{"id":77685,"date":"2021-11-23T10:48:35","date_gmt":"2021-11-23T09:48:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=77685"},"modified":"2021-12-06T13:11:04","modified_gmt":"2021-12-06T12:11:04","slug":"klimafreundliche-landwirtschaft-hafermilch-aus-der-schweiz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/77685\/klimafreundliche-landwirtschaft-hafermilch-aus-der-schweiz\/","title":{"rendered":"Klimafreundliche Landwirtschaft: Hafermilch aus der Schweiz"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Urs Marti und Leandra Brusa sind Pionier:innen der Schweizer Hafermilch. Die beiden erz\u00e4hlen, wieso sie schon fr\u00fch auf die Produktion von pflanzlichen Nahrungsmitteln umgestiegen sind und welche Herausforderungen sich ihnen heute stellen. Mit ihrem Beispiel wollen sie aufzeigen, dass die Schweizer Landwirtschaft klimafreundlicher und unabh\u00e4ngiger sein kann. Deshalb haben sich die beiden f\u00fcr den Prix Climat beworben, einer Preisverleihung der Klima-Allianz f\u00fcr innovative und klimafreundliche Landwirt:innen.&nbsp;&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n<p>Urs Marti ist auf dem Biohof H\u00fcbeli im Berner Seeland gross geworden. Fr\u00fcher betrieben seine Eltern Ackerbau, nutzten die K\u00fche f\u00fcr die Fleisch- und Milchproduktion. Seit der \u00dcbernahme des Hofes von Urs\u2019 Eltern hat sich einiges ge\u00e4ndert. Statt Fleisch produzieren Urs Marti und Leandra Brusa nun Linsen. Statt an Tiere zu verf\u00fcttern, verarbeiten sie ihren Mais weiter zu Polenta. Bekannt geworden ist ihr Hof aber durch ihre eigene Hafermilch. \u00abSchon lange trinken wir gerne und oft Hafermilch. Da es aber unm\u00f6glich war unser Lieblingsgetr\u00e4nk aus Schweizer Hafer zu finden, haben wir uns entschieden, das selbst in die Hand zu nehmen\u00bb, erkl\u00e4rt der ehemalige Primarlehrer Urs.&nbsp;<\/p>\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<lite-youtube style=\"background-image: url('https:\/\/i.ytimg.com\/vi\/CapzN6fMwnQ\/hqdefault.jpg');\" videoid=\"CapzN6fMwnQ\" params=\"rel=0&#038;enablejsapi=1&#038;origin=https%3A%2F%2Fwww.greenpeace.ch&#038;cc_load_policy=1\"><\/lite-youtube>\n<\/div><\/figure>\n\n<p>Urs und Leandra sind mit diesem Ansatz zu Pionier:innen der Schweizer Landwirtschaft geworden &#8211; einem Sektor der mit 14 % (vgl. <a href=\"https:\/\/www.bafu.admin.ch\/bafu\/de\/home\/themen\/klima\/zustand\/daten\/treibhausgasinventar\/landwirtschaft.html\">BAFU<\/a>) f\u00fcr einen substantiellen Teil der Schweizer Treibhausgasemission verantwortlich ist. Die Landwirtschaft ist damit nach Verkehr, Industrie und Haushalten die viertgr\u00f6sste Verursacherin von Treibhausgasen. Knapp die H\u00e4lfte der Treibhauswirkung macht das Methan (CH4) aus der Nutztierhaltung aus, ein Drittel der Wirkung f\u00e4llt auf das Lachgas (N2O), das den landwirtschaftlichen B\u00f6den und bei der Hofd\u00fcngerlagerung entweicht. Der Rest entf\u00e4llt auf Kohlendioxid (CO2), das unter anderem aus den B\u00f6den entweicht (Humusabbau) und bei der Kunstd\u00fcngerproduktion ensteht.&nbsp;<\/p>\n\n<p>Auch deshalb&nbsp; haben sich Urs und Leandra f\u00fcr die Produktion von pflanzlichen Nahrungsmitteln entschieden.&nbsp; \u00abHafermilch ist die nachhaltigste Alternative zu Kuhmilch auf unseren Breitengraden\u00bb erkl\u00e4ren die beiden. Wenn die Landwirtschaft der steigenden Nachfrage nach pflanzenbasierten Proteinen entgegenkommt, kann sie massgeblich zur Senkung des CO2-Austosses beitragen und zugleich den Selbstversorgungsgrad der Schweiz auf bis zu 80 Prozent steigern (vgl. <a href=\"https:\/\/www.wwf.ch\/de\/projekte\/unser-engagement-fuer-eine-umweltvertraegliche-landwirtschaft\">WWF<\/a>).&nbsp;<\/p>\n\n<p>Aber nicht nur ihre eigene Vorliebe und ihre Verbindung zur Natur haben Leandra und Urs zu einer Umstellung bewegt: \u00abHafer w\u00e4chst hier sehr gut, ist sehr robust und braucht nicht viel D\u00fcnger. Zudem passt Hafer ideal in die Fruchtfolge: in drei aufeinander folgenden Jahren kann ich Speisehafer auss\u00e4en\u00bb, erkl\u00e4rt Landwirt Urs.&nbsp;<\/p>\n\n<p>Dass sie mit ihrem Ansatz den Nerv der Zeit getroffen haben, stellt die beiden vor logistische Probleme. Zwar werden immer noch 70% des Schweizerischen Landwirtschaftsfl\u00e4che f\u00fcr Futtermittel verwendet. Doch die Nachfrage nach mehr pflanzlichen Alternativen zu Milch- und Fleischprodukten sei schon seit l\u00e4ngerem da \u2013 nur das entsprechende Produkt habe gefehlt. Da Urs und Leandra f\u00fcr 250 Liter Hafermilch zwei ganze Tage besch\u00e4ftigt sind, ist es ihnen momentan nicht m\u00f6glich, all die L\u00e4den zu beliefern, die ihr Produkt anbieten m\u00f6chten. Dass nun auch grosse Produzenten Schweizer Hafermilch auf den Markt bringen, ist f\u00fcr die beiden eine zus\u00e4tzliche Herausforderung. \u00abUnser prim\u00e4res Ziel f\u00fcr die Zukunft, ist dass wir uns auf dem Schweizer Haferdrink-Markt halten k\u00f6nnen. Da wir mengenm\u00e4ssig nie mit Grosskonzernen mithalten k\u00f6nnen, fokussieren wir uns auf unsere St\u00e4rke &#8211; den \u00f6kologischen Aspekt. Neben dem Grundrezept haben wir nun auch einen Barista Haferdrink kreiert, da dies dem Bed\u00fcrfnis vieler Kunden entspricht\u00bb, erz\u00e4hlt die gelernte Polygrafin Leandra, die f\u00fcr die Rezeptur der Hafermilch zust\u00e4ndig ist.<\/p>\n\n<p><br>Urs und Leandra arbeiten indes weiter an ihrer Vision einer klimafreundlichen Landwirtschaft. Momentan fahren auf dem Biohof H\u00fcbeli noch Diesel-Traktoren. Ihr Ziel ist aber von den fossilen Brennstoffen wegzukommen. Ein Umbau des Traktors, damit dieser elektrisch betrieben werden kann, sei aber momentan noch zu teuer, verk\u00fcndet Urs schliesslich.<\/p>\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Prix Climat<\/h2>\n\n<p>Neben Urs und Leandra pr\u00e4sentieren 5 weitere Finalist:innen ihre Ans\u00e4tze im Rahmen des <a href=\"https:\/\/www.prixclimat.ch\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Prix Climat<\/a>. <\/p>\n\n<p>Wer mit seinem\/ihrem innovativen Ansatz am meisten \u00fcberzeugt, zeigt sich im M\u00e4rz 2022: Dann n\u00e4mlich k\u00fcrt die ganze Schweiz mittels Online Voting und eine Fachjury an einer Preisverleihung den\/die Gewinner:in mit dem Prix Climat.<\/p>\n\n<p><\/p>\n\n<p><strong>Mehr Infos zum Prix Climat gibt es <a href=\"https:\/\/www.prixclimat.ch\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">hier<\/a>.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Blick in die Westschweiz zeigt, wie urbane Gebiete f\u00fcr nachhaltige und soziale Landwirtschaft genutzt werden kann.<\/p>\n","protected":false},"author":99,"featured_media":77695,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_planet4_optimize_post_is_variant":false,"_planet4_optimize_experiment_name":"","_planet4_optimize_variant_name":"","ep_exclude_from_search":false,"p4_og_title":"","p4_og_description":"","p4_og_image":"","p4_og_image_id":"","p4_seo_canonical_url":"","p4_campaign_name":"not set","p4_local_project":"not set","p4_basket_name":"not set","p4_department":"","footnotes":""},"categories":[1],"tags":[33],"p4-page-type":[75],"gpch-article-type":[],"class_list":["post-77685","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-unkategorisiert","tag-ernaehrung","p4-page-type-story"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/77685","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/99"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=77685"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/77685\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/77695"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=77685"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=77685"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=77685"},{"taxonomy":"p4-page-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/p4-page-type?post=77685"},{"taxonomy":"gpch-article-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/gpch-article-type?post=77685"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}