{"id":7800,"date":"1996-07-21T00:00:00","date_gmt":"1996-07-20T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/7800\/unreglementierte-tests-mit-gentech-pflanzen-bedrohung-fuer-umwelt-und-entwicklungslaender\/"},"modified":"2019-05-30T08:15:38","modified_gmt":"2019-05-30T06:15:38","slug":"unreglementierte-tests-mit-gentech-pflanzen-bedrohung-fuer-umwelt-und-entwicklungslaender","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/7800\/unreglementierte-tests-mit-gentech-pflanzen-bedrohung-fuer-umwelt-und-entwicklungslaender\/","title":{"rendered":"Unreglementierte Tests mit Gentech-Pflanzen: Bedrohung f\u00fcr Umwelt und Entwicklungsl\u00e4nder"},"content":{"rendered":"<p><b>Unreglementierte Feldtests mit genetisch manipulierten Pflanzen drohen, die Umwelt von Entwicklungsl\u00e4ndern genetisch zu verschmutzen sowie deren Wirtschaft zu sch\u00e4digen. Dies schliesst Greenpeace aus einer Fallstudie in Guatemala, welche am Montag zum Auftakt der globalen Verhandlungen f\u00fcr ein Biosicherheits-Protokoll (Biosafety Protocol) in Aarhus (D\u00e4nemark) ver\u00f6ffentlicht wurde.<\/b><\/p>\n<div>\n<p class=\"bodytext\"><span class=\"date\">Aarhus, D\u00e4nemark. <\/span><span class=\"text\"> Recherchen des Greenpeace Zentralamerika-B\u00fcros in Guatemala ergaben, dass eine der untersuchten Firmen, &#171;Asgrow&#187; mit Hauptsitz in den Vereinigten Staaten, keine Sicherheitsmassnahmen getroffen hatte, um Freisetzungen von genetischem Material ihrer gentechnisch ver\u00e4nderten Produkte zu verhindern. Asgrow hatte genetisch ver\u00e4nderte Tomaten, K\u00fcrbisse und Melonen nach Guatemala importiert und getestet. In Guatemala finden sich verschiedene traditionelle Tomaten- und K\u00fcrbissorten, womit eine genetische Verschmutzung ein akutes Risiko darstellt. F\u00fcr diese beiden Arten stellt Guatemala geradezu ein Zentrum biologischer Vielfalt dar und somit eine Sicherheit f\u00fcr die k\u00fcnftige Nahrungsmittelproduktion. Diese k\u00f6nnte durch solche unverantwortlichen Aktivit\u00e4ten zerst\u00f6rt werden. Guatemala besitzt keine geeignete Gesetzgebung, um den Import und die Handhabung von gentechnisch ver\u00e4nderten Organismen zu regulieren. Das Land wurde als Testfeld benutzt. Sogar das Landwirtschaftsministerium &#8211; Guatemalas zust\u00e4ndige Stelle f\u00fcr den Saatgutimport &#8211; war \u00fcber die Tests nicht informiert worden. Nicht einmal eine vorg\u00e4ngige Mitteilung ging dort ein, trotz der \u00f6kologischen und \u00f6konomischen Bedrohung. Tatsache ist, dass die Einfuhr von kommerziellen Arten die anderen Sorten total verdr\u00e4ngen und das Verschwinden von einheimischen Sorten beschleunigen k\u00f6nnte. Seit 1994 hat Greenpeace verschiedene illegale und unreglementierte Feldversuche mit Gentech-Pflanzen in Entwicklungsl\u00e4ndern dokumentiert. &#171;Es braucht eindeutig ein zwingendes Biosicherheits-Protokoll, welches nicht nur die grenz\u00fcberschreitende Bewegung von genetischem Material reguliert, sondern ebenso klare Regeln setzt, welche ausl\u00e4ndische Firmen f\u00fcr den von ihnen zugef\u00fcgten Schaden haftbar macht&#187;, erkl\u00e4rte Jester Grolin, politischer Ratgeber f\u00fcr Gentechnologie bei Greenpeace. Greenpeace dr\u00e4ngt die Regierungen an den globalen Verhandlungen f\u00fcr ein Biosicherheits-Protokoll, ein Moratorium f\u00fcr alle Feldtests und Freisetzungen von genetisch manipulierten Organismen einzuf\u00fchren, bis ein solches zwingendes Protokoll in Kraft ist. Die Schweiz hat sich bisher nicht f\u00fcr ein umfassendes Biosicherheits-Protokoll ausgesprochen. Dies ist umso brisanter, als auch Schweizer Firmen in Entwicklungsl\u00e4ndern Freisetzungsversuche durchf\u00fchren. Hintergrundinformation Gentechnologie erlaubt den Transfer von Genen zwischen total unverwandten Arten. So wurden etwa Gene von Menschen auf Fische \u00fcbertragen, von Bakterien auf Pflanzen und von Tieren auf Gem\u00fcse. Auf diese Weise hoffen Lebensmittelfirmen, die Qualit\u00e4t von gewissen Nahrungsmitteln verbessern zu k\u00f6nnen. Unabh\u00e4ngige Studien, welche zur Zeit noch laufen, sollen beweisen, dass diese Art von Produkten keine toxischen Effekte oder allergische Reaktionen im Menschen verursachen. Ausserdem k\u00f6nnen genetisch manipulierte Pflanzen ihre &#171;Fremdgene&#187; auf verwandte wilde Arten \u00fcbertragen und so eine genetische Verschmutzung von nat\u00fcrlichen Arten verursachen. Greenpeace glaubt, dass generell das Vorbeugeprinzip angewendet werden sollte, da sonst f\u00fcr die kommerziellen Interessen dieser Firmen die Gesundheit der Konsumentinnen und Konsumenten aufs Spiel gesetzt wird. Das Biosicherheits-Protokoll wird als ein Teil der Rio-Biodiversit\u00e4tskonvention (Biodiversity Convention) verhandelt.<\/p>\n<p>                               <\/span><br \/>\n<span class=\"text\"><strong>Kontakt:<\/strong><br \/>   Jester Grolin: 0045 40 \/ 55 32 03<br \/> Greenpeace Schweiz, Isabelle Meister: 01 \/ 447 41 41 <br \/> Greenpeace International, Luisa Colasimone: 0031 20 \/ 52 49 546 <br \/><\/span><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unreglementierte Feldtests mit genetisch manipulierten Pflanzen drohen, die Umwelt von Entwicklungsl\u00e4ndern genetisch zu verschmutzen sowie deren Wirtschaft zu sch\u00e4digen. 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