{"id":78288,"date":"2021-12-01T14:59:40","date_gmt":"2021-12-01T13:59:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=78288"},"modified":"2025-05-05T12:05:42","modified_gmt":"2025-05-05T10:05:42","slug":"wie-umweltfreundlich-ist-die-textilindustrie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/78288\/wie-umweltfreundlich-ist-die-textilindustrie\/","title":{"rendered":"Wie umweltfreundlich ist die Textilindustrie?"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>W\u00e4hrend die Modeindustrie auf dem Weg zu giftfreier Produktion weit vorangekommen ist, versch\u00e4rft sie mit ungebremster Massenproduktion die Klimakrise, so ein Greenpeace-Report.<\/strong><\/p>\n\n<p>Die Detox-Kampagne von Greenpeace war ein Erfolg. Die Umweltschutzorganisation hat \u00fcber einen Zeitraum von zehn Jahren genau das erreicht, was sie sich vorgenommen hatte: die Entgiftung von Lieferketten im globalen Ma\u00dfstab. Einige der gr\u00f6\u00dften Textilhersteller der Welt hatten sich gegen\u00fcber Greenpeace verpflichtet, ihre Kleidungsst\u00fccke k\u00fcnftig ohne gesundheitssch\u00e4dliche Chemikalien zu produzieren \u2013 und halten dieses Versprechen auch weitestgehend ein,&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/publikation\/78294\/freiwillige-selbstverpflichtung-ein-mode-maerchen-ueber-fast-fashion\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">wie ein aktueller Report dokumentiert<\/a>.<\/p>\n\n<p>Die Freude dar\u00fcber ist allerdings getr\u00fcbt: Nach wie vor ist die Modeindustrie alles andere als umweltfreundlich \u2013 doch ihr Problem liegt nicht l\u00e4nger haupts\u00e4chlich bei Weichmachern und Farbstoffen, <strong>sondern in der \u00dcberproduktion.<\/strong><\/p>\n<div class=\"action-divider\">\n\t\t\t<p class=\"action-divider-text\"><span class=\"dashicons-before no-icon\"><\/span> Schluss mit \u00dcberproduktion! Reparieren, statt neu kaufen!<\/p>\n\t\t<div class=\"wp-block-buttons is-content-justification-center is-layout-flex wp-container-core-buttons-is-layout-1 wp-block-buttons-is-layout-flex\">\n\t\t\t<div class=\"wp-block-button is-style-cta\"><a class=\"wp-block-button__link wp-element-button\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/handeln\/erhebe-deine-stimme-fuer-das-recht-zu-reparieren\/\" target=\"_self\">Petition unterschreiben<\/a><\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n<p>F\u00fcr die Untersuchung hat Greenpeace sich 29 Unternehmen n\u00e4her angeschaut \u2013 von insgesamt rund 80, die das Detox-Commitment unterschrieben haben. Sie alle verzichteten in \u00fcber 90 Prozent ihrer Produktionsst\u00e4tten auf giftige und besonders umweltsch\u00e4dliche Chemikalien. Greenpeace kritisiert an vielen Stellen mangelnde Transparenz, so hat fast ein Drittel der kontrollierten Markenunternehmen \u2013 darunter Nike und Adidas \u2013 keine detaillierten Abwasser-Testergebnisse oder -Analysen in seinen j\u00fcngsten Berichten aufgef\u00fchrt. Unterm Strich: Auch wenn die Tendenz stimmt, bleibt Detox vorl\u00e4ufig ein Prozess \u2013 die Entgiftung ist noch nicht am Ende.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Das Problem der Modeindustrie ist Fast Fashion<\/h2>\n\n<p>Ein gr\u00f6\u00dferes Problem f\u00fcr den Klimaschutz stellt hingegen das Gesch\u00e4ftsmodell von Unternehmen wie Primark oder H&amp;M dar: w\u00f6chentlich wechselnde Kollektionen f\u00fcr wenig Geld, zum Teil sogar t\u00e4glich neue Unterkollektionen, die in hohen St\u00fcckzahlen produziert werden und letztlich nichts weiter als Wegwerfware sind. Entweder landen sie direkt ab Lager im Abfall oder kaum getragen im Hausm\u00fcll der Konsument:innen. Der gewaltige \u00dcberschuss an Kleidung, die nicht ben\u00f6tigt wird, belastet auch das Klima.<\/p>\n\n<p>Rund 200 Milliarden Kleidungsst\u00fccke wurden im Jahr 2020 weltweit hergestellt &#8211; etwa doppelt so viel wie im Jahr 2014. Verkauft wurden 2020 hingegen \u201cnur\u201d 160 Milliarden. Dazu kommt, dass selbst die gekaufte Kleidung zum gro\u00dfen Teil gar nicht benutzt wird. Eine&nbsp;Greenpeace-Untersuchung unter deutschen Verbraucher:innen im Jahr 2015&nbsp;ergab, dass ein F\u00fcnftel der Kleidung in deren Kleiderschr\u00e4nken nie getragen wird. Das ist ein gigantischer Klamottenberg, der unter Einsatz von klimasch\u00e4dlichen Treibhausgasen v\u00f6llig umsonst hergestellt wurde.&nbsp;<\/p>\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2021\/12\/c2b260bb-gp028bk_medium_res_with_credit_line-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-78363\" srcset=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2021\/12\/c2b260bb-gp028bk_medium_res_with_credit_line-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2021\/12\/c2b260bb-gp028bk_medium_res_with_credit_line-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2021\/12\/c2b260bb-gp028bk_medium_res_with_credit_line-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2021\/12\/c2b260bb-gp028bk_medium_res_with_credit_line-510x340.jpg 510w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2021\/12\/c2b260bb-gp028bk_medium_res_with_credit_line.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Ein kleiner Junge arbeitet zusammen mit seinen Eltern in einer kleinen Jeanswerkstatt im Dorf Dadun in Xintang, Zengcheng.<\/figcaption><\/figure>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Kein Problembewusstsein<\/h2>\n\n<p>Um unsere Lebensgrundlagen zu retten, muss die Erderw\u00e4rmung unter der kritischen Marke von 1,5 Grad Celsius im Vergleich zum vorindustriellen Niveau bleiben. Wir k\u00e4mpfen derzeit um jedes Hundertstelgrad \u2013 Verschwendung in diesem Ma\u00dfstab kann sich die Gesellschaft schlichtweg nicht leisten.&nbsp;<\/p>\n\n<p>Ein Problembewusstsein bei den Verursachenden gibt es bislang \u2013 anders als bei Umweltgiften \u2013 aber nicht. \u201cBesonders kurz vor dem erfundenem Konsumfest Black Friday locken die Konzerne mit massiven Werbekampagnen zu Impulsk\u00e4ufen\u201d, sagt Viola Wohlgemuth, Expertin f\u00fcr Konsum bei Greenpeace. \u201cUnverkaufte Ware landet dann trotz Gesetz immer h\u00e4ufiger im Schredder oder wird als M\u00fcll in den globalen S\u00fcden transportiert, landet dort auf illegalen Abfallkippen und verm\u00fcllt beispielsweise bereits ganze W\u00fcsten in S\u00fcdamerika.\u201d&nbsp;<\/p>\n\n<p>Die L\u00f6sung? \u201cAus Textilh\u00e4ndlern m\u00fcssen Textildienstleister werden\u201d, sagt Wohlgemuth. Denn bis auf wenige Lippenbekenntnisse zur Kreislaufwirtschaft sind Angebote zum Reparieren, Mieten oder f\u00fcr Second-Hand-Kleidung bei den untersuchten Firmen Mangelware. Dass die Textilindustrie durchaus in der Lage ist, sich zu ver\u00e4ndern, zeigt der Erfolg der Detox-Kampagne. Doch sie wird es nicht freiwillig tun, glaubt die Greenpeace-Expertin: \u201cOhne das Entschleunigen der Warenstr\u00f6me, also weniger Kollektionen, wird Kreislaufwirtschaft eine sch\u00f6ne Werbel\u00fcge bleiben, Wir brauchen dazu eine gesetzliche Regulierung. Der Ball liegt jetzt bei der k\u00fcnftigen Bundesregierung.\u201d<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>W\u00e4hrend die Modeindustrie auf dem Weg zu giftfreier Produktion weit vorangekommen ist, versch\u00e4rft sie mit ungebremster Massenproduktion die Klimakrise, so ein Greenpeace-Report.<\/p>\n","protected":false},"author":50,"featured_media":78359,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_planet4_optimize_post_is_variant":false,"_planet4_optimize_experiment_name":"","_planet4_optimize_variant_name":"","ep_exclude_from_search":false,"p4_og_title":"","p4_og_description":"","p4_og_image":"","p4_og_image_id":"","p4_seo_canonical_url":"","p4_campaign_name":"not set","p4_local_project":"not set","p4_basket_name":"not set","p4_department":"","footnotes":""},"categories":[48],"tags":[37,212],"p4-page-type":[75],"gpch-article-type":[],"class_list":["post-78288","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-zero-waste","tag-zero-waste","tag-kreislaufwirtschaft","p4-page-type-story"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/78288","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/50"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=78288"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/78288\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":119828,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/78288\/revisions\/119828"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/78359"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=78288"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=78288"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=78288"},{"taxonomy":"p4-page-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/p4-page-type?post=78288"},{"taxonomy":"gpch-article-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/gpch-article-type?post=78288"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}