{"id":76117,"date":"2021-11-08T18:11:40","date_gmt":"2021-11-08T17:11:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=76117"},"modified":"2021-11-09T09:53:10","modified_gmt":"2021-11-09T08:53:10","slug":"wenn-worte-das-klima-retten-wuerden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/76117\/wenn-worte-das-klima-retten-wuerden\/","title":{"rendered":"Wenn Worte das Klima retten w\u00fcrden"},"content":{"rendered":"\n<p><strong><strong>Klimakonferenzen haben etwas Unwirkliches. Seit fast einem halben Jahrhundert wird nun international an Konferenzen \u00fcber globalen Umwelt- und Klimaschutz gesprochen, w\u00e4hrend die klimazerst\u00f6renden Emissionen kontinuierlich ansteigen.<\/strong><\/strong><\/p>\n\n<p><\/p>\n\n<p>Die erste UN Weltumweltkonferenz fand 1972 mit Erw\u00e4hnung der Klimaproblematik statt. 20 Jahre sp\u00e4ter in Rio wurde die Rahmenkonvention der Vereinten Nationen \u00fcber Klimaver\u00e4nderungen (die UNFCCC) ins Leben gerufen, unter deren Flagge dann 1995 die erste &#171;Conference of the Parties&#187; oder COP stattfand. In Glasgow sind wir heute bei der 26. COP angelangt.&nbsp;<\/p>\n\n<p>Die COP sind seit je eine B\u00fchne f\u00fcr grosse Worte und Absichtserkl\u00e4rungen. Wir haben bereits viele gro\u00dfe Ank\u00fcndigungen geh\u00f6rt, aber zu viele Zusagen waren freiwillig und zu oft gibt es Schlupfl\u00f6cher. Auch die Schweizer Delegation beherrscht das Spiel in der Regel sehr gut und inszeniert sich gerne als Vork\u00e4mpferin und Schrittmacherin.<\/p>\n\n<p>Doch die Bilanz der Schweiz sieht nicht gut aus. Auch nach \u00fcber 25 Jahren COP k\u00f6nnen wir in der Schweiz im Inland nur marginale Emissionsreduktionen vorweisen. Und diese verdanken wir nicht etwa einer vorausschauenden Pionierrolle beim Klimaschutz, sondern gr\u00f6ssten Teils dem Nachvollzug technischer Entwicklungen und der Verlagerung energieintensiver Industrien ins Ausland. Schaut man unsere Pro-Kopf-Emissionen inklusive der Emissionen an, die in anderen L\u00e4ndern f\u00fcr die Herstellung unserer Konsumg\u00fcter verursacht werden, dann haben wir in 25 Jahren keine Reduktion der Emissionen erreicht.\u00a0<\/p>\n\n<p>Klar, es ist m\u00f6glich das alles als Fortschritt zu betrachten, wenn wir beispielsweise relative Vergleiche mit einer m\u00f6glichen Entwicklung ohne Ma\u00dfnahmen herbeiziehen oder uns mit L\u00e4ndern vergleichen, die deutlich h\u00f6here Emissionen pro Wirtschaftsleistung haben. Wenn das passiert, schaden Worte dem Klima mehr als sie helfen. Die Worte unserer Regierung und unseres Umweltministeriums, die uns glauben machen wollen, wir seien auf Kurs. Die uns vorrechnen, dass eine Absenkung der eigenen Emissionen auf netto Null bis 2050 gen\u00fcgend sei, um eine katastrophale Erw\u00e4rmung von mehr als 1.5\u00b0C abzuwenden.&nbsp;<\/p>\n\n<p>Damit wird behauptet, die reiche Schweiz k\u00f6nne sich am globalen Durchschnitt orientieren, um Teil der L\u00f6sung zu sein. Eine grotesker Versuch, wenn man bedenkt, dass wir massiv von der \u00dcbernutzung der Atmosph\u00e4re profitiert haben und uns in keinem anderen Bereich mit dem globalen Durchschnitt zufrieden geben. Man stelle sich nur vor: global durchschnittliche Hochschulen, durchschnittliche Steuern f\u00fcr Unternehmen, durchschnittliche Medizin, durchschnittliche Infrastrukturen mit durchschnittlichen Autos \u2013 die Liste ist endlos.&nbsp;<\/p>\n\n<p>Warum sollten wir uns also ausgerechnet bei der gr\u00f6ssten Bedrohung unserer Zukunft mit dem globalen Durchschnitt zufrieden geben? Ein Blick auf all die L\u00e4nder, die praktisch nichts zum Problem beigetragen haben, die aber aufgrund von D\u00fcrren oder enormen St\u00fcrmen schon heute heftige Folgen zu tragen haben, zeigt, wie radikal ungerecht das Gerede vom Durchschnitt ist.<\/p>\n\n<p>Wenn wir ein lebenswertes Klima gew\u00e4hrleisten wollen, m\u00fcssen wir s\u00e4mtliche Emissionen schnellstm\u00f6glich los werden \u2013 sowohl im Inland als auch im Ausland. <\/p>\n\n<p>Greenpeace ist an der COP26 mit einer kleinen Gruppe von Menschen pr\u00e4sent, um daran zu erinnern, dass reiche L\u00e4nder ihre Pflichten wahrnehmen m\u00fcssen. Wir erinnern daran, dass wir mit Buchhaltungstricks und dem Herumschieben von Verantwortung das Problem nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen.&nbsp;<\/p>\n\n<p>Die Worte der COP26 werden das Klima nicht retten. Doch vielleicht bewegen die vielen Worte, die an der COP gesprochen werden mehr Menschen dazu, sich daf\u00fcr einzusetzen, dass ihre Staaten endlich Regeln f\u00fcr einen effektiven Klimaschutz aufstellen. Dann k\u00e4men wir einen Schritt weiter, denn es sind Taten, nicht Worte, die uns weiter bringen.<\/p>\n\n<p><strong>Was muss die Schweiz f\u00fcr einen effektiven Klimaschutz tun?<\/strong> <strong><a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/75524\/cop26-die-schweiz-waescht-ihre-klimapolitik-gruen\/\">Hier<\/a> findest du unsere Forderungen an die Schweiz.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Klimakonferenzen haben etwas Unwirkliches. Seit fast einem halben Jahrhundert wird nun international an Konferenzen \u00fcber globalen Umwelt- und Klimaschutz gesprochen, w\u00e4hrend die klimazerst\u00f6renden Emissionen kontinuierlich ansteigen.<\/p>\n","protected":false},"author":99,"featured_media":76142,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_planet4_optimize_post_is_variant":false,"_planet4_optimize_experiment_name":"","_planet4_optimize_variant_name":"","ep_exclude_from_search":false,"p4_og_title":"","p4_og_description":"","p4_og_image":"","p4_og_image_id":"","p4_seo_canonical_url":"","p4_campaign_name":"not set","p4_local_project":"not set","p4_basket_name":"not set","p4_department":"","footnotes":""},"categories":[1],"tags":[50],"p4-page-type":[75],"gpch-article-type":[],"class_list":["post-76117","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-unkategorisiert","tag-klima","p4-page-type-story"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/76117","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/99"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=76117"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/76117\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/76142"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=76117"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=76117"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=76117"},{"taxonomy":"p4-page-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/p4-page-type?post=76117"},{"taxonomy":"gpch-article-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/gpch-article-type?post=76117"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}