{"id":7688,"date":"1997-06-25T00:00:00","date_gmt":"1997-06-24T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/7688\/greenpeace-aktion-deckt-geheime-medienattacke-der-gentech-industrie-auf\/"},"modified":"2019-05-30T08:12:38","modified_gmt":"2019-05-30T06:12:38","slug":"greenpeace-aktion-deckt-geheime-medienattacke-der-gentech-industrie-auf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/7688\/greenpeace-aktion-deckt-geheime-medienattacke-der-gentech-industrie-auf\/","title":{"rendered":"Greenpeace-Aktion deckt geheime Medienattacke der Gentech-Industrie auf"},"content":{"rendered":"<p><b>Greenpeace-AktivistInnen aus ganz Europa, darunter 9 SchweizerInnen, f\u00fcllten heute morgen um 8 Uhr mit einer Lastwagenladung Sojabohnen den Eingang des RAI-Kongresszentrums, wo der erste Europ\u00e4ische Bio-Industrie-Kongress stattfinden sollte. Dort wollten die f\u00fchrenden Gentech-Unternehmen Europas &#8211; unter ihnen auch die &#171;Eidgenossen&#187; Novartis, Nestl\u00e9 und Roche &#8211; unter Ausschluss der \u00d6ffentlichkeit eine gigantischer PR-Strategie durch gezielte Medienattacken diskutieren und starten, um den Widerstand der europ\u00e4ischen KonsumentInnen gegen genmanipulierte Lebensmittel zu brechen.<\/b><\/p>\n<div>\n<p class=\"bodytext\"><span class=\"date\">Amsterdam. <\/span><span class=\"text\"> Was die VertreterInnen der 37 weltgr\u00f6ssten Gentech-Konzerne und Lebensmittel-Multis an ihrem bis morgen dauernden EuropaBio-Kongress besprechen, sollten die JournalistInnen und Medien auf keinen Fall erfahren. Denn das Thema ist brisant: Ein umfangreiches Strategiepapier des US-amerikanischen PR-Riesen Burson Marsteller legt detailliert dar, wie die Medien dazu gebracht werden sollen, \u00fcber Gentech-Lebensmittel positiv zu berichten. Dieses Greenpeace zugespielte Dokument verr\u00e4t, dass vor allem Radiostationen bearbeitet werden sollen, da diese den Umweltorganisationen eine weniger gute Plattform b\u00f6ten als etwa das Fernsehen. Das PR-Strategiepapier gibt einerseits f\u00fcr eine 30 Wochen dauernde Medienattacke einen genauen Zeitplan, andererseits aber auch handfeste Tips, wie die Firmen auftreten und argumentieren sollen. So wird den Gentech-Multis Monsanto, Novartis &amp; Co geraten, sich stark zur\u00fcckzuhalten und daf\u00fcr den Markenartikel-Herstellern (z.B. Nestl\u00e9, Danone, Unilever) und Einzelhandelsketten die Plattform zu \u00fcberlassen. Dies, da die KonsumentInnen &#8211; wenn \u00fcberhaupt &#8211; den Marken vertrauen, bei den grossen Chemiemultis das Profitstreben jedoch zu stark zum Ausdruck komme. Die Markenartikelhersteller und Einzelh\u00e4ndler sollen dar\u00fcber hinaus als unabh\u00e4ngig von den Gentech-Multis wahrgenommen werden; die KonsumentInnen sollen glauben, sie h\u00e4tten sich aus freiem Willen f\u00fcr genmanipulierte Lebensmittel entschieden. Dabei haben erst k\u00fcrzlich f\u00fchrende EuropaBio-Mitglieder wie Novartis, Monsanto und AgrEvo US-Pr\u00e4sident Clinton per Brief gedr\u00e4ngt, Europa mit Handelssanktionen zu bestrafen, falls es irgendwelche Hindernisse (Trennung oder Kennzeichnung) f\u00fcr genmanipulierte Landwirtschaftsprodukte in Betracht ziehen sollte! Greenpeace ist der festen \u00dcberzeugung, dass die europ\u00e4ischen JournalistInnen, aber auch die ZeitungsleserInnen, Radioh\u00f6rerInnen und FernsehzuschauerInnen vom geplanten Grossangriff auf die unabh\u00e4ngige Berichterstattung wissen m\u00fcssen. Die US-Firma Burson Marsteller ist zudem kein Leichtgewicht: So hat sie 1984 dem US-Multi Union Carbide nach der Chemie-Katastrophe in Bhopal (Indien) aus der Imagekrise geholfen, im Auftrag der englischen &#171;Meat and Livestock Commission&#187; im Rahmen der BSE-Krise Deutschland mit falschen Facts bearbeitet, damit es wieder britisches Rindfleisch importiere, und auch dem amerikanischen Silikon-Implantathersteller Dow im Kampf gegen die unz\u00e4hligen Klagen schmerzgepeinigter Silikon-Opfer geholfen. Greenpeace verurteilt diese millionenschwere Desinformationskampagne und fordert eine wirkliche Wahl f\u00fcr die KonsumentInnen, ob sie Gentech-Food wollen oder nicht.<\/p>\n<p>                               <\/span><br \/>\n<span class=\"text\"><strong>Kontakt:<\/strong><br \/>   Bruno Heinzer, Koordinator der Genschutz-Kampagne 01 \/ 447 41 41<br \/><\/span><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Greenpeace-AktivistInnen aus ganz Europa, darunter 9 SchweizerInnen, f\u00fcllten heute morgen um 8 Uhr mit einer Lastwagenladung Sojabohnen den Eingang des RAI-Kongresszentrums, wo der erste Europ\u00e4ische Bio-Industrie-Kongress stattfinden sollte. 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