{"id":7414,"date":"1999-08-17T00:00:00","date_gmt":"1999-08-16T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/7414\/atomtransport-kniefall-der-behoerden\/"},"modified":"2019-05-30T08:05:09","modified_gmt":"2019-05-30T06:05:09","slug":"atomtransport-kniefall-der-behoerden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/7414\/atomtransport-kniefall-der-behoerden\/","title":{"rendered":"Atomtransport: Kniefall der Beh\u00f6rden"},"content":{"rendered":"<p><b>Die Atomtransporte rollen wieder \u2013 das Kommando der Polizei auch: Kurz vor sieben Uhr st\u00fcrmte eine Eingreiftruppe der Polizei die Unterkunft der Greenpeace-AktivistInnen, die in Basel gegen die Ankunft des ersten Atomtransports in der Schweiz protestieren wollten. Die Umweltorganisation verurteilt die Wiederaufnahme der gef\u00e4hrlichen Atomtransporte aufs Sch\u00e4rfste. Es gibt keinen Grund f\u00fcr diesen Transport: Die Vertr\u00e4ge G\u00f6sgens mit der Wiederaufarbeitungsfirma sind vollumf\u00e4nglich erf\u00fcllt \u2013 jetzt hintertreiben die Atomstromer die Absicht des Bundesrats, die Wiederaufarbeitung k\u00fcnftig zu verbieten. Die chronische Schlamperei der AKW-Betreiber mit den Grenzwerten geht unver\u00e4ndert weiter, und die Beh\u00f6rden unterst\u00fctzen die \u00abWisch-und-weg\u00bb-Mentalit\u00e4t der Atomstromer in fahrl\u00e4ssigster Weise.<\/b><\/p>\n<div>\n<p class=\"bodytext\">Basel. In Muttenz wurde der Transport auf Kontamination untersucht &#8211; Hauptprobe f\u00fcr die Medienshow, die das AKW G\u00f6sgen als Teil einer \u00abKommunikationsoffensive\u00bb heute nachmittag f\u00fcr die Medien organisiert. Im Schrittempo fuhr der Atomzug in Muttenz ein &#8211; bewacht von mehreren Dutzend Polizisten. Wie l\u00e4cherlich die beh\u00f6rdlich verordneten Schutzmassnahmen sind, zeigt sich bereits bei der ersten Messung. Greenpeace Atomexperte Stefan F\u00fcglister war dabei: \u00abGemessen wurde im Schutzanzug. Die neben dem Transport stehenden Polizisten allerdings mussten ohne besondere Schutzkleidung auskommen.\u00bb Das Vorgehen der Beh\u00f6rden ist absolut inakzeptabel. Das Bundesamt f\u00fcr Energie verweigerte den betroffenen SBB-Arbeitern den Rechtsweg. Aufsichtsbeschwerden und Strafanzeigen in dieser Sache blieben unerledigt. Und als Greenpeace um weitere Informationen in Sachen Atomtransporte bat, fand das BfE nur die Antwort: \u00abno comment\u00bb. Jetzt allerdings, nachdem die Entscheide offenbar gefallen sind, r\u00fchmt man sich der offenen Kommunikation. Das geht so weit, dass G\u00f6sgen den ersten Transport und eine zugeh\u00f6rige Medienshow bereits ank\u00fcndigt, noch bevor das BfE den Transport \u00fcberhaupt bewilligt hat. Bei diesem Treffen der versammelten Atom-bruderschaft f\u00fchrt die Industrie auch HSK und BfE vor. Kritische Stimmen wurden nicht geladen. Die atomare Filzokratie funktioniert nach wie vor. Dies, obschon der HSK schon im Fr\u00fchling von der Internationalen Atomenergie-Agentur zu grosse N\u00e4he zur Atomwirtschaft vorgeworfen wurde. Unbegreiflich bleibt die Erteilung der Transportbewilligung f\u00fcr die Atomwerker aber auch aus anderem Grund: G\u00f6sgen hat die Vertragskontingente mit der franz\u00f6sischen Wiederaufarbeitungsfirma Cog\u00e9ma bereits vollumf\u00e4nglich erf\u00fcllt. Wenn jetzt zus\u00e4tzlicher Atomabfall geliefert wird, steht dies in krassem Widerspruch zur erkl\u00e4rten Absicht des Bundesrats, die Wiederaufarbeitung k\u00fcnftig zu verbieten. Denn Wiederaufarbeitung verseucht die Umwelt weitr\u00e4umig. Greenpeace fordert deshalb, dass der Transportbeh\u00e4lter leer nach Frankreich zur\u00fcckgeschickt wird. Zudem fordert Greenpeace von Departement Leuenberger und der Bundesanwaltschaft, ein Transportverbot zu verh\u00e4ngen. Die Wiederaufnahme der Transporte ist ein beh\u00f6rdlicher Kniefall vor der Atomindustrie: Letztes Jahr erkl\u00e4rte Bundesrat Leuenberger noch, erst dann wieder Transporte zu bewilligen, wenn die Ursachen gekl\u00e4rt und die Sauberkeit der Beh\u00e4lter garantiert sei. Im St\u00e4nderat erkl\u00e4rte er: \u00abWir sind klar der Auffassung: Wenn es Normen gibt, dann m\u00fcssen diese eingehalten werden.\u00bb Heute werden die Grenzwerte der PR-Strategie der Atomlobby geopfert. In Frankreich beispielsweise ist seit der Wiederaufnahme der Transporte jeder achte Atomzug verseucht. Daf\u00fcr poliert die Hauptabteilung f\u00fcr die Sicherheit der Kernanlagen (HSK) als Meister Proper das Image der Atomwerker und analysiert in einem internen &#8211; Greenpeace vorliegenden &#8211; Bericht messerscharf, dass das Problem bei den Medien und der unwissenden \u00d6ffentlichkeit liegt.<\/p>\n<p><strong>Kontakt:<\/strong><\/p>\n<p>weitere Informationen und Hintergrundmaterial:<\/p>\n<p>Stefan F\u00fcglister, Greenpeace Atom-Kampagne Tel. 079 \/ 222 82 59<\/p>\n<p>und Greenpeace Medienabteilung Tel. 01 \/ 447 41 11<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Atomtransporte rollen wieder \u2013 das Kommando der Polizei auch: Kurz vor sieben Uhr st\u00fcrmte eine Eingreiftruppe der Polizei die Unterkunft der Greenpeace-AktivistInnen, die in Basel gegen die Ankunft des&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":23,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_planet4_optimize_post_is_variant":false,"_planet4_optimize_experiment_name":"","_planet4_optimize_variant_name":"","ep_exclude_from_search":false,"p4_og_title":"","p4_og_description":"","p4_og_image":"","p4_og_image_id":"","p4_seo_canonical_url":"","p4_campaign_name":"","p4_local_project":"","p4_basket_name":"","p4_department":"","footnotes":""},"categories":[1],"tags":[42],"p4-page-type":[71],"gpch-article-type":[],"class_list":["post-7414","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-unkategorisiert","tag-energie","p4-page-type-medienmitteilung"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7414","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/23"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7414"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7414\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7414"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7414"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7414"},{"taxonomy":"p4-page-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/p4-page-type?post=7414"},{"taxonomy":"gpch-article-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/gpch-article-type?post=7414"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}