{"id":74387,"date":"2021-09-27T17:43:39","date_gmt":"2021-09-27T15:43:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=74387"},"modified":"2021-09-27T17:44:21","modified_gmt":"2021-09-27T15:44:21","slug":"massentierhaltung-leid-mit-system","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/74387\/massentierhaltung-leid-mit-system\/","title":{"rendered":"Massentierhaltung: Leid mit System"},"content":{"rendered":"\n<p><\/p>\n\n<p><strong><strong>27\u2019000 Masth\u00fchner in einem Betrieb. Eine A4-Seite Platz f\u00fcr jedes Tier. Nach 35 Tagen werden die Tiere geschlachtet, ohne jemals den freien Himmel erblickt zu haben. Oft wird behauptet, es g\u00e4be keine Massentierhaltung in der Schweiz. Die Realit\u00e4t ist eine andere. Wir brauchen einen Systemwechsel, hin zu einer klimavertr\u00e4glichen Landwirtschaft, weg von gr\u00f6sstm\u00f6glicher Profitorientierung auf Kosten von Tier, Mensch und Umwelt.<\/strong><\/strong><\/p>\n\n<p>Nicht erst seit dem Aus der zwei Agrar-Initiativen Mitte Juni ist klar: Die Schweizer Landwirtschaftspolitik ist blockiert. Dringende Weichenstellungen werden auf die lange Bank geschoben, w\u00e4hrend gleichzeitig immer mehr Naturfl\u00e4chen mit Masthallen und St\u00e4llen zugebaut, B\u00f6den verdichtet und Lebensr\u00e4ume vernichtet werden. Als Tr\u00e4gerorganisation setzt sich Greenpeace f\u00fcr die von Sentience Politics lancierte&nbsp;<a href=\"https:\/\/massentierhaltung.ch\/initiative\/\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">Initiative gegen Massentierhaltung<\/a>&nbsp;ein. Doch was bedeutet \u00abMassentierhaltung\u00bb \u00fcberhaupt?<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Eine A4-Seite Platz zum Leben<\/h2>\n\n<p>Ein Blick hinter die Stallt\u00fcren der Masth\u00fchnerproduktion verdeutlicht, dass die Realit\u00e4t im System Massentierhaltung mit der idyllischen Heidiland-Schweiz enthusiastischer Werber:innen und Marketingprofis wenig bis nichts zu tun hat: 2020 wurden in der Schweiz&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.proviande.ch\/sites\/proviande\/files\/2020-05\/Der%20Fleischmarkt%20im%20%C3%9Cberblick%20-%20Aktuelle%20Ausgabe.pdf\" target=\"_blank\">fast 80 Millionen H\u00fchner<\/a>&nbsp;geschlachtet. Mehr als&nbsp;40 Prozent&nbsp;werden in Betrieben mit \u00fcber 12\u2019000 Individuen gehalten. Die maximale Betriebsgr\u00f6sse liegt bei 27\u2019000 Tieren. Der Platz in der Halle, der jedem Tier dabei rechtlich zusteht, ist gerade mal eine A4-Seite gross.<\/p>\n\n<p>In&nbsp;35 Tagen werden die H\u00fchner&nbsp;vom 60 Gramm-K\u00fcken zum \u00fcber zwei Kilogramm schweren Tier hochgem\u00e4stet. Nur der Einsatz von Hochleistungsrassen macht ein solch rasantes Wachstum m\u00f6glich \u2013 mit schweren gesundheitlichen Folgen f\u00fcr die H\u00fchner. In ihrer letzten Lebenswoche sind die Tiere so fett, dass sie sich kaum noch auf den Beinen halten k\u00f6nnen. Ihr Herz kann den \u00fcberdimensionierten K\u00f6rper nicht mehr richtig durchbluten. Sie leiden unter Beinsch\u00e4den und Herzkreislauf-Problemen. Fliegen, Rennen, H\u00fcpfen sind ein Ding der Unm\u00f6glichkeit. Zwei bis vier Prozent der Tiere sterben noch in den Masthallen.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Zehn Schweine teilen sich einen Parkplatz<\/strong><\/h2>\n\n<p>Auch in der Schweinezucht sind die heute zum Einsatz kommenden Rassen auf maximale Gewichtszunahme optimiert: Bis zu ein Kilogramm legt ein Mastschwein pro Tag zu. Dabei muss es sich die Fl\u00e4che eines durchschnittlichen Autoparkplatzes mit neun weiteren Schweinen teilen. Rund 40 Prozent aller Schweine werden in der Schweiz in derart beengten Platzverh\u00e4ltnissen hochgem\u00e4stet, in St\u00e4llen mit bis zu 2\u2019000 Tieren.Der grosse Futtermittelbedarf tr\u00e4gt entscheidend zur miserablen \u00d6kobilanz bei.<\/p>\n\n<p>Den freien Himmel sehen viele Schweizer Tiere dabei zeitlebens kein einziges Mal. Denn weder der Gang auf die Weide noch eine Form von Auslauf sind zum Beispiel f\u00fcr Schweine oder H\u00fchner gesetzlich vorgeschrieben. Gras futtern auf der gr\u00fcnen Wiese? Fehlanzeige.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Grosses Fressen \u00fcber den Zaun<\/strong><\/h2>\n\n<p>Schweizer Nutztiere werden haupts\u00e4chlich mit Soja, Weizen und Mais gef\u00fcttert \u2013 alles Lebensmittel, die auch uns Menschen ern\u00e4hren k\u00f6nnten. Auf beinahe der H\u00e4lfte des Schweizer Ackerlandes wird heute Tierfutter angebaut. Doch das alleine reicht nicht aus: In den letzten Jahren wurden im Durchschnitt zus\u00e4tzliche&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2021\/02\/def5684d-gp_futtermittelreport_20210131_de_doppelseiten_klein.pdf\" target=\"_blank\">1,4 Millionen Tonnen Futtermittel<\/a>&nbsp;importiert. Der grosse Futtermittelbedarf tr\u00e4gt entscheidend zur miserablen \u00d6kobilanz und Klimabelastung der Tierhaltung bei.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Systemwandel in Sichtweite<\/strong><\/h2>\n\n<p>Tierleid wird im heutigen, auf Profitmaximierung ausgerichteten System an jeder Stelle in Kauf genommen. Das will die Initiative gegen Massentierhaltung \u00e4ndern: Sie fordert eine tierfreundliche Unterbringung und Pflege \u2013 jedes Tier erh\u00e4lt ausreichend Platz, sich frei zu bewegen und soziale Kontakte auszuleben. Gleichzeitig werden die Gruppengr\u00f6ssen pro Stall stark reduziert, und alle Tiere sollen t\u00e4glich Zugang ins Freie erhalten. Nicht zuletzt fordert die Initiative Importvorschriften, die den neuen Schweizer Standards Rechnung tragen. Die Schweizer B\u00e4uerinnen und Bauern sollen gegen\u00fcber dem Ausland nicht benachteiligt sein.<\/p>\n\n<p>Ein Weg hin zu einer ressourcenschonenden und tierfreundlichen Agrarpolitik, und dies nicht nur f\u00fcr Masth\u00fchner und Schweine, sondern auch f\u00fcr Milchk\u00fche, Legeh\u00fchner, Rinder und andere Tiere, die Teil der industriellen Nutztierhaltung in der Schweiz sind. Mit der Initiative fordern wir nicht weniger als einen grundlegenden Systemwechsel \u2013 f\u00fcr eine zukunftsf\u00e4hige Landwirtschaft zum Wohl von Tier, Mensch und Natur.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>27\u2019000 Masth\u00fchner in einem Betrieb. Eine A4-Seite Platz f\u00fcr jedes Tier. Nach 35 Tagen werden die Tiere geschlachtet, ohne jemals den freien Himmel erblickt zu haben. Oft wird behauptet, es g\u00e4be keine Massentierhaltung in der Schweiz. Die Realit\u00e4t ist eine andere. <\/p>\n","protected":false},"author":99,"featured_media":74394,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_planet4_optimize_post_is_variant":false,"_planet4_optimize_experiment_name":"","_planet4_optimize_variant_name":"","ep_exclude_from_search":false,"p4_og_title":"","p4_og_description":"","p4_og_image":"","p4_og_image_id":"","p4_seo_canonical_url":"","p4_campaign_name":"not set","p4_local_project":"not set","p4_basket_name":"not set","p4_department":"","footnotes":""},"categories":[1],"tags":[33],"p4-page-type":[75],"gpch-article-type":[],"class_list":["post-74387","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-unkategorisiert","tag-ernaehrung","p4-page-type-story"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/74387","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/99"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=74387"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/74387\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/74394"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=74387"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=74387"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=74387"},{"taxonomy":"p4-page-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/p4-page-type?post=74387"},{"taxonomy":"gpch-article-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/gpch-article-type?post=74387"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}