{"id":7600,"date":"1998-05-11T00:00:00","date_gmt":"1998-05-10T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/7600\/greenpeace-beginnt-heute-mit-untersuchungen-der-radioaktiven-belastung-durch-die-wiederaufarbeitungsanlage-sellafield\/"},"modified":"2019-05-30T08:10:13","modified_gmt":"2019-05-30T06:10:13","slug":"greenpeace-beginnt-heute-mit-untersuchungen-der-radioaktiven-belastung-durch-die-wiederaufarbeitungsanlage-sellafield","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/7600\/greenpeace-beginnt-heute-mit-untersuchungen-der-radioaktiven-belastung-durch-die-wiederaufarbeitungsanlage-sellafield\/","title":{"rendered":"Greenpeace beginnt heute mit Untersuchungen der radioaktiven Belastung durch die Wiederaufarbeitungsanlage Sellafield"},"content":{"rendered":"<p><b>Ein Team von Greenpeace-Mitarbeitern beginnt heute in der Irischen See mit Untersuchungen der radioaktiven Belastungen durch die britische Wiederaufarbeitungsanlage Sellafield. Vorgesehen ist die Entnahme von Sediment- und Wasserproben im Einleitungsbereich fl\u00fcssiger radioaktiver Abf\u00e4lle aus der Wiederaufarbeitung. Ausserdem sollen radiologische Analysen vorgenommen werden, um das Ausmass der Strahlenbelastungen von Menschen, Tieren und Umwelt zu belegen.<\/b><\/p>\n<div>\n<p class=\"bodytext\"><span class=\"text\">Hamburg. Bereits im April hatte Greenpeace auf die hohen Belastungen von Tauben in der Region um Sellafield mit den Radionukliden Caesium 137 und Americium 241 hingewiesen. Die Verstrahlung betrug rund 300 000 Becquerel pro Kilogramm. Zum Vergleich: Pilze aus der Region um Tschernobyl d\u00fcrfen ab einer Belastung von mehr als 1000 Becquerel pro Kilogramm nicht in die EU eingef\u00fchrt werden. Inzwischen wurde die Bev\u00f6lkerung im Gebiet um die Wiederaufarbeitungsanlage Sellafield vor den radioaktiven Atom-Tauben gewarnt. Nach dem Essen von sechs solcher Tauben h\u00e4tte die entsprechende Person die h\u00f6chstzul\u00e4ssige j\u00e4hrliche Strahlendosis aufgenommen. Deutschland geh\u00f6rt zu den Hauptlieferanten von Atomm\u00fcll zur Wiederaufarbeitungsanlage Sellafield, die von der Firma &#171;British Nuclear Fuels Limited&#187; (BNFL) betrieben wird. Zehn Prozent der abgebrannten Brennelemente aus deutschen Atomkraftwerken werden in Sellafield aufgearbeitet. Weitere zehn Prozent kommen in die deutschen Zwischenlager Gorleben und Ahaus. Der Rest geht zur Wiederaufarbeitung ins nordfranz\u00f6sische La Hague. Erst letzte Woche wurde bekannt, dass die Waggons und Castorbeh\u00e4lter der La-Hague-Transporte ebenfalls extrem radioaktiv kontaminiert sind. Greenpeace-Atomexperte Michael Kuehn: &#171;Das gemeinsame Haus Europa wird auch durch deutschen Atomm\u00fcll radioaktiv verseucht. In der Umgebung der Wiederaufarbeitungsanlagen Sellafield und La Hague gibt es erh\u00f6hte Leuk\u00e4mieraten bei Kindern, verstrahlten Strandsand, belastetes Meerwasser, radioaktive Krebse und Tauben. Die gef\u00e4hrliche, teure und \u00fcberfl\u00fcssige Wiederaufarbeitung abgebrannter Brennelemente aus deutschen Atomkraftwerken im Ausland muss sofort eingestellt werden. Castortransporte haben zu unterbleiben. Der Atommuell muss an den Kraftwerken zwischengelagert werden.&#187; Inzwischen wurden neue Fakten \u00fcber die Menge der radioaktiven Einleitungen aus der Wiederaufarbeitungsanlage Sellafield bekannt. Zwischen 1993 und 1997 wurden beispielsweise 6000 Billionen Becquerel (sechs Terabecquerel) des radiaoktiven Isotops Technetium 99 in die Irische See geleitet. Technetium aus Sellafield &#8211; mit einer Halbwertszeit von \u00fcber 200 000 Jahren &#8211; l\u00e4sst sich inzwischen auch in Hummern sowie in der Nordsee und im Nordostatlantik nachweisen. Bisher wurden etwa 600 Tonnen Atomm\u00fcll aus Deutschland zur Wiederaufarbeitung nach Sellafield gebracht. Davon sind erst ein Zehntel aufgearbeitet worden. Bis 2004 sollen weitere 400 Tonnen deutschen Atomm\u00fclls nach Sellafield transportiert werden.<\/p>\n<p> <\/span> <span class=\"text\"><strong>Kontakt:<\/strong><br \/> Greenpeace Deutschland<\/span><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Team von Greenpeace-Mitarbeitern beginnt heute in der Irischen See mit Untersuchungen der radioaktiven Belastungen durch die britische Wiederaufarbeitungsanlage Sellafield. 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