{"id":77137,"date":"2021-11-16T06:31:55","date_gmt":"2021-11-16T05:31:55","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=77137"},"modified":"2021-12-08T10:30:12","modified_gmt":"2021-12-08T09:30:12","slug":"das-recht-zu-reparieren-umweltpolitischer-ansatz-mit-grosser-unterstuetzung-in-der-schweizer-bevoelkerung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/77137\/das-recht-zu-reparieren-umweltpolitischer-ansatz-mit-grosser-unterstuetzung-in-der-schweizer-bevoelkerung\/","title":{"rendered":"Das Recht zu Reparieren: umweltpolitischer Ansatz mit grosser Unterst\u00fctzung in der Schweizer Bev\u00f6lkerung"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Die derzeitige Umweltkrise ist eine direkte Folge der \u00fcberm\u00e4ssigen Ausbeutung von Ressourcen und der \u00dcberproduktion von Abf\u00e4llen. Eine <\/strong><a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2021\/12\/b52f881b-reparaturrecht_greenpeace_de_20211208.pdf\"><strong>Umfrage von gfs-z\u00fcrich<\/strong><\/a><strong> im Vorfeld des diesj\u00e4hrigen Black Friday zeigt jedoch: Die Schweizer Bev\u00f6lkerung will mehr ihrer defekten Ger\u00e4te und Gegenst\u00e4nde reparieren oder reparieren lassen, anstatt neue zu kaufen. Verschiedene Schwierigkeiten verhindern jedoch Reparaturen: 76 Prozent der Befragten verweisen auf die hohen Kosten und 72 Prozent auf die technische Unm\u00f6glichkeit (fehlende Ersatzteile usw.). Greenpeace Schweiz fordert deshalb die Einf\u00fchrung eines Rechts zu Reparieren. Jede:r soll selbst entscheiden k\u00f6nnen, wo, zu welchem Preis und in welchem Umfang ein defekter Gegenstand repariert werden soll.<\/strong><\/p>\n\n<p>Der Black Friday mit seinen zahlreichen Sonderangeboten ist zu einem Symbol des \u00dcberkonsums unserer Gesellschaft geworden. In einem System, in dem alles st\u00e4ndig durch etwas Neues ersetzt wird, scheint die Reparatur in Vergessenheit geraten zu sein. Trotz ihres verstaubten Images sind Reparaturen eine zukunftstr\u00e4chtige L\u00f6sung. Sie verl\u00e4ngern die Lebensdauer eines Gegenstandes und vermeiden so den Einsatz neuer Ressourcen; zugleich reduzieren sie Abfall. Dieser Ansatz bildet das Herzst\u00fcck der Kreislaufwirtschaft, die sich in unserem Land zu oft auf das Recycling beschr\u00e4nkt, das seine Grenzen erreicht hat.&nbsp;<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Grosse Schweizer Unterst\u00fctzung f\u00fcr Reparaturen<\/strong><\/h2>\n\n<p>Eine repr\u00e4sentative Umfrage des Instituts gfs-z\u00fcrich vom Oktober zeigt, dass die Schweizer Bev\u00f6lkerung ihre defekten Konsumg\u00fcter vermehrt reparieren will. Unabh\u00e4ngig von der Kategorie zeigen die Befragten eine hohe Bereitschaft, mehr zu reparieren (Uhren und Schmuck: 87 Prozent; M\u00f6bel: 75 Prozent; Haushaltsger\u00e4te: 70 Prozent; Smartphones: 69 Prozent; Kleidung und Schuhe: 56 Prozent; Spielzeug: 52 Prozent).&nbsp;<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Hindernisse und m\u00f6gliche Massnahmen<\/strong><\/h2>\n\n<p>Ist das Reparieren ein neuer Trend? Noch erschweren verschiedene Hindernisse den Zugang zu Reparaturen. 76 Prozent der Befragten nannten die hohen Kosten als Argument gegen Reparaturen. An zweiter Stelle, mit 72 Prozent Zustimmung, stehen technische Hindernisse: von mangelnden Ersatzteilen oder Spezialwerkzeug \u00fcber die Verwendung von Klebstoff, der es verunm\u00f6glicht, ein Ger\u00e4t zu \u00f6ffnen. Ausserdem ist es aufw\u00e4ndig, eine Reparatur zu organisieren (56 Prozent): einen Dienstleister zu suchen, das Ger\u00e4t zu bringen und wieder abzuholen ist zeitaufw\u00e4ndiger, als die einfache Online-Bestellung eines neuen Ger\u00e4ts.<\/p>\n\n<p>Als direkte Folge dieser Hindernisse bef\u00fcrwortet die Mehrheit der Befragten Massnahmen, die die Reparierbarkeit von Produkten f\u00f6rdern. 93 Prozent sprechen sich daf\u00fcr aus, dass Ersatzteile f\u00fcr mindestens zehn Jahre nach dem Kauf erh\u00e4ltlich sein sollten. Diesbez\u00fcglich hat die Schweiz einen ersten Schritt gemacht und f\u00fcr sechs Produktgruppen Bestimmungen aus der Europ\u00e4ischen Union \u00fcbernommen, die Hersteller:innen und H\u00e4ndler:innen dazu verpflichten, die Verf\u00fcgbarkeit von Ersatzteilen zu garantieren. 94 Prozent sprechen sich f\u00fcr eine finanzielle Unterst\u00fctzung von Reparaturen aus, und 91 Prozent sind der Meinung, dass Hersteller.innen und H\u00e4ndler:innen verpflichtet werden sollten, reparierbare Ger\u00e4te auf den Markt zu bringen. Hier gibt es in der Schweiz keine gesetzliche Regelung, so dass das Land im europ\u00e4ischen Vergleich hinterherhinkt. Tats\u00e4chlich gaben 88 Prozent der Befragten an, dass sie bereit w\u00e4ren, mehr f\u00fcr ein Ger\u00e4t oder einen Gegenstand zu bezahlen, wenn sie sicher w\u00e4ren, dass es repariert werden kann. Diese Zustimmung spricht f\u00fcr eine Deklaration der Reparierbarkeit, die f\u00fcr die Konsument:innen ersichtlich macht, inwiefern ein Produkt reparierbar ist.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Das Recht zu Reparieren<\/strong><\/h2>\n\n<p>Die Ergebnisse der repr\u00e4sentativen Umfrage zeigen, dass eine breite \u00d6ffentlichkeit \u00c4nderungen im Reparaturbereich unterst\u00fctzt. Die Schweiz hat im internationalen Vergleich einen sehr hohen \u00f6kologischen Fussabdruck. Die Verl\u00e4ngerung der Lebensdauer von Konsumg\u00fctern leistet daher einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz. \u00abDie Reparatur unserer Gegenst\u00e4nde und Ger\u00e4te ist eine der L\u00f6sungen zur Verl\u00e4ngerung ihrer Lebensdauer. Sie ist ein elementarer Pfeiler der Kreislaufwirtschaft, mit der wir versuchen, den Ressourcen- und Energieverbrauch zu reduzieren. Wir fordern alle Akteure des Systems auf, ein Recht zu Reparieren zu gew\u00e4hrleisten und damit einen wichtigen Beitrag zu dieser Kreislaufwirtschaft zu leisten. Das allein w\u00e4re schon ein grosser Fortschritt im Umgang mit unseren Ressourcen\u00bb, sagt Barbara Wegmann, Zero-Waste-Expertin von Greenpeace Schweiz.&nbsp;<\/p>\n\n<p>Greenpeace Schweiz lanciert daher eine neue Kampagne f\u00fcr die Einf\u00fchrung eines Rechts zu Reparieren und fordert die Politik, die Hersteller:innen und die H\u00e4ndler:innen von Produkten auf,&nbsp;<\/p>\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>reparierbare Produkte auf den Markt zu bringen,<\/li><li>den Zugang zu Ersatzteilen und technischen Informationen sicherzustellen und<\/li><li>eine Kultur der Reparierbarkeit zu f\u00f6rdern.<\/li><\/ul>\n\n<p>Greenpeace fordert, dass das Recht zu Reparieren in die Revision des Umweltschutzgesetzes aufgenommen wird, die Anfang November von der Umweltkommission des Nationalrates in die Vernehmlassung geschickt wurde. Diese \u00dcberarbeitung soll die Grundlagen f\u00fcr eine Kreislaufwirtschaft schaffen und damit Ver\u00e4nderungen in der Ressourcen- und Abfallwirtschaft herbeif\u00fchren.&nbsp;<\/p>\n\n<p>Die \u00d6ffentlichkeit ist eingeladen, die <a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/handeln\/erhebe-deine-stimme-fuer-das-recht-zu-reparieren\/\">Petition<\/a> zu unterzeichnen, um unsere Forderungen zu unterst\u00fctzen. Wenn bewusstes Konsumieren (\u00abBrauche ich das wirklich?\u00bb) der erste Schritt ist, um dem \u00dcberkonsum entgegenzuwirken, ist Reparieren ein wichtiger Hebel, um von der Wegwerfkultur wegzukommen und Produkte wieder mehr wertzusch\u00e4tzen.&nbsp;<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Weitere Informationen<\/strong><\/h2>\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2021\/12\/b52f881b-reparaturrecht_greenpeace_de_20211208.pdf\">Analyse der Umfrageergebnisse<\/a><\/li><li><a href=\"https:\/\/media.greenpeace.org\/CS.aspx?VP3=SearchResult&amp;ALID=27MDHUW0WKYH\">Fotos<\/a><\/li><\/ul>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Kontakte<\/strong><\/h2>\n\n<p>Barbara Wegmann, Zero-Waste-Expertin von Greenpeace Schweiz<br>+41 79 331 60 82, <a href=\"mailto:barbara.wegmann@greenpeace.org\">barbara.wegmann@greenpeace.org<\/a>&nbsp;<\/p>\n\n<p>Michelle Sandmeier, Mediensprecherin f\u00fcr Zero Waste von Greenpeace Schweiz<br>+41 44 447 41 86, <a href=\"mailto:michelle.sandmeier@greenpeace.org\"><meta charset=\"utf-8\">michelle.sandmeier@greenpeace.org<\/a>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die derzeitige Umweltkrise ist eine direkte Folge der \u00fcberm\u00e4ssigen Ausbeutung von Ressourcen und der \u00dcberproduktion von Abf\u00e4llen. 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