{"id":75191,"date":"2021-10-14T13:58:43","date_gmt":"2021-10-14T11:58:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=75191"},"modified":"2025-05-05T12:05:55","modified_gmt":"2025-05-05T10:05:55","slug":"reparieren-weg-mit-der-wegwerfgesellschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/75191\/reparieren-weg-mit-der-wegwerfgesellschaft\/","title":{"rendered":"Reparieren: weg mit der Wegwerfgesellschaft"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Die Menschen in der Schweiz konsumieren gerne und viel \u2013 und produzieren eine entsprechende Menge Abfall. J\u00e4hrlich fallen pro Person \u00fcber 700 kg Abfall an. Darunter hat es auch Gegenst\u00e4nde, die repariert werden k\u00f6nnten, wodurch Ressourcen eingespart w\u00fcrden.<\/strong><\/p>\n\n<p>Der Wohlstand der Schweiz und der meist hohe Lebensstandard der Menschen, die in der Schweiz wohnen, zeigen\u00a0sich auch im Konsumverhalten. Mit dem wachsenden Konsum gehen Berge von Abfall einher. J\u00e4hrlich verursachen wir \u00fcber 700 kg Abfall pro Person.<strong> Damit geh\u00f6ren wir zu den negativen Spitzenreitern in ganz Europa<\/strong>. Wir sind eine Wegwerfgesellschaft geworden.\u00a0<\/p>\n\n<p>Unternehmen heizen diese Wegwerfmentalit\u00e4t u.a. mit Tiefpreis-Strategien, sich immer schneller abl\u00f6senden Produktgenerationen und wechselnden (Mode-)Trends weiter an. Dieser \u00fcberbordende Konsum beansprucht enorme Ressourcen: <strong>Wir br\u00e4uchten rund drei Erden, w\u00fcrden alle Menschen weltweit so viel konsumieren wie wir!&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Bewusst und achtsam konsumieren<\/strong><\/h2>\n\n<p>Aus diesem Grund sind alternative Ans\u00e4tze dringend notwendig. Brauchen wir tats\u00e4chlich alle zwei bis drei Jahre ein neues Handy? Oder die 60 Kleidungsst\u00fccke, die wir j\u00e4hrlich neu kaufen (und h\u00e4ufig nur selten oder gar nie tragen), sind sie wirklich n\u00f6tig? Die Frage \u00abBrauche ich das wirklich?\u00bb und der daraus resultierende <strong>Nicht-Konsum ist der erste und effektivste Schritt, dem \u00dcberkonsum entgegenzuwirken.<\/strong><\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Kreislaufwirtschaft: mehr als Recycling<\/strong><\/h2>\n\n<p>Ein weiterer wichtiger Ansatz, um von der Wegwerfgesellschaft wegzukommen, ist die Kreislaufwirtschaft. In diesem Modell werden Produkte und Materialien m\u00f6glichst lange im Umlauf gehalten. Dadurch reduzieren sich der Energie- und Rohstoffverbrauch und die Emissionen und Umweltsch\u00e4den aus Rohstoffgewinnung und Abfallentsorgung.&nbsp;<\/p>\n\n<p>Wer Kreislaufwirtschaft h\u00f6rt, denkt automatisch an Recycling. Dieses kommt aber erst am Ende des Lebenszyklus eines Produkts zum Zuge. Die Kreislaufwirtschaft setzt schon viel fr\u00fcher an, beim Produktdesign. Ziel ist es, ein m\u00f6glichst langlebiges und ressourcenschonendes Produkt herzustellen. Ein wichtiger Aspekt dabei ist die Reparierbarkeit der Produkte.&nbsp;Produkte zu reparieren, ist eine zentrale Strategie der Kreislaufwirtschaft und essentiell f\u00fcr den Wandel von der Wegwerfmentalit\u00e4t hin zu einer neuen Wertsch\u00e4tzung der Produkte.&nbsp;<\/p>\n<div class=\"action-divider\">\n\t\t\t<p class=\"action-divider-text\"><span class=\"dashicons-before no-icon\"><\/span> Hast du bereits Erfahrungen mit Reparaturen gemacht? Falls nicht, was hat dich bis anhin gehindert? Wir wollen es wissen!<\/p>\n\t\t<div class=\"wp-block-buttons is-content-justification-center is-layout-flex wp-container-core-buttons-is-layout-1 wp-block-buttons-is-layout-flex\">\n\t\t\t<div class=\"wp-block-button is-style-cta\"><a class=\"wp-block-button__link wp-element-button\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/handeln\/reparierst-du-oder-kaufst-du-neu\/\" target=\"_self\">An der Umfrage teilnehmen<\/a><\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Technische H\u00fcrden, teure Reparaturen und schnelle Trends<\/strong><\/h2>\n\n<p>Was f\u00fcr fr\u00fchere Generationen eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit &#8211; ja Notwendigkeit &#8211; war, ist heute in der Schweiz nach wie vor eine vergleichsweise kleine Bewegung. Zwar erfreuen sich Repair Caf\u00e9s an Zuwachs, doch noch stehen verschiedene H\u00fcrden dem Reparieren im Weg.&nbsp;<\/p>\n\n<ul class=\"is-style-default wp-block-list\"><li>Gesellschaftliche Fehlanreize wie Trends und Produkte als Statussymbole&nbsp;<\/li><li>Finanzielle Aspekte: H\u00e4ufig sind Reparaturen teurer als ein Neukauf. Denn Reparaturen sind h\u00e4ufig komplex und m\u00fcssen vor Ort gemacht werden, w\u00e4hrend die Produktion der neuen Produkte in Billiglohnl\u00e4nder ausgelagert worden ist.&nbsp;<\/li><li>Auch technische H\u00fcrden verhindern Reparaturen, wie beispielsweise fehlende Ersatzteile und Spezialwerkzeuge oder eine integrale Bauweise, die das Auseinandernehmen der Produkte verunm\u00f6glicht.<\/li><\/ul>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Die EU schreitet voran<\/strong><\/h2>\n\n<p>Solche H\u00fcrden sind nicht un\u00fcberwindbar. Das machen verschiedene Staaten bereits vor. So subventionieren beispielsweise mehrere EU-L\u00e4nder Reparaturleistungen. Und in der gesamten EU ist seit M\u00e4rz 2021 eine neue Bestimmung in Kraft, welche Hersteller:innen verpflichtet, dass Ger\u00e4te wie beispielsweise Waschmaschinen, Fernseher und K\u00fchlschr\u00e4nke reparierbar sind. Dies soll erreicht werden, indem u.a. Reparaturanleitungen mitgeliefert werden, Ersatzteile bis zu zehn Jahren nach dem Kauf verf\u00fcgbar sind und die Reparatur ohne Spezialwerkzeuge m\u00f6glich ist. Bis Ende 2021 plant die EU-Kommission weitere Vorschriften, welche auch Smartphones umfassen sollen.<\/p>\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2021\/10\/09425766-gp0stqbjr_medium_res_with_credit_line-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-75231\" srcset=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2021\/10\/09425766-gp0stqbjr_medium_res_with_credit_line-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2021\/10\/09425766-gp0stqbjr_medium_res_with_credit_line-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2021\/10\/09425766-gp0stqbjr_medium_res_with_credit_line-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2021\/10\/09425766-gp0stqbjr_medium_res_with_credit_line-510x340.jpg 510w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2021\/10\/09425766-gp0stqbjr_medium_res_with_credit_line.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Greenpeace-Freiwillige in einem Repair-Caf\u00e9 f\u00fcr Smartphones Hamburg<\/figcaption><\/figure>\n\n<p>In der Schweiz sind wir also deutlich im Hintertreffen. Und dies, obwohl Reparieren nebst den \u00f6kologischen Vorteilen auch \u00f6konomische Chancen mit sich bringt. Eine <a href=\"https:\/\/zerowasteworld.org\/wp-content\/uploads\/Jobs-Report-ENGLISH-2.pdf\">internationale Studie<\/a> sch\u00e4tzt das Potenzial f\u00fcr Arbeitspl\u00e4tze im Reparaturbereich deutlich h\u00f6her als beim Recycling. Und auch gesellschaftlich bietet es Chancen, wenn Reparaturen gef\u00f6rdert werden: Es sichert das vorhandene Wissen und Handwerk in unserer Gesellschaft.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Menschen in der Schweiz konsumieren gerne und viel \u2013 und produzieren eine entsprechende Menge Abfall. 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