{"id":7642,"date":"1997-12-09T00:00:00","date_gmt":"1997-12-08T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/7642\/akw-leibstadt-die-lage-spitzt-sich-dramatisch-zu\/"},"modified":"2019-05-30T08:11:22","modified_gmt":"2019-05-30T06:11:22","slug":"akw-leibstadt-die-lage-spitzt-sich-dramatisch-zu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/7642\/akw-leibstadt-die-lage-spitzt-sich-dramatisch-zu\/","title":{"rendered":"AKW Leibstadt: Die Lage spitzt sich dramatisch zu"},"content":{"rendered":"<p><b>Leibstadt am Ende? Die Zwischenlagerbecken des Atomkraftwerks Leibstadt sind randvoll. Ein vorzeitiger Brennelementwechsel in der Gr\u00f6ssenordnung des letzten Sommers w\u00fcrde eine vor\u00fcbergehende Stillegung zur Folge haben. Ein solcher Wechsel kann sich abzeichnen, nachdem gestern bekannt wurde, dass innert weniger Wochen bereits wieder neue Brennelemente Sch\u00e4den aufweisen. Greenpeace fordert die Stillegung des AKW.<\/b><\/p>\n<div>\n<p class=\"bodytext\"><span class=\"text\">Z\u00fcrich. Seit Jahren k\u00e4mpft die Kernkraftwerk Leibstadt AG (KKL) mit dem Problem von Brennelementsch\u00e4den. Dies f\u00fchrte nicht nur dazu, dass die Anlage unter einem erh\u00f6hten Sicherheitsrisiko gefahren wurde, sondern auch zur vorgezogenen Ersetzung eingesetzter Brennelemente. Unangenehmer Nebeneffekt: Die Kapazit\u00e4t der internen Abklingbecken sind schneller ausgelastet als geplant. Das AKW Leibstadt verf\u00fcgte laut Bundesrat Ende 1996 \u00fcber eine freie Lagerkapazit\u00e4t f\u00fcr 367 Brennelemente. Schon im September dieses Jahres wurden ganze 296 Brennelemente ausgewechselt. Fazit: Ein durch neu auftretende Sch\u00e4den bedingter Brennelementwechsel kann nicht vorgenommen werden und w\u00fcrde die Betreiber zu einer vor\u00fcbergehenden Stillegung der Anlage unter massiven finanziellen Verlusten zwingen. So ist der sichere Betrieb des Atomkraftwerks Leibstadt nicht mehr gew\u00e4hrleistet. Drohende finanzielle Einbussen f\u00fchren dazu, dass Sicherheitsaspekte str\u00e4flich vernachl\u00e4ssigt werden. Ein Zeugnis davon legte erneut die Hauptabteilung f\u00fcr die Sicherheit der Kernanlagen (HSK) ab: Die \u00d6ffentlichkeit wurde einmal mehr nicht \u00fcber die nach nur wenigen Wochen nach dem letzten Brennelementwechsel aufgetretenen neuen Sch\u00e4den informiert, ebensowenig \u00fcber die erh\u00f6hten radioaktiven Strahlenwerte im K\u00fchlkreislauf. Der lapidare Kommentar (w\u00f6rtlich) &#171;Ein H\u00fcllrohrdefekt kann halt einfach zu jedem Zeitpunkt auftreten, auch kurz nach dem Wiederanfahren&#187;, ist alles andere als vertrauenerweckend. Der HSK ist offenbar die Kontrolle der Werke entglitten, das Abfallmanagement der Atomindustrie vollends ausser Kontrolle. Die KKL wollte in diesem Winter mit dem Abtransport von abgebrannten Brennelementen in die Wiederaufarbeitungsanlagen beginnen. Der erste Transport erfolgte dann aber bereits im M\u00e4rz dieses Jahres. In der Antwort auf die Interpellation der Gr\u00fcnen Fraktion wies der Bundesrat darauf hin, dass eine AKW Gesellschaft die Option wahrnehmen wolle, \u00fcber die vertraglich festgelegten Mengen hinaus abgebranntes Brennmaterial in die Wiederaufarbeitung zu schicken. Dabei d\u00fcrfte es sich wiederum um die KKL handeln. So sollen die Wiederaufarbeitungsanlagen im Ausland nach wie vor als Zwischenlager-Notnagel der Schweizer Atomindustrie herhalten. Die damit verbundene massive Belastung von Mensch und Umwelt wird bedenkenlos in Kauf genommen. Die Wiederaufarbeitung muss endlich vom Tisch, wie Greenpeace bereits wiederholt forderte. Leibstadt ist unter den gegebenen Umst\u00e4nden stillzulegen. Ein klares Entsorgungskonzept mit demokratisch abgest\u00fctzter Basis kann nicht weiter hinausgeschoben werden.<\/p>\n<p> <\/span> <span class=\"text\"><strong>Kontakt:<\/strong><br \/> Wendel Hilti, Koordinator Atomkampagne 01 \/ 447 41 41<br \/><\/span><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Leibstadt am Ende? Die Zwischenlagerbecken des Atomkraftwerks Leibstadt sind randvoll. Ein vorzeitiger Brennelementwechsel in der Gr\u00f6ssenordnung des letzten Sommers w\u00fcrde eine vor\u00fcbergehende Stillegung zur Folge haben. 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