{"id":7476,"date":"1999-01-11T00:00:00","date_gmt":"1999-01-10T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/7476\/geheimpapier-zeigt-atomlobby-spielt-russisches-roulett\/"},"modified":"2019-05-30T08:06:51","modified_gmt":"2019-05-30T06:06:51","slug":"geheimpapier-zeigt-atomlobby-spielt-russisches-roulett","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/7476\/geheimpapier-zeigt-atomlobby-spielt-russisches-roulett\/","title":{"rendered":"Geheimpapier zeigt: Atomlobby spielt Russisches Roulett"},"content":{"rendered":"<p><b>Die Schweizer Atomindustrie ist nicht l\u00e4nger gewillt, das Atomm\u00fcllproblem zu l\u00f6sen. Sie beabsichtigt, die gesamte Menge des aus dem Betrieb der Atomkraftwerke anfallenden hochaktiven Abfalls nach Russland abzuschieben. Dies geht einer gemeinsamen Absichtserkl\u00e4rung der Schweizer Atomindustrie mit dem Russischen Ministeriums f\u00fcr Atomenergie (Minatom) hervor. Das Dokument wurde der Umweltorganisation Greenpeace zugespielt.<\/b><\/p>\n<div>\n<p class=\"bodytext\"><span class=\"date\">Z\u00fcrich. <\/span><span class=\"text\"> Zwischen den Schweizer AKW-Betreibern, vertreten durch Herbert Bay von der NOK und dem russischen Atomenergie-Ministerium (Minatom) sowie der deutschen Mittelsfirma \u00abInternexco\u00bb wurde am 17. September 1998 in Z\u00fcrich eine Absichtserkl\u00e4rung \u00fcber die Zusammenarbeit im Bereich Atomm\u00fcllentsorgung unterzeichnet. Danach sollen 2000 Tonnen abgebrannte Brennelemente zwischen den Jahren 2000 und 2030 nach Russland abgeschoben werden. Mit diesem Handel w\u00fcrden s\u00e4mtliche neu anfallenden hochaktiven Abf\u00e4lle aller Schweizer AKW (bis zu einer Betriebszeit von 40 Jahren) im Ausland entsorgt. Zus\u00e4tzlich w\u00fcnschen die Schweizer Betreiber, den in den Wiederaufarbeitungsanlagen in La Hague (F) und Sellafield (GB) angefallenen Hochaktiv-Abfall in die Russische F\u00f6deration zu transportieren. Die vorliegende Absichtserkl\u00e4rung \u00fcbertrifft jedes vorstellbare Mass an Verantwortungslosigkeit. Ausgerechnet Russland, wo kaum Umweltrichtlinien existieren, wo die Leute schutz- und hilflos radioaktiver Strahlung ausgesetzt werden und und anstelle der Sanierung fr\u00fcherer Atomkatastrophen Milliarden in die Entwicklung neuer atomarer und biologischer Waffen gesteckt wird soll f\u00fcr die Schweizer AKW-Betreiber als Atomm\u00fcllager herhalten. Die Beweggr\u00fcnde der Schweizer Atomindustrie sind materieller Art. Mit der Billigentsorgung von Atomm\u00fcll in der Russischen F\u00f6deration kann der Produktionspreis des Atomstroms in einem Mass gesenkt werden, der die \u00dcberlebenshoffnungen der Atomindustrie auf einem liberalisierten europ\u00e4ischen Strommarkt nicht zum vornherein im Keime ersticken l\u00e4sst. Die von der Atomindustrie anvisierte Abschiebung des Atomm\u00fclls torpediert die Arbeit der Nagra auf diesem Gebiet. Damit kann der Entsorgungsnachweis der Betreiber, welcher im Bundesbeschluss zum Atomgesetzt verankert ist nicht mehr l\u00e4nger geltend gemacht werden. Sowohl russisches wie Schweizer Recht wird durch diese Absichtserkl\u00e4rung unterminiert: Die Schweizer Strahlenschutzgesetzgebung verbietet die Entsorgung von Atomm\u00fcll im Ausland wie auch die russische Gesetzgebung die Lagerung ausl\u00e4ndischen Atomm\u00fclls auf dem Gebiet der Russischen F\u00f6deration verbietet. Die vorliegende Absichtserkl\u00e4rung provoziert eine Reihe von Fragen: Wer entscheidet \u00fcber das Schicksal von Schweizer Atomm\u00fcll? \u2013 das russische Atomenergieministerium zusammen mit den hiesigen AKW-Betreibern oder der Bundesrat? Wurden Bundesrat Cotti oder das Bundesamt f\u00fcr Aussenwirtschaft bei ihrem Staatsbesuch im Dezember in Moskau \u00fcber diesen Handel informiert? Weiss in der Schweizer Energiepolitik die rechte Hand \u00fcberhaupt noch, was die Linke tut? Greenpeace fordert eine sofortige Intervention des Bundesrats und eine verbindliche Erkl\u00e4rung, die einen solchen Handel f\u00fcr alle Zukunft ausschliesst.<\/p>\n<p> <\/span> <span class=\"text\"><strong>Kontakt:<\/strong><br \/> Stefan F\u00fcglister, Koordinator der Atomkampagne 01 \/ 447 41 41<br \/><\/span><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Schweizer Atomindustrie ist nicht l\u00e4nger gewillt, das Atomm\u00fcllproblem zu l\u00f6sen. Sie beabsichtigt, die gesamte Menge des aus dem Betrieb der Atomkraftwerke anfallenden hochaktiven Abfalls nach Russland abzuschieben. Dies geht&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":23,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_planet4_optimize_post_is_variant":false,"_planet4_optimize_experiment_name":"","_planet4_optimize_variant_name":"","ep_exclude_from_search":false,"p4_og_title":"","p4_og_description":"","p4_og_image":"","p4_og_image_id":"","p4_seo_canonical_url":"","p4_campaign_name":"","p4_local_project":"","p4_basket_name":"","p4_department":"","footnotes":""},"categories":[1],"tags":[42],"p4-page-type":[71],"gpch-article-type":[],"class_list":["post-7476","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-unkategorisiert","tag-energie","p4-page-type-medienmitteilung"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7476","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/23"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7476"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7476\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7476"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7476"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7476"},{"taxonomy":"p4-page-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/p4-page-type?post=7476"},{"taxonomy":"gpch-article-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/gpch-article-type?post=7476"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}