{"id":7468,"date":"1999-02-02T00:00:00","date_gmt":"1999-02-01T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/7468\/duma-will-import-von-atommuell-zulassen\/"},"modified":"2019-05-30T08:06:37","modified_gmt":"2019-05-30T06:06:37","slug":"duma-will-import-von-atommuell-zulassen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/7468\/duma-will-import-von-atommuell-zulassen\/","title":{"rendered":"Duma will Import von Atomm\u00fcll zulassen"},"content":{"rendered":"<p><b>Russland soll nach dem Willen des russischen Parlaments im Tausch gegen Devisen zur weltweiten Atomm\u00fcllkippe werden. Dies geht aus Dokumenten hervor, die Greenpeace zugespielt wurden. Die Absichtserkl\u00e4rung zwischen schweizerischen AKW-Betreibern und dem russischen Atomministerium, die Greenpeace am 12. Januar 1999 enth\u00fcllte, ist damit weit verbindlicher als AKW-Betreiber und Beh\u00f6rden bisher zugeben wollten.<\/b><\/p>\n<div>\n<p class=\"bodytext\"><span class=\"date\">Z\u00fcrich\/Moskau. <\/span><span class=\"text\"> Starke Kr\u00e4fte im russischen Parlament, der Duma, sind daran, die russische Umwelt- und Atomgesetzgebung, die bis heute Atomm\u00fcllimporte verbietet, so abzu\u00e4ndern, dass Russland zuk\u00fcnftig zur weltweiten Deponie f\u00fcr hochradioaktiven Atomm\u00fcll werden kann. Artikel 50 des russischen Umweltschutzgesetzes soll neu den &#171;Import von radioaktiven Abf\u00e4llen und abgebrannten Brennelementen zum Zweck der Wiederaufarbeitung, Zwischen- und Endlagerung&#187; zulassen, soweit die russische Regierung in \u00dcbereinstimmung mit internationalen Richtlinien und Empfehlungen die n\u00f6tigen Bewilligungen erteilt. Die Bestrebungen, den Atomm\u00fcllimport nach Russland zu legalisieren, liefen bisher streng geheim zwischen verschiedenen Duma-Fraktionschefs, der Regierung Primakow und dem zust\u00e4ndigen Atomministerium, welches die Gesetzes\u00e4nderung initiiert hat. Verschiedene Dokumente, die Greenpeace zugespielt wurden, zeigen, dass die Gesetzes\u00e4nderung bereits weit fortgeschritten ist und die Zustimmung aller wichtigen Fraktionen der Duma hat. Zugestimmt haben dem Plan unter anderem der F\u00fchrer der Kommunisten, Gennadi Siuganow, und der ber\u00fcchtigte rechtsextreme Politiker Wladimir Schirinowski. Damit best\u00e4tigen sich die Bef\u00fcrchtungen, die Greenpeace bereits am vergangenen 12. Januar anl\u00e4sslich der Ver\u00f6ffentlichung einer &#171;Absichtserkl\u00e4rung&#187; zwischen den schweizerischen AKW-Betreibern und dem russischen Atomministerium ge\u00e4ussert hatte. Sowohl AKW-Betreiber als auch die schweizerischen und russischen Beh\u00f6rden wiegelten damals ab und sprachen der Vereinbarung jegliche Verbindlichkeit ab. Nun zeigt sich aber, dass die russische Seite ihren Teil der Absichtserkl\u00e4rung innert k\u00fcrzester Zeit und \u00e4usserst zielstrebig in die Tat umsetzt. Immer dringlicher stellt sich die Frage, ob auch die schweizerische Regierung analog dem russischen Beispiel gedenkt, das Atomgesetz abzu\u00e4ndern. Dies ist umso brisanter, als seit l\u00e4ngerer Zeit die Revision des schweizerischen Atomgesetzes vorbereitet wird, deren Inhalt aber bisher ein vom Departement Leuenberger wohlgeh\u00fctetes Geheimnis ist. Greenpeace fordert deshalb den Bundesrat erneut auf, seine Absichten in Bezug auf den Export von Atomm\u00fcll offenzulegen und auch die AKW-Betreiber und die Nagra zu verpflichten, ihre Kontakte in diesem Belang vollumf\u00e4nglich offenzulegen. Greenpeace wird sich vehement gegen jeglichen Export von schweizerischem Atomm\u00fcll einsetzen, womit sich die AKW-Betreiber auf liederlichste Art und Weise ihrer Verantwortung entledigen wollen.<\/p>\n<p> <\/span> <span class=\"text\"><strong>Kontakt:<\/strong><br \/> Ueli M\u00fcller, Koordinator der Atomkampagne 01 \/ 447 41 41<\/span><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Russland soll nach dem Willen des russischen Parlaments im Tausch gegen Devisen zur weltweiten Atomm\u00fcllkippe werden. Dies geht aus Dokumenten hervor, die Greenpeace zugespielt wurden. 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