{"id":7566,"date":"1998-06-23T00:00:00","date_gmt":"1998-06-22T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/7566\/beluga-legt-mit-proben-aus-sellafield-in-hamburg-an\/"},"modified":"2019-05-30T08:09:18","modified_gmt":"2019-05-30T06:09:18","slug":"beluga-legt-mit-proben-aus-sellafield-in-hamburg-an","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/7566\/beluga-legt-mit-proben-aus-sellafield-in-hamburg-an\/","title":{"rendered":"Beluga legt mit Proben aus Sellafield in Hamburg an"},"content":{"rendered":"<p><b>Das Greenpeace-Schiff &#171;Beluga&#187; l\u00e4uft heute mit radioaktivem Material aus der Umgebung der britischen Atomanlage Sellafield an Bord im Hamburger Hafen ein. Mit diesen Proben belegen die Umweltschuetzer die weitr\u00e4umige Verstrahlung der Irischen See und der K\u00fcste im Umfeld der Wiederaufarbeitungsanlage f\u00fcr Atomm\u00fcll im Westen Englands. Anwohner, Tiere, Fl\u00fcsse und Meere &#8211; einschliesslich der Nordsee &#8211; weisen z.T. extrem hohe radioaktive Belastungen auf, die aus der Atomm\u00fcllverarbeitung in Sellafield stammen. Die Bundesrepublik ist zweitgr\u00f6sster ausl\u00e4ndischer Lieferant von abgebrannten Brennelementen nach Sellafield.<\/b><\/p>\n<div>\n<p class=\"bodytext\"><span class=\"text\">Hamburg. Greenpeace-Sprecher Michael Kuehn: &#171;Was wir im Meer und an Land um die Atomanlage Sellafield an radioaktiver Verseuchung fanden, ist unglaublich. Im Meer vor Sellafield strahlt es wie nach den Atombombentests am Meeresboden nahe der russischen Insel Novaja Semlja.&#187; In den zur\u00fcckliegenden Wochen hatten Greenpeace-Taucher und -Wissenschaftler in der Irischen See und an Land um Sellafield eine Reihe von Wasser- und Bodenproben genommen und analysieren lassen. Weitere Proben &#8211; f\u00fcr deren Einfuhr Greenpeace aufgrund einer zur\u00fcckliegenden Bussgeldandrohung vorsorglich eine Genehmigung beantragt hat &#8211; befinden sich an Bord der &#171;Beluga&#187;. Die Proben sollen zun\u00e4chst weiter untersucht werden. Ausserdem wollen die Umweltsch\u00fctzer die Atomkraftwerksbetreiber mit der von ihnen verursachten radioaktiven Verseuchung der Umwelt konfrontieren. Dr. Christian Bussau, Meeresbiologe bei Greenpeace: &#171;Mit den Meeresstr\u00f6mungen kommen radioaktive Abw\u00e4sser aus der Wiederaufarbeitungsanlage Sellafield auch bis an deutsche K\u00fcsten. \u00dcber Fische, Krebse und Hummer gelangen die strahlenden Teilchen aus der Irischen See bis auf unseren Tisch. Dem Skandal der Atomm\u00fcllverschiebung von Deutschland nach Sellafield muss schnellstens ein Ende gesetzt werden.&#187; Die bisherigen Analysen in britischen und deutschen Labors ergaben einen Plutonium-Gehalt von mehr als 60 000 Becquerel pro Kilogramm Sediment nahe der Abwasserpipeline der Sellafield-Anlage. Ausserdem waren im Sediment 74 000 Becquerel des radioaktiven Isotops Americium-241 und bis zu 2,3 Millionen Becquerel radioaktives Caesium-137 pro Kilogramm enthalten. Damit gelten diese Proben nach deutschem Strahlenschutzrecht als Atomm\u00fcll. Der Umgang mit nur 330 Gramm dieses Sediments ist bereits genehmigungspflichtig. Greenpeace-Sprecher Michael Kuehn: &#171;Radioaktivit\u00e4t aus der Atomanlage Sellafield findet sich \u00fcberall in der Umwelt wieder. Dort lebende Tauben sind fliegender Atomm\u00fcll, Weideboden und Flusssediment sind nach deutschen Gesetzen ebenfalls Atomm\u00fcll. Die angeblich schadlose Verwertung des strahlenden Abfalls, von der Bundesumweltministerin Merkel und die Atommanager gern reden, ist nur eine Schim\u00e4re. Der Export deutschen Strahlenm\u00fclls zu den Wiederaufarbeitunganlagen im Ausland ist nichts als eine besonders krasse Spielart krimineller Atomm\u00fcllentsorgung.&#187; Greenpeace fordert von Bundesumweltministerin Angela Merkel ein sofortiges Verbot der Wiederaufarbeitung deutschen Atomm\u00fclls im Ausland und einen Stop der Atomtransporte.<\/p>\n<p> <\/span> <span class=\"text\"><strong>Kontakt:<\/strong><br \/> Greenpeace Deutschland<br \/><\/span><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.greenpeace.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><span class=\"linkliste\">http:\/\/www.greenpeace.de<\/span><\/a><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Greenpeace-Schiff &#8220;Beluga&#8221; l\u00e4uft heute mit radioaktivem Material aus der Umgebung der britischen Atomanlage Sellafield an Bord im Hamburger Hafen ein. 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