{"id":7674,"date":"1997-08-25T00:00:00","date_gmt":"1997-08-24T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/7674\/atomrecht-kennt-kein-menschenrecht\/"},"modified":"2019-05-30T08:12:17","modified_gmt":"2019-05-30T06:12:17","slug":"atomrecht-kennt-kein-menschenrecht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/7674\/atomrecht-kennt-kein-menschenrecht\/","title":{"rendered":"Atomrecht kennt kein Menschenrecht"},"content":{"rendered":"<p><b>Der Europ\u00e4ische Gerichtshof f\u00fcr Menschenrechte hat heute die Klage von 10 AnwohnerInnen gegen die Betriebsbewilligung des AKW M\u00fchleberg abgewiesen. F\u00fcr Greenpeace ist dieser Entscheid falsch und im Widerspruch zum Menschenrecht. Die Umweltorganisation wird sich im Kampf gegen die AKW zuk\u00fcnftig vermehrt den zur Verf\u00fcgung stehenden politischen Mitteln bedienen. So wird sich Greenpeace u.a. daf\u00fcr einsetzen, dass die in Vorbereitung befindlichen neuen Anti-Atom-Initiativen schnell lanciert werden und M\u00fchleberg aus sicherheitstechnischen Gr\u00fcnden abgestellt wird. Als begr\u00fcssenswert erachtet Greenpeace die heutige Stellungsnahme von Energieminister Moritz Leuenberger, der das Beschwerderecht in der anstehenden Revision der Atomgesetzgebung ausbauen will.<\/b><\/p>\n<div>\n<p class=\"bodytext\">Z\u00fcrich\/Strassburg. Der heute bekanntgegebene Entscheid des Gerichtshofes f\u00fcr Menschenrechte ist kaum nachvollziehbar und widerspricht der gesamten Argumentation, wie sie die Kommission und das Ministerkomitee im vorangegangenen Verfahren entwickelt hatten. Die Umweltorganisation Greenpeace nimmt zur Kenntnis, dass ihr in der Schweiz vorerst jeglicher Gang vor unabh\u00e4ngige Gerichte verwehrt bleibt. Greenpeace wird sich deshalb zuk\u00fcnftig im Widerstand gegen Atomanlagen in der Schweiz verst\u00e4rkt auf die politischen Mittel konzentrieren. So wird sich Greenpeace innnerhalb der Tr\u00e4gerorganisationen der neuen Anti-Atom-Initiativen &#171;Strom ohne Atom&#187; f\u00fcr die unverz\u00fcgliche Lancierung der Initiativen einsetzen. Damit ist gew\u00e4hrleistet, dass die in der Schweiz dringend notwendige Debatte \u00fcber den Ausstieg der Atomenergie auch wirklich stattfinden wird. Greenpeace konzentriert sich in der sicherheitstechnischen Diskussion weiterhin auf die konstruktiven M\u00e4ngel des AKW M\u00fchleberg und auf die zus\u00e4tzlichen Gefahren, welche sich aus der Alterung der Anlage und der Leistungssteigerung ergeben. Etliche Merkmale des AKW entsprechen nicht dem Stand von Neuanlagen. So fehlt die heute zum Standard geh\u00f6rende Mehrfachf\u00fchrung bei den Sicherheitseinrichtungen, und der Brandschutz bei zentralen Sicherheits- und Notsystemen ist mangelhaft. Seit 1990 weist die Anlage zudem schwerwiegende Korrosionssch\u00e4den \u00d8 sogenannte &#171;Kernmantelrisse&#187; \u00d8 auf, die aus Kostengr\u00fcnden nur mangelhaft repariert worden sind. Schliesslich verh\u00e4lt sich das AKW seit der Leistungssteigerung von 1993 in unvorhergesehener Weise und droht bei voller Leistung die betrieblichen Grenzwerte zu \u00fcberschreiten. Der Betrieb des AKW M\u00fchleberg ist auch nach dem bedauerlichen Strassburg-Entscheid nicht zu verantworten \u00d8 das AKW muss aus Sicherheits\u00fcberlegungen sofort stillgelegt werden.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Kontakt: Ueli M\u00fcller, Koordinator der Atomkampagne 01 \/ 447 41 41<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Europ\u00e4ische Gerichtshof f\u00fcr Menschenrechte hat heute die Klage von 10 AnwohnerInnen gegen die Betriebsbewilligung des AKW M\u00fchleberg abgewiesen. 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