{"id":7828,"date":"2017-02-02T00:00:00","date_gmt":"2017-02-01T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/7828\/unvorsichtiges-ensi-will-akw-leibstadt-trotz-ungeklaerten-rostschaeden-wieder-ans-netz-lassen\/"},"modified":"2019-05-30T08:16:26","modified_gmt":"2019-05-30T06:16:26","slug":"unvorsichtiges-ensi-will-akw-leibstadt-trotz-ungeklaerten-rostschaeden-wieder-ans-netz-lassen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/7828\/unvorsichtiges-ensi-will-akw-leibstadt-trotz-ungeklaerten-rostschaeden-wieder-ans-netz-lassen\/","title":{"rendered":"Unvorsichtiges ENSI will AKW Leibstadt trotz ungekl\u00e4rten Rostsch\u00e4den wieder ans Netz lassen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Das AKW Leibstadt kann offenbar Mitte Februar wieder in Betrieb gehen. Dies obwohl die Ursache f\u00fcr die Brennelement-Sch\u00e4den gem\u00e4ss einem Bericht der \u00abRundschau\u00bb immer noch nicht gekl\u00e4rt ist. Greenpeace Schweiz verurteilt das unvorsichtige Vorgehen der Atomaufsichtsbeh\u00f6rde ENSI und verlangt die Ver\u00f6ffentlichung aller Dokumente zum Vorfall.<\/strong><\/p>\n<p>Das AKW Leibstadt ist seit Anfang August 2016 ausser Betrieb. Die ordentliche Revision wurde um knapp sechs Monate verl\u00e4ngert, weil fast 50 Brennelemente von Oxidationen \u2013 vergleichbar mit Rost \u2013 betroffen sind. Die Atomaufsichtsbeh\u00f6rde ENSI verlangte genauere Analysen, bevor die Anlage wieder ans Netz gehen darf. Gem\u00e4ss der \u00abRundschau\u00bb von Fernsehen SRF hat die Beh\u00f6rde nun die Freigabe f\u00fcr die Kernbeladung erteilt, das gr\u00fcne Licht f\u00fcr eine Wiederinbetriebnahme per Mitte Februar erscheint nur noch als Formsache. Der Entscheid erfolgte offenbar ohne zu wissen, was die Oxidationen bzw. die unzureichende K\u00fchlung der Brennelemente (\u00abDryout\u00bb) verursacht hat.<\/p>\n<h2>Einzigartiges Schadensausmass<\/h2>\n<p>\u00abSolange man im Dunkeln tappt, sollte eine Wiederinbetriebnahme nicht in Frage kommen\u00bb, sagt Florian Kasser, Atomexperte bei Greenpeace Schweiz. <a href=\"https:\/\/www.ensi.ch\/de\/2016\/12\/19\/befunde-an-brennelementen-im-kkw-leibstadt-ensi-stuft-vorkommnis-mit-ines-1-ein-und-prueft-eingereichte-massnahmen\/\">Wie das ENSI selbst mitteilte<\/a>, wurde das Problem aber bereits im Sommer 2015 entdeckt. Gem\u00e4ss Aussagen von Leibstadt-Kraftwerksleiter Andreas Pfeiffer im Rundschau-Beitrag ist der Grund f\u00fcr die Sch\u00e4den noch immer nicht gekl\u00e4rt, trotz anderthalbj\u00e4hriger Suche.<\/p>\n<p>\u00abDas ENSI handelt sehr unvorsichtig, denn das Ausmass dieses Problems ist weltweit einzigartig\u00bb, erg\u00e4nzt Kasser. Diese \u00abWeltpremiere\u00bb hat Pfeiffer im Fernsehbeitrag best\u00e4tigt. Damit gibt es keine Erfahrungswerte, auf deren Basis die Aufsichtsbeh\u00f6rde eine Wiederinbetriebnahme-Erlaubnis f\u00fcr Leibstadt rechtfertigen kann. \u00abDie angek\u00fcndigte Leistungsreduktion mag das Problem entsch\u00e4rfen, behoben ist es damit kaum\u00bb, meint Greenpeace-Atomexperte Kasser. Die AKW-Betreiberin hat angek\u00fcndigt, dass die Leistung von Leibstadt um 120 Megawatt gesenkt wird \u2013 das entspricht einer Reduktion um 10 Prozent.<\/p>\n<h2>Situation falsch eingesch\u00e4tzt<\/h2>\n<p>Offensichtlich haben sowohl die Betreiberin als auch die Atomaufsicht Fehler gemacht und die Situation falsch eingesch\u00e4tzt. Greenpeace Schweiz verlangt die Ver\u00f6ffentlichung aller Dokumente, die dem ENSI in dieser Sache vorliegen. Die von den Oxidationen betroffenen Brennelement-H\u00fcllen stellen eine wichtige Schutzbarriere dar und d\u00fcrfen keine derartigen Sch\u00e4den aufweisen. Deren Versagen w\u00fcrde das Risiko von Freisetzungen von radioaktiven Schadstoffen in die Umwelt betr\u00e4chtlich steigern.<\/p>\n<p>F\u00fcr weitere Ausk\u00fcnfte:<br \/>\nThomas M\u00e4der, Medienverantwortlicher Greenpeace Schweiz, 044 447 41 71, thomas.maeder@greenpeace.org<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das AKW Leibstadt kann offenbar Mitte Februar wieder in Betrieb gehen. Dies obwohl die Ursache f\u00fcr die Brennelement-Sch\u00e4den gem\u00e4ss einem Bericht der \u00abRundschau\u00bb immer noch nicht gekl\u00e4rt ist. 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