{"id":7478,"date":"1999-02-21T00:00:00","date_gmt":"1999-02-20T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/7478\/usa-torpedieren-un-protokoll-zur-gentechnik\/"},"modified":"2019-05-30T08:06:54","modified_gmt":"2019-05-30T06:06:54","slug":"usa-torpedieren-un-protokoll-zur-gentechnik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/7478\/usa-torpedieren-un-protokoll-zur-gentechnik\/","title":{"rendered":"USA torpedieren UN-Protokoll zur Gentechnik"},"content":{"rendered":"<p><b>Aufgrund der Totalverweigerung der USA steht das seit einer Woche im kolumbianischen Cartagena diskutierte &#171;Biosafety Protocol&#187; vor dem Scheitern. Die US-Delegierten wiesen am Montag alle Kompromissversuche f\u00fcr ein Protokoll \u00fcber die biologische Sicherheit der Gentechnik zur\u00fcck. Greenpeace fordert eine Fortsetzung der Verhandlungen auch ohne die USA.<\/b><\/p>\n<div>\n<p class=\"bodytext\"><span class=\"date\">Cartagena (Kolumbien). <\/span><span class=\"text\"> Das seit \u00fcber zwei Jahren vorbereitete Biosafety Protocol soll weltweit g\u00fcltige Mindeststandards und Grenzen f\u00fcr den Einsatz der Gentechnik festlegen. Nun droht es an der Blockadehaltung von nur sechs Staaten im Sande zu verlaufen. Die in der sogenannten Miami-Gruppe organisierten grossen Getreide-Exportnationen (USA, Kanada, Australien, Argentinien, Chile und Uruguay) haben seit einer Woche versucht, die Verhandlungen zu verz\u00f6gern und das Abkommen so vage wie m\u00f6glich zu halten. Insbesondere die Vertreter der USA stritten mehr f\u00fcr gr\u00f6sstm\u00f6glichen Freihandel und die uneingeschr\u00e4nkte Vermarktung von Gen-Produkten, denn f\u00fcr ein Abkommen \u00fcber den sicheren Umgang mit denselben. Vor allem bei der Frage, ob auch gentechnisch ver\u00e4nderte Lebensmittel unter das Abkommen fallen sollten, stellten die Amerikaner auf stur. Ihrer Meinung nach sollen nur manipulierte Erbsubstanzen und Genpflanzen, die als Saatgut dienen, erfasst werden. F\u00fcr alle anderen F\u00e4lle m\u00fcsse keine Risikobewertung durchgef\u00fchrt werden. Das Biosafety Protocol soll nach Meinung der US-Vertreter Staaten auch nicht das uneingeschr\u00e4nkte Recht gew\u00e4hren, zur Gefahrenabwehr die Einfuhr von Gen-Produkten zu verbieten. Ein derartiger Beschluss w\u00e4re ein Freibrief f\u00fcr die Biotech-Konzerne und den weltweiten Ausbau des Handels mit Gen-Organismen. Ein solches UN-Protokoll w\u00e4re nicht einmal das Papier wert, auf dem es gedruckt w\u00fcrde. Denn in der Praxis verwenden insbesondere Landwirte in \u00e4rmeren Regionen und in Entwicklungsl\u00e4ndern importiertes Getreide, das als Futter- oder Nahrungsmittel gekauft wurde, auch als Saatgut. Eine strenge Kontrolle unabh\u00e4ngig vom Verwendungszweck ist daher unabdingbar. Am Wochenende hatte Greenpeace erneut vor den Risiken einer ungehinderten und unkontrollierten Verbreitung genmanipulierter Tiere und Pflanzen gewarnt. Im kolumbianischen Santa Maria behinderten Aktivisten der Organisation den mit Gen-Mais beladenen Getreidefrachter MV Abydos an der Einfahrt in den Hafen. Mit Jet-Skis kreuzten die Greenpeacer vor dem Schiff und verz\u00f6gerten so das Anlegeman\u00f6ver. Auf mehreren Bannern prangte die eindringliche Warnung der Umweltsch\u00fctzer: &#171;No imperialismo genetico!&#187;. F\u00fcr die Cartagena-Konferenz bleibt zu hoffen, dass sich die \u00fcbrigen Vertreter &#8211; neben der Miami-Gruppe immerhin 164 Staaten &#8211; dennoch auf ein Abkommen einigen. Gerade die Europ\u00e4ische Union als Global Player muss jetzt Initiative \u00fcbernehmen, damit das Biosafety Protocol nicht vollkommen scheitert.<\/p>\n<p>                               <\/span><br \/>\n<span class=\"text\"><strong>Kontakt:<\/strong><br \/>   Greenpeace International<br \/><\/span><\/p>\n<p><span class=\"linkliste\">                                                                                                                                               <a href=\"http:\/\/www.greenpeace.org\" title=\"\u00d6ffnet einen externen Link in einem neuen Fenster\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">http:\/\/www.greenpeace.org<\/a><br \/>                                      <\/span><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aufgrund der Totalverweigerung der USA steht das seit einer Woche im kolumbianischen Cartagena diskutierte &#8220;Biosafety Protocol&#8221; vor dem Scheitern. 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