{"id":7424,"date":"1999-07-12T00:00:00","date_gmt":"1999-07-11T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/7424\/doppelspiel-der-bundesanwaltschaft\/"},"modified":"2019-05-30T08:05:27","modified_gmt":"2019-05-30T06:05:27","slug":"doppelspiel-der-bundesanwaltschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/7424\/doppelspiel-der-bundesanwaltschaft\/","title":{"rendered":"Doppelspiel der Bundesanwaltschaft"},"content":{"rendered":"<p><b>Die Umweltorganisation Greenpeace verlangt in einem Rechtsbegehren an den Bundesrat den Ausstand von Bundesanw\u00e4ltin Carla Del Ponte und Adjunkt Roland Hauenstein wegen Befangenheit. Greenpeace wirft der Bundesanwaltschaft vor, dass sie in einem Ermittlungsverfahren gegen die Atomindustrie einseitig die Interessen der AKW-Lobby ber\u00fccksichtigt. Das Verfahren ist zur Farce verkommen.<\/b><\/p>\n<div>\n<p class=\"bodytext\">Z\u00fcrich. Die Vorgeschichte: Im November 1997 reichte Greenpeace Klage ein gegen die Verantwortlichen der Schweizer Atomindustrie und des Bundesamts f\u00fcr Energie (BfE). Greenpeace wirft ihnen vor, mit der Wiederaufarbeitung und den dazugeh\u00f6rigen Transporten bewusst die Gesundheit der Bev\u00f6lkerung zu gef\u00e4hrden. Denn die Wiederaufarbeitungsanlagen La Hague und Sellafield, die Schweizer Atomm\u00fcll aufarbeiten, geben routinem\u00e4ssig unglaubliche Mengen von Radioaktivit\u00e4t an die Umwelt ab &#8211; mit katastrophalen Folgen f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung. Im Ermittlungsverfahren hat sich nun gezeigt, dass die Bundesanwaltschaft einseitig die Interessen der Atomlobby und des BfE wahrnimmt. \u2022 Den gesch\u00e4digten AnwohnerInnen und Greenpeace wurde die Akteneinsicht verweigert, w\u00e4hrend den Angeschuldigten Einsicht gew\u00e4hrt wurde. \u2022 Die angeschuldigten Beh\u00f6rden und AKW-Betreiber wurden zu Stellungnahmen eingeladen. Den Mitkl\u00e4gerInnen &#8211; betroffene AnwohnerInnen aus La Hague und Sellafield &#8211; wurde diese M\u00f6glichkeit nicht gew\u00e4hrt. \u2022 Greenpeace wurde eine Frist f\u00fcr eine Replik auf die Stellungnahme der AKW-Betreiber implizit verweigert. Hauptvorwurf: Diesen Fr\u00fchling erkundigt sich der Waadtl\u00e4nder Untersuchungsrichter Jean-Luc Reymond bei der Bundesanwaltschaft \u00fcber den Stand des Verfahrens, weil er in Sachen Atomtransport gegen vier Greenpeace-AktivistInnen ermittelt. Dr. Roland Hauenstein, Adjunkt in der Bundesanwaltschaft, gibt atomfreundliche Entwarnung: Die Untersuchung werde, schreibt er am 4. Mai, demn\u00e4chst eingestellt. Greenpeace wird nicht informiert. Im Gegenteil: Einen knappen Monat sp\u00e4ter, am 1. Juni 1999, schreibt der selbe Dr. R. Hauen-stein, dass es Greenpeace frei stehe, weitere Eingaben zu machen. Und: \u00ab\u00dcber das weitere Schicksal des Verfahrens werden wir erst entscheiden, wenn uns die Ergebnisse der vom UVEK veranlassten Untersuchungen vorliegen. Das ist noch nicht der Fall.\u00bb Im Vertrauen auf den Rechtsstaat hat Greenpeace noch Ende Mai die aktuellste Studie zur Wiederaufarbeitungsanlage Sellafield eingereicht. Befund: Der Kausalzusammenhang zwischen radioaktiven Abgaben an die Umwelt und der H\u00e4ufung von Leuk\u00e4mieerkrankungen kann nicht, wie es die AKW-Industrie bislang immer tat, verneint werden. Es steht jedoch zu bef\u00fcrchten, dass die Bundesanwaltschaft die umfassendste Studie, die je zum Thema gemacht wurde, nicht ber\u00fccksichtigt. Die Bundesanwaltschaft hat entschieden, bevor das Beweisaufnahmeverfahren abgeschlossen war. Offensichtlich handelt es sich dabei um einen politisch begr\u00fcndeten Entscheid: Die Bundesanwaltschaft steht den Atomkraftwerkbetreibern n\u00e4her als den Atomkraftgegnern.<\/p>\n<p><strong>Kontakt:<\/strong><\/p>\n<p>Rainer Weibel, Greenpeace Anwalt Tel. 031 \/ 312 08 15<\/p>\n<p>Stefan F\u00fcglister, Greenpeace Atom-Kampagne Tel. 01 \/ 447 41 24<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Umweltorganisation Greenpeace verlangt in einem Rechtsbegehren an den Bundesrat den Ausstand von Bundesanw\u00e4ltin Carla Del Ponte und Adjunkt Roland Hauenstein wegen Befangenheit. 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