{"id":7899,"date":"2017-06-16T00:00:00","date_gmt":"2017-06-15T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/7899\/beschaedigte-brennstaebe-im-akw-leibstadt-greenpeace-schweiz-reicht-beschwerde-ein\/"},"modified":"2019-05-30T08:19:01","modified_gmt":"2019-05-30T06:19:01","slug":"beschaedigte-brennstaebe-im-akw-leibstadt-greenpeace-schweiz-reicht-beschwerde-ein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/7899\/beschaedigte-brennstaebe-im-akw-leibstadt-greenpeace-schweiz-reicht-beschwerde-ein\/","title":{"rendered":"Besch\u00e4digte Brennst\u00e4be im AKW Leibstadt: Greenpeace Schweiz reicht Beschwerde ein"},"content":{"rendered":"<p><strong>Greenpeace Schweiz verlangt Klarheit zu den Sch\u00e4den an Brennelementen im AKW Leibstadt. Zu diesem Zweck hat die Umweltorganisation eine Aufsichtsbeschwerde eingereicht beim ENSI-Rat. Im Beschwerdetext zeigt Greenpeace auf, dass die Atomaufsichtsbeh\u00f6rde vermutlich geltendes Recht verletzt hat, indem sie gr\u00fcnes Licht f\u00fcr die Wiederinbetriebnahme des AKW gegeben hat, ohne die genauen Ursachen f\u00fcr die Sch\u00e4den zu kennen. Zudem wird deutlich, wie widerspr\u00fcchlich und intransparent die Atomaufsichtsbeh\u00f6rde in dem Fall kommuniziert hat.<\/strong><\/p>\n<p>Mitte Februar dieses Jahres hat die Atomaufsichtsbeh\u00f6rde ENSI gr\u00fcnes Licht gegeben f\u00fcr die Wiederinbetriebnahme des AKW Leibstadt. Zuvor stand das Atomkraftwerk monatelang still wegen massiven Sch\u00e4den an fast 50 Brennelementen \u2013 sie waren von Oxidationen betroffen, vergleichbar mit Rost. Das gr\u00fcne Licht vom ENSI kam, ohne die genaue Ursache f\u00fcr die Sch\u00e4den zu kennen. Zwar nannte die Aufsichtsbeh\u00f6rde sogenannte \u00abDryouts\u00bb \u2013 eine unzureichende K\u00fchlung der Brennst\u00e4be \u2013 als Ursache; was zu diesem Ph\u00e4nomen gef\u00fchrt hat, ist aber bis heute ungekl\u00e4rt. Greenpeace Schweiz hat nun den Fall minuti\u00f6s aufgearbeitet, und f\u00fcr den Atomexperten der Umweltorganisation, Florian Kasser, ist die Sachlage eindeutig: \u00abDass das ENSI gr\u00fcnes Licht f\u00fcr die Wiederinbetriebnahme von Leibstadt gegeben hat, ohne die Ursachen zu kennen, war nicht zul\u00e4ssig.\u00bb<\/p>\n<p><strong>Gegen geltendes Recht verstossen?<br \/>\n<\/strong>F\u00fcr Greenpeace Schweiz stellt sich nun die Frage, ob das ENSI sogar gegen geltendes Recht verstossen hat. Die entsprechenden Gesetzestexte lassen diesen Schluss zu: Die unzureichende K\u00fchlung der Brennst\u00e4be muss ausgeschlossen werden. Denn deren H\u00fclle stellt eine zentrale Barriere gegen den Austritt von Radioaktivit\u00e4t dar. \u00abDie Aufsicht \u00fcber das ENSI muss kl\u00e4ren, was schiefgelaufen ist bei der Atombeh\u00f6rde im Fall Leibstadt\u00bb, begr\u00fcndet Kasser die Beschwerde beim ENSI-Rat. In der Beschwerdeschrift der Umweltorganisation kommen weitere Verfehlungen des ENSI zutage. Obwohl bereits 2014 im AKW Leibstadt ein Dryout-Schaden vorkam, wurde dieser bis anhin nicht vertieft untersucht. Auch in der \u00f6ffentlichen Kommunikation wiederholten sich Pannen: Wesentliche Informationen wurden regelm\u00e4ssig ausgelassen, zudem sind die Meldungen oft widerspr\u00fcchlich. Der Vorfall wurde bagatellisiert. \u00abDie Nachl\u00e4ssigkeiten haben sich in einem unannehmbaren Mass geh\u00e4uft\u00bb, fasst Atomexperte Kasser zusammen. \u00abDas zeugt von einem Sicherheitsverst\u00e4ndnis beim ENSI, das nicht tolerierbar ist.\u00bb<\/p>\n<p><strong>ENSI muss Aufsichtspraxis korrigieren<br \/>\n<\/strong>Greenpeace Schweiz bittet den ENSI-Rat, die in der Beschwerdeschrift dargelegten Unzul\u00e4nglichkeiten bei der Atomaufsichtsbeh\u00f6rde vertieft aufzuarbeiten. Der ENSI-Rat soll das ENSI anweisen, seine Aufsichtspraxis zu korrigieren und die \u00d6ffentlichkeit vollst\u00e4ndig und l\u00fcckenlos informieren dar\u00fcber, was in Leibstadt in den vergangenen Jahren vorgefallen ist. Die Beschwerde wurde am Donnerstag, 15. Juni, eingereicht; Greenpeace erwartet eine rasche Untersuchung des Falls.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Aufsichtsbeschw_ENSI-Rat_final.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Vollst\u00e4ndige Beschwerdeschrift zum Download<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>F\u00fcr weitere Informationen:<\/p>\n<p>Florian Kasser, Atomexperte Greenpeace Schweiz, 076 345 26 55, <a href=\"mailto:florian.kasser@greenpeace.org\">florian.kasser@greenpeace.org<\/a><\/p>\n<p>Medienstelle Greenpeace Schweiz, 044 447 41 11, <a href=\"mailto:pressestelle.ch@greenpeace.org\">pressestelle.ch@greenpeace.org<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Greenpeace Schweiz verlangt Klarheit zu den Sch\u00e4den an Brennelementen im AKW Leibstadt. Zu diesem Zweck hat die Umweltorganisation eine Aufsichtsbeschwerde eingereicht beim ENSI-Rat. 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