{"id":7796,"date":"1996-10-22T00:00:00","date_gmt":"1996-10-21T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/7796\/bkw-beweisen-wie-photovoltaik-nicht-funktioniert\/"},"modified":"2019-05-30T08:15:33","modified_gmt":"2019-05-30T06:15:33","slug":"bkw-beweisen-wie-photovoltaik-nicht-funktioniert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/7796\/bkw-beweisen-wie-photovoltaik-nicht-funktioniert\/","title":{"rendered":"BKW beweisen, wie Photovoltaik nicht funktioniert"},"content":{"rendered":"<p><b>Eine falsch konzipierte und schlecht funktionierende Photovoltaikanlage \u2013 das &#171;Testzentrum&#187; auf dem Mont Soleil \u2013 dienen den Bernischen Kraftwerke (BKW) als Argument, an der Kernenergie festzuhalten. Das Solarkraftwerk ob St. Imier liefert nicht das Erwartete. Wie am Grimsel setzen die BKW auch auf dem Mont Soleil Stromproduktion mit Landzerst\u00f6rung gleich.<\/b><\/p>\n<div>\n<p class=\"bodytext\">Z\u00fcrich. Die Gesellschaft Mont-Soleil, der Verband Schweizerischer Elektrizit\u00e4tswerke und das Eidgen\u00f6ssische Verkehrs- und Energiewirtschaftsdepartement laden zu einer &#171;Standortbestimmung&#187; der Photovoltaik ein &#8211; ausgerechnet ins &#171;internationale Testzentrum Mont Soleil&#187;. Dieses Solarkraftwerk auf der gr\u00fcnen Wiese ist nur zu etwas gut: Es zeigt, wie Solarstrom gerade nicht gewonnen werden soll. Die Vermutung dr\u00e4ngt sich auf, dass die Anlage schlecht konzipiert wurde: Die ABB als Lieferantin des Inverters hat kaum Erfahrungen mit dieser Technik. Pro installierte Kilowatt (Peak) liefert die Anlage nur etwa 950 Kilowattstunden j\u00e4hrlich. Im Vergleich: Die Module an der L\u00e4rmschutzwand der N13 bei Domat\/Ems kommen trotz vergleichsweise ung\u00fcnstiger Lage und Ausrichtung auf 1031 kWh\/kWp. Der Standort auf der gr\u00fcnen Wiese, massive Betonfundamente und Stahlkonstruktionen machen die Anlage zudem ungew\u00f6hnlich teuer: Mont-Soleil hat 8,4 Millionen Franken gekostet &#8211; das sind 16&#8217;800 Fr. pro Kilowatt. Die heutigen Marktpreise liegen zwischen 12&#8217;000 und 14&#8217;000 Franken. Offensichtlich geht es den Mont-Soleil-Betreibern gar nicht darum, m\u00f6glichst effiziente Solartechnik zu erproben. Den Bernischen Kraftwerken dient das misslungene Werk als &#171;Beweis&#187;, dass erneuerbare Energien (ausser Wasserkraft) keine nennenswerte Rolle spielen k\u00f6nnen. Dies ist auch gelegentlich so aus BKW-internen Kreisen zu h\u00f6ren. Im ihrem Bericht zur k\u00fcnftigen Strombeschaffung vom Mai dieses Jahres nennen die BKW f\u00fcr die Photovoltaik Gestehungskosten von 20&#8217;000 Fr. pro Kilowatt (Peak). Das ist massiv \u00fcberzogen: Die Schweizerische Bankgesellschaft beispielweise rechnet f\u00fcr ihr Projekt &#171;Suglio&#187; im Tessin nur noch mit 10&#8217;000 Fr.\/kWp. Um das AKW M\u00fchleberg zu 10% zur ersetzen, brauche es 500 Mont-Soleil-Anlagen oder die Fl\u00e4che von 10 Quadratkilometern (1500 Fussballfelder), behaupten die BKW. Was sie verschweigen: Auf Dachfl\u00e4chen montiert, und davon gibt es in der Schweiz rund 400 km2, w\u00fcrden 2,2 km2 gen\u00fcgen. Solarzellen werden mit Vorteil auf D\u00e4cher montiert, nicht auf die gr\u00fcne Wiese: Um 10 Prozent des schweizerischen Strombedarfs solar zu erzeugen, braucht es lediglich 5,8 Quadratmeter Solarzellen pro Kopf, das sind lediglich 1,5% der heute bebauten Siedlungsfl\u00e4che. In Japan soll die installierte Photovoltaik-Leistung bis 2010 vertausendfacht (!) werden, auf eine Nennleistung von 4600 MW, was 13 AKW M\u00fchleberg entspricht.<\/p>\n<p><strong>Kontakt:<\/strong><\/p>\n<p>David Stickelberger, Koordinator der Energiekampagne 01 \/ 447 41 41<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine falsch konzipierte und schlecht funktionierende Photovoltaikanlage \u2013 das &#8220;Testzentrum&#8221; auf dem Mont Soleil \u2013 dienen den Bernischen Kraftwerke (BKW) als Argument, an der Kernenergie festzuhalten. 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