-verwandlung-des-pantanal-in-hackfleisch\/","title":{"rendered":"Brasilien: Verwandlung des Pantanal in Hackfleisch"},"content":{"rendered":"\n<p><\/p>\n\n<p><strong>Das brasilianische Feuchtgebiet wird zunehmend f\u00fcr die intensive Landwirtschaft genutzt. Auch Schweizer Unternehmen und Banken verdienen damit Geld. Es ist Zeit, dass damit Schluss ist.<\/strong><\/p>\n\n<p>Das Pantanal, das gr\u00f6sste Feuchtgebiet der Erde, erstreckt sich zwischen Brasilien und Bolivien. Wikipedia beschreibt die Region als \u00abeine riesige Ebene mit einer gesch\u00e4tzten Fl\u00e4che zwischen 140.000 km2 und 195.000 km2, in der sich die Fl\u00fcsse w\u00e4hrend der Regenzeit sanft schl\u00e4ngeln und mehr als 80 % des Gebiets \u00fcberfluten, das vier Monate im Jahr unter Wasser steht. Das Pantanal beherbergt die reichste Sammlung von Wasserpflanzen der Welt. Hier gibt es auch die gr\u00f6sste Konzentration von Wildtieren in S\u00fcdamerika und \u00fcber 665 Vogelarten.\u00bb Es ist ein wahres Paradies f\u00fcr die Artenvielfalt. Im Jahr 2020 gingen 30 Prozent des brasilianischen Pantanals bei grossen Vegetationsbr\u00e4nden in Rauch auf.<\/p>\n\n<p>Die Wald- und Vegetationsbr\u00e4nde in Brasilien werden von Jahr zu Jahr verheerender. Die Situation wird so ernst, dass sie 2019 international Besorgnis erregt. Im Amazonasgebiet wird 2020 ein h\u00f6llisches Jahr mit mehr als 100\u2019000 Br\u00e4nden gewesen sein. Ein Anstieg von 16 Prozent gegen\u00fcber dem Vorjahr. Im Jahr 2021 wird die Situation wahrscheinlich noch schlechter sein. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels wissen wir bereits, dass der Juni der Monat mit der gr\u00f6\u00dften Brandkatastrophe seit fast 15 Jahren war. Das Schlimmste an der Sache ist, dass diese Br\u00e4nde meist von Menschen verursacht werden.<\/p>\n\n<div class=\"wp-block-buttons is-layout-flex wp-block-buttons-is-layout-flex\"><\/div>\n<div class=\"action-divider\">\n\t\t\t<p class=\"action-divider-text\"><span class=\"dashicons-before no-icon\"><\/span> M\u00f6chtest du dich klimafreundlich ern\u00e4hren? Unser \u00abAll you can eat\u00bb-Poster illustriert den CO2-Score von 500 Lebensmitteln und passt perfekt an deinen K\u00fchlschrank.<\/p>\n\t\t<div class=\"wp-block-buttons is-content-justification-center is-layout-flex wp-container-core-buttons-is-layout-1 wp-block-buttons-is-layout-flex\">\n\t\t\t<div class=\"wp-block-button is-style-cta\"><a class=\"wp-block-button__link wp-element-button\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/all-you-can-eat-poster\/\" target=\"_self\">Jetzt kostenlos bestellen<\/a><\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Fleisch, Asche und Gewinn<\/h2>\n\n<p>Brasilianische Landwirt:innen brennen die Vegetation ab, um Platz f\u00fcr die Weidehaltung von Tieren und die intensive Futtermittelproduktion (meist GVO-Soja) zu schaffen. Das Problem ist, dass es Absatzm\u00e4rkte f\u00fcr diese ungeheuerlichen Produktionslinien gibt, die f\u00fcr eine der schlimmsten Zerst\u00f6rungen der Artenvielfalt auf menschlicher Ebene verantwortlich sind. Im M\u00e4rz 2021 ver\u00f6ffentlichte Greenpeace einen Bericht, der die Verwicklung des Lebensmittelriesen JBS (nach Nestl\u00e9 das zweitgr\u00f6\u00dfte Lebensmittel Unternehmen der Welt) und zweier seiner Konkurrenten (Minerva und Marfrig) in diese Br\u00e4nde aufzeigt. Mindestens 15 der Grossbauern in der Pantanal-Region sind direkte Lieferanten dieser Unternehmen. Zusammen haben diese Viehz\u00fcchter:innen eine Vegetationsfl\u00e4che von der Gr\u00f6sse Singapurs im Jahr 2020 vernichtet.<\/p>\n\n<p>JBS, Minerva und Marfrig beliefern einige der weltgr\u00f6\u00dften Lebensmittelunternehmen wie McDonald&#8217;s, Burger King, Nestl\u00e9, Carrefour, Casino oder Walmart, um nur einige zu nennen. Die kritischen Schweizer Konsument:innen k\u00f6nnen sich aber zu Recht fragen, was das mit ihm zu tun hat. Immerhin importiert die Schweiz nur sehr wenig Fleisch aus Brasilien. Tatsache ist, dass die Schweiz f\u00fcr die Produktion von Schweizer Fleisch auf brasilianische Sojaimporte angewiesen ist. Mehr als 70 Prozent des Eiweisses, das an Nutztiere verf\u00fcttert wird, wird importiert. Der gr\u00f6\u00dfte Teil davon ist Soja aus Brasilien.<\/p>\n\n<p>Auch die Schweiz ist \u00fcber ihre Banken in diesen Skandal verwickelt. UBS und Credit Suisse unterhalten Gesch\u00e4ftsbeziehungen zu JBS, obwohl sie st\u00e4ndig behaupten, sich f\u00fcr das Klima und die Umwelt zu engagieren. Die Credit Suisse ist sogar einer der vier wichtigsten Finanziers von JBS und Minerva. Um der Blindheit und Doppelz\u00fcngigkeit dieser Banken ein Ende zu setzen, ist es zwingend notwendig, dem Finanzsektor strenge Standards in Bezug auf Klimaschutz und Biodiversit\u00e4t aufzuerlegen. Greenpeace und viele andere zivilgesellschaftliche Organisationen fordern, dass der Bundesrat und das Parlament in dieser Angelegenheit endlich ihre volle Verantwortung wahrnimmt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das brasilianische Feuchtgebiet wird zunehmend f\u00fcr die intensive Landwirtschaft genutzt. Auch Schweizer Unternehmen und Banken verdienen damit Geld. 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