{"id":7678,"date":"1997-09-11T00:00:00","date_gmt":"1997-09-10T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/7678\/skandalentscheid-des-bundesgerichts-keine-einsprachemoeglichkeit-gegen-gentech-soja\/"},"modified":"2019-05-30T08:12:22","modified_gmt":"2019-05-30T06:12:22","slug":"skandalentscheid-des-bundesgerichts-keine-einsprachemoeglichkeit-gegen-gentech-soja","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/7678\/skandalentscheid-des-bundesgerichts-keine-einsprachemoeglichkeit-gegen-gentech-soja\/","title":{"rendered":"Skandalentscheid des Bundesgerichts: Keine Einsprachem\u00f6glichkeit gegen Gentech-Soja"},"content":{"rendered":"<p><b>Das Schweizerische Bundesgericht verwehrt den gegen die Zulassung genmanipulierter Soja Beschwerde f\u00fchrenden Umwelt- und Konsumentenschutzorganisationen und Bioproduzenten die Beschwerdeberechtigung. Das oberste Gericht zieht sich dabei auf einen formaljuristischen Standpunkt zur\u00fcck und will nicht materiell auf die Bedenken eintreten. Dies, obschon eine \u00fcberw\u00e4ltigende Bev\u00f6lkerungsmehrheit in der Schweiz keine gentechnisch manipulierten Nahrungsmittel will. Und: Sogar die obersten Richter schliessen in ihrer Urteilsbegr\u00fcndung wortw\u00f6rtlich &#171;Gesundheitsgef\u00e4hrdungen (Allergenit\u00e4t, gef\u00e4hrdung durch \u00d6strogene)&#187; durch Gentech-Soja nicht aus.<\/b><\/p>\n<div>\n<p class=\"bodytext\"><span class=\"date\">Bern\/Z\u00fcrich. <\/span><span class=\"text\"> Die Argumentation des Bundesgerichts f\u00fcr das Nichteintreten auf die Beschwerde entbehrt nicht einer gewissen Ironie: &#171;Zwar hat an sich jeder Konsument ein Interesse daran, dass keine gesundheitsgef\u00e4hrdenden bzw. der Lebensmittelgesetzgebung widersprechenden Produkte auf den Markt kommen. Dies allein begr\u00fcndet aber keine hinreichende pers\u00f6nliche Betroffenheit&#187;, heisst es darin w\u00f6rtlich. Dies ist ein Schlag ins Gesicht der Schweizer Bev\u00f6lkerung, die sich mit allen demokratischen Mitteln seit Monaten gegen die Zwangsf\u00fctterung mit Gentech-Essen zur Wehr setzt. So wurde im letzten Dezember Bundesr\u00e4tin Ruth Dreifuss eine von 150&#8217;000 Schweizern und Schweizerinnen unterzeichnete Petition gegen den Import von genmanipulierten Lebens- und Futtermitteln \u00fcbergeben und s\u00e4mtliche Meinungsumfragen ergeben eine nicht nachlassende massive Ablehnung genmanipulierter Speisen. Seit 6. M\u00e4rz 1997 ist am Europ\u00e4ischen Patentamt ein Einspruch von Greenpeace h\u00e4ngig gegen das Patent f\u00fcr ebendiese Monsanto-Sojabohne, die nun endg\u00fcltig auch auf Schweizer Tellern landen soll. Durch die Nichtgew\u00e4hrung des Einspracherechts an Umwelt- und Konsumentensch\u00fctzerInnen, BioproduzentInnen, BauernvertreterInnen, Aerzte und Aerztinnen dr\u00fcckt sich das Bundesgericht um eine klare inhaltliche Stellungnahme auf welche die Schweizer Bev\u00f6lkerung ein Anrecht hat. Und es verweigert damit auch eine Offenlegung der h\u00f6chst umstrittenen Risikostudien des US-Chemie-Multis Monsanto auf denen die Zulassung seiner Gentech-Soja durch das Bundesamt f\u00fcr Gesundheit basierte. Greenpeace wird den Kampf f\u00fcr Genschutz nach diesem skandal\u00f6sen Entscheid noch intensivieren und alles daran setzen, dass die Schweizer Bev\u00f6lkerung von einer Gentechfood-Lawine verschont bleibt. Die Industrie, die bis anhin wegen der ablehnenden Haltung der Bev\u00f6lkerung mit der Einf\u00fchrung von Gentech-Lebensmitteln z\u00f6gert, kann mit einer klaren Ablehnung sogenannter GVO-Produkte weiterhin gebremst werden. Greenpeace fordert die Bundesbeh\u00f6rden auf, die l\u00e4ngst abstimmungsreife und auf Druck der milliardenschweren Gentech-Lobby verschleppten Genschutz-Initiative endlich zur Abstimmung zu bringen und so dem Schweizer Volk die M\u00f6glichkeit geben, mit einem Ja zur Initiative genmanipulierte Nahrungsmittel ein f\u00fcr allemal aus den Ladenregalen zu verbannen.<\/p>\n<p>                               <\/span><br \/>\n<span class=\"text\"><strong>Kontakt:<\/strong><br \/>   Bruno Heinzer, Koordinator der Genschutz-Kampagne 01 \/ 447 41 41<\/span><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Schweizerische Bundesgericht verwehrt den gegen die Zulassung genmanipulierter Soja Beschwerde f\u00fchrenden Umwelt- und Konsumentenschutzorganisationen und Bioproduzenten die Beschwerdeberechtigung. 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