{"id":7859,"date":"2017-04-07T00:00:00","date_gmt":"2017-04-06T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/7859\/akw-beznau-ist-nicht-erdbebensicher-anwohnerinnen-ziehen-vor-bundesverwaltungsgericht\/"},"modified":"2019-05-30T08:17:30","modified_gmt":"2019-05-30T06:17:30","slug":"akw-beznau-ist-nicht-erdbebensicher-anwohnerinnen-ziehen-vor-bundesverwaltungsgericht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/7859\/akw-beznau-ist-nicht-erdbebensicher-anwohnerinnen-ziehen-vor-bundesverwaltungsgericht\/","title":{"rendered":"AKW Beznau ist nicht erdbebensicher: AnwohnerInnen ziehen vor Bundesverwaltungsgericht"},"content":{"rendered":"<p><strong>Der Streit um die Erdbebengef\u00e4hrdung des AKW Beznau geht in die n\u00e4chste Runde. AnwohnerInnen des \u00e4ltesten Atomkraftwerks der Welt legen beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde ein gegen eine Verf\u00fcgung der Atomaufsichtsbeh\u00f6rde ENSI, die f\u00e4lschlicherweise zur Ansicht gelangt, Beznau sei gen\u00fcgend gesch\u00fctzt gegen schwere Erdbeben.<\/strong><\/p>\n<p>Im August 2015 haben Greenpeace Schweiz, der Trinationale Atomschutzverband (TRAS) und die Schweizerische Energie-Stiftung (SES) aufgedeckt, dass das AKW Beznau einem schweren Erdbeben nicht standhalten w\u00fcrde. Gef\u00e4hrliche Mengen Radioaktivit\u00e4t w\u00fcrden freigesetzt und die geltenden Strahlenschutz-Grenzwerte verletzt. Zu diesem Schluss gelangten die drei Organisationen nach Analyse der Sicherheits\u00fcberpr\u00fcfungen, die 2012 im Nachgang der Fukushima-Katastrophe gemacht wurden.<\/p>\n<p><strong>Weiterbetrieb von Beznau ist illegal<br \/>\n<\/strong>Diese Verletzung der Grenzwerte m\u00fcsste, w\u00fcrde das Recht korrekt angewendet, zur unverz\u00fcglichen Ausserbetriebnahme des AKW f\u00fchren. Die Atomaufsichtsbeh\u00f6rde ENSI duldet aber diesen Missstand seit 2012 und l\u00e4sst einen Weiterbetrieb der Anlage zu. 15 AnwohnerInnen von Beznau reichten, unterst\u00fctzt durch die drei Organisationen, 2015 beim ENSI ein formales Gesuch ein und verlangten, dass die Aufsichtsbeh\u00f6rde diese rechtswidrige Praxis korrigiert. Entsprechend m\u00fcsste es die Abschaltung des \u00e4ltesten AKW der Welt verlangen.<\/p>\n<p><strong>ENSI ignoriert neue Gesetzgebung<br \/>\n<\/strong>Am 27. Februar erteilte das ENSI diesem Gesuch eine Absage und ver\u00f6ffentlichte eine entsprechende Verf\u00fcgung. Die Aufsichtsbeh\u00f6rde argumentierte im Wesentlichen, der Weiterbetrieb von Beznau sei zul\u00e4ssig, weil die zurzeit angewendeten Strahlenschutz-Grenzwerte der langj\u00e4hrigen Aufsichtspraxis entspr\u00e4chen. \u00abLeider will das ENSI nicht wahrhaben, dass das Kernenergierecht aus dem Jahr 2005 diese fr\u00fchere Praxis klar untersagt\u00bb, sagt Martin Pestalozzi, der Rechtsanwalt der Beschwerdef\u00fchrerInnen. Es sei bezeichnend, dass das ENSI in seiner Verf\u00fcgung auf die zentralen Bestimmungen der anwendbaren Verordnung (die sogenannte Gef\u00e4hrdungsannahmen-Verordnung) in diesem Zusammenhang gar nicht eingehe.<\/p>\n<p>Die AnwohnerInnen wollen nun eine gerichtliche \u00dcberpr\u00fcfung der Behauptung des ENSI, seine alten Richtlinien w\u00fcrden den Inhalt des neuen Rechts auch gegen dessen klaren Wortlaut immer noch bestimmen. \u00abWir hoffen, dass das Gericht den Schutz der Bev\u00f6lkerung ernst nimmt und dieser rechtswidrigen Praxis einen Riegel schiebt\u00bb, sagt Pestalozzi.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>F\u00fcr weitere Informationen:<\/p>\n<p>Martin Pestalozzi, Anwalt der Beschwerdef\u00fchrerInnen, 055 251 59 53<br \/>\nIr\u00e8ne K\u00e4lin, Pr\u00e4sidentin des Tr\u00e4gervereins \u00abBeznau Verfahren\u00bb,\u00a0077 428 43 06<br \/>\nFlorian Kasser, Leiter Atomkampagne Greenpeace Schweiz, 076 345 26 55<br \/>\nNils Epprecht, Projektleiter Strom &amp; Atom SES, 077 455 99 79<br \/>\nJ\u00fcrg St\u00f6cklin, Pr\u00e4sident TRAS, 079 817 57 33<a href=\"mailto:juerg.stoecklin@unibas.ch\"><br \/>\n<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<p>Das Verfahren zur Erdbebengef\u00e4hrdung des AKW Beznau wird vom Tr\u00e4gerverein \u00abBeznau Verfahren\u00bb finanziert. Den gr\u00f6ssten Teil der Finanzierung stellen Greenpeace, TRAS, die SES und die Allianz Atomausstieg bereit. Jede interessierte Person, inner- und ausserhalb des Kantons Aargau, kann den juristischen Kampf f\u00fcr den Schutz der Bev\u00f6lkerung vor der Gefahr durch das \u00e4lteste AKW der Welt finanziell unterst\u00fctzen.<\/p>\n<hr \/>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Streit um die Erdbebengef\u00e4hrdung des AKW Beznau geht in die n\u00e4chste Runde. 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