{"id":7758,"date":"1996-12-19T00:00:00","date_gmt":"1996-12-18T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/7758\/sojazulassung-skandalentscheid-im-windschatten-der-europaeischen-union\/"},"modified":"2019-05-30T08:14:31","modified_gmt":"2019-05-30T06:14:31","slug":"sojazulassung-skandalentscheid-im-windschatten-der-europaeischen-union","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/7758\/sojazulassung-skandalentscheid-im-windschatten-der-europaeischen-union\/","title":{"rendered":"Sojazulassung: Skandalentscheid im Windschatten der Europ\u00e4ischen Union"},"content":{"rendered":"<p><b>Die Zulassung von gentechnisch manipulierter Soja in der Schweiz ist ein Schlag ins Gesicht der KonsumentInnen und des Umweltschutzes. Die Risiken sind zu wenig erforscht, und die von der Lieferfirma Monsanto vorgelegten Risikoabsch\u00e4tzungen nachweislich l\u00fcckenhaft. In der Schweiz ist eine \u00fcberw\u00e4ltigende Mehrheit der Bev\u00f6lkerung gegen gentechnisch manipulierte Nahrungsmittel. Das Bundesamt f\u00fcr Gesundheit BAG ist seinen Namen nicht mehr wert. Der heute publizierte Entscheid ist ein j\u00e4mmerlicher Kniefall vor der Chemieindustrie. Das BAG stellt sich damit in den Windschatten des EU-Entscheides dieser Woche, genmanipulierten Mais zuzulassen.<\/b><\/p>\n<div>\n<p class=\"bodytext\">Z\u00fcrich\/Bern. Der heute vom Bundesamt f\u00fcr<br \/>\nvermeintliche Gesundheit vorgelegte Entscheid ist eine weitere<br \/>\nEtappe einer Skandalchronik: Die technische Verordnung zur<br \/>\nZulassung genmanipulierter Nahrungsmittel &#8211; die gesetzliche<br \/>\nGrundlage f\u00fcr den heute bekanntegebenen Entscheid &#8211; ist \u00fcberhaupt<br \/>\nerst seit wenigen Tagen in Kraft. Und erst nachdem Greenpeace ein<br \/>\nmit nachweislich genmanipulierter Soja beladenes Schiff in Weil am<br \/>\nRhein bei Basel aufgehalten hatte (12.12.96), wurde den<br \/>\nBundesbeh\u00f6rden bewusst, dass f\u00fcr Futtermittel-Soja (also etwa f\u00fcr<br \/>\ndie Ladung des in Weil gestoppten Schiffes) das Bundesamt f\u00fcr<br \/>\nLandwirtschaft BLW &#8211; und nicht das BAG &#8211; zust\u00e4ndig ist. Das BAG war<br \/>\nalso von Anbeginn \u00fcberfordert mit der Zulassung der Gentech-Soja.<br \/>\nSein Entscheid, die f\u00fcr das Unkrautvertilgungsmittel &#171;Roundup&#187;<br \/>\nresistent gemachte Soja des US-Chemiemultis Monsanto zuzulassen,<br \/>\nberuht auf unzul\u00e4nglichen Grundlagen: das BAG tat kund, lediglich<br \/>\ndie f\u00fcr die Zulassung in den USA und in der EU eingereichten Akten<br \/>\nsowie weitere Unterlagen der Herstellerfirma Monsanto studieren zu<br \/>\nwollen. Auf deren Unvollst\u00e4ndigkeit haben Mediziner des<br \/>\ninternationalen Umwelt\u00e4rzteverbandes vor einem Monat bereits<br \/>\nhingewiesen. Dass die Unterlagen der Herstellerfirma, die sich die<br \/>\nsatten Gewinne einstreichen darf, die Gentech-Sojabohne als<br \/>\nunbedenklich einstufen, kann nicht \u00fcberraschen. Noch immer wartet<br \/>\nGreenpeace auf Tests, die allf\u00e4llige Langzeitsch\u00e4den beim Genuss<br \/>\ngenmanipulierter Nahrungsmittel pr\u00fcfen k\u00f6nnten. Das BAG hatte sich<br \/>\nbereits einmal get\u00e4uscht, als es orakelte, BSE sei unter keinen<br \/>\nUmst\u00e4nden auf den Menschen \u00fcbertragbar. Sollte sich in zehn Jahren<br \/>\nherausstellen, dass genmanipulierte Futter- und Lebensmittel<br \/>\nlangzeitsch\u00e4den verursachen, ist Monsanto fein &#8218;raus: jegliche<br \/>\nHaftpflicht wird dann erloschen sein. Die Kosten f\u00fcr<br \/>\nGesundheitsch\u00e4den d\u00fcrfen dann wohl die Krankenkassen \u00fcbernehmen.<br \/>\nGreenpeace ist gegen diesen weltweiten Menschenversuch mit<br \/>\ngenmanipulierter Soja. Diesem Nahrungsmittel kann kaum ausgewichen<br \/>\nwerden, da es in rund zwei Dritteln aller Lebensmittel vorkommt<br \/>\n(als Bindemittel Lecithin, als \u00d6l oder Eiweiss). Selbst die vom BAG<br \/>\nverlangte Deklaration erm\u00f6glicht es den KonsumentInnen nicht, der<br \/>\nGentech-Soja auszuweichen, muss doch z.B. das aus genmanipulierter<br \/>\nSoja gewonnene \u00d6l nicht deklariert werden, da kein genetisches<br \/>\nMaterial nachweisbar ist.<\/p>\n<p><strong>Kontakt:<\/strong><\/p>\n<p>Stefan Weber, Koordinator Genschutz-Kampagne, 01 \/ 447 41 41<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Zulassung von gentechnisch manipulierter Soja in der Schweiz ist ein Schlag ins Gesicht der KonsumentInnen und des Umweltschutzes. 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