{"id":7940,"date":"2017-11-20T00:00:00","date_gmt":"2017-11-19T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/7940\/parlament-immer-weniger-einsatz-fuer-umweltanliegen\/"},"modified":"2019-05-30T08:20:09","modified_gmt":"2019-05-30T06:20:09","slug":"parlament-immer-weniger-einsatz-fuer-umweltanliegen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/7940\/parlament-immer-weniger-einsatz-fuer-umweltanliegen\/","title":{"rendered":"Parlament: immer weniger Einsatz f\u00fcr Umweltanliegen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Das Rating der Umweltallianz best\u00e4tigt den Trend des letzten Jahres \u2013 auch 2017 nahm die Umweltfreundlichkeit des Parlaments ab. Grund daf\u00fcr sind die Vertreterinnen und Vertreter der SVP- und FDP. Sie zielten heuer mit ihren zahlreichen Vorst\u00f6ssen auf einen Abbau von \u00f6kologischen Errungenschaften und stimmten oft gegen Umweltanliegen. <\/strong><\/p>\n<p>Nur 37% der 19 bewerteten Abstimmungen fielen im Nationalrat 2017 zugunsten des Umweltschutzes aus (2016: 38 %, 2011-2015: 60%). Die Umweltfreundlichkeit eines durchschnittlichen Mitglieds des Nationalrats sank auf 45.7%, 2016 lag der Wert bei 46% und in der Periode 2011-2015 bei 52%. Dass sich dieser Durchschnittswert so tief h\u00e4lt, h\u00e4ngt mit den Sitzgewinnen der SVP und FDP in den Wahlen 2015 sowie dem weniger umweltfreundlichen Abstimmungsverhalten der FDP zusammen. Augenf\u00e4llig sind dieses Jahr zudem die zahlreichen von SVP und FDP eingereichten Vorst\u00f6sse mit dem Ziel, den Umweltschutz abzuschw\u00e4chen.<\/p>\n<p><strong>Gr\u00fcne und SP vorne<\/strong><\/p>\n<p>Wenn es um die Anliegen der Umwelt geht, sind im Nationalrat die Gr\u00fcnen, die SP und die PdA Spitzenreiter (alle drei zwischen 97 und 99%). Dahinter folgen die EVP und die glp (89 % bzw. 86% Umweltfreundlichkeit). Die CVP hat wie im letzten Rating in der H\u00e4lfte der untersuchten Abstimmungen umweltfreundlich abgestimmt. Die BDP verliert 10 Prozent und war \u00fcber die letzten vier Sessionen nicht umweltfreundlicher als die CVP.<\/p>\n<p>Lag der durchschnittliche Wert bei der FDP in der Legislatur 2011-2015 noch bei 27.6 Prozent, erreichte sie dieses Jahr nur noch 18.5 Prozent. Damit bewegt sich die Umweltpolitik der FDP-Nationalr\u00e4tinnen und Nationalr\u00e4te seit 2015 weg von CVP und BDP hin zur Anti-Umweltpolitik der SVP. Die SVP, Lega und MCG erreichen mit 8 bis 9 Prozent erneut sehr schlechte Wertungen.<\/p>\n<p><strong>Diversit\u00e4t im St\u00e4nderat <\/strong><\/p>\n<p>Im St\u00e4nderat wiederum f\u00e4llt vor allem die grosse Bandbreite des Abstimmungsverhaltens innerhalb von CVP und FDP auf. In der FDP ragen St\u00e4nderat Ruedi Noser und Philipp M\u00fcller heraus, sie waren in 40 % der Abstimmungen umweltfreundlich. Den letzten Platz der Umweltfreundlichkeit nimmt bei der FDP Thomas Hefti mit 17.5 Prozent ein. In der CVP steht Konrad Graber mit 75 Prozent klar an der Spitze, w\u00e4hrend Isidor Baumann und Brigitte H\u00e4berli-Koller auf bloss 27.5 Prozent kommen. Bei allen ausgew\u00e4hlten Abstimmungen f\u00fcr die Umwelt votiert und den Maximalwert von 100% erreichen Robert Cramer Gr\u00fcne und Pascale Bruderer SP.<\/p>\n<table width=\"418\">\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"5\" width=\"418\"><strong>Parteien im Nationalrat<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"82\"><\/td>\n<td width=\"74\"><strong>Bilanz 2017<\/strong><\/td>\n<td width=\"74\"><strong>Bilanz 2016<\/strong><\/td>\n<td width=\"98\"><strong>Differenz 17\/ 16<\/strong><\/td>\n<td width=\"90\"><strong>49. Legislatur (2011-2015)<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"82\">Partei<\/td>\n<td colspan=\"4\" width=\"336\">Umweltfreundlichkeit in Prozent<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"82\">Gr\u00fcne<\/td>\n<td width=\"74\">98.6<\/td>\n<td width=\"74\">96.9<\/td>\n<td width=\"98\">1.7<\/td>\n<td width=\"90\">98.5<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"82\">SP<\/td>\n<td width=\"74\">97.7<\/td>\n<td width=\"74\">98.9<\/td>\n<td width=\"98\">-1.2<\/td>\n<td width=\"90\">97.6<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"82\">PdA<\/td>\n<td width=\"74\">97.4<\/td>\n<td width=\"74\">96.9<\/td>\n<td width=\"98\">0.5<\/td>\n<td width=\"90\">&#8211;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"82\">EVP<\/td>\n<td width=\"74\">89.5<\/td>\n<td width=\"74\">83.6<\/td>\n<td width=\"98\">5.9<\/td>\n<td width=\"90\">94.2<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"82\">glp<\/td>\n<td width=\"74\">85.9<\/td>\n<td width=\"74\">97.8<\/td>\n<td width=\"98\">-11.9<\/td>\n<td width=\"90\">96.4<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"82\">CSP OW<\/td>\n<td width=\"74\">52.6<\/td>\n<td width=\"74\">64.1<\/td>\n<td width=\"98\">-11.5<\/td>\n<td width=\"90\">57.3<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"82\">CVP<\/td>\n<td width=\"74\">50.9<\/td>\n<td width=\"74\">50.6<\/td>\n<td width=\"98\">0.3<\/td>\n<td width=\"90\">50.2<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"82\">BDP<\/td>\n<td width=\"74\">50.4<\/td>\n<td width=\"74\">60.4<\/td>\n<td width=\"98\">-10.0<\/td>\n<td width=\"90\">56.5<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"82\">FDP<\/td>\n<td width=\"74\">18.5<\/td>\n<td width=\"74\">19.0<\/td>\n<td width=\"98\">-0.5<\/td>\n<td width=\"90\">27.6<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"82\">Lega<\/td>\n<td width=\"74\">9.2<\/td>\n<td width=\"74\">7.8<\/td>\n<td width=\"98\">1.4<\/td>\n<td width=\"90\">13.5<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"82\">SVP<\/td>\n<td width=\"74\">8.5<\/td>\n<td width=\"74\">4.8<\/td>\n<td width=\"98\">3.7<\/td>\n<td width=\"90\">8.2<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"82\">MCG<\/td>\n<td width=\"74\">7.9<\/td>\n<td width=\"74\">9.4<\/td>\n<td width=\"98\">-1.5<\/td>\n<td width=\"90\">36.5<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><strong><em>Legende:<\/em><\/strong><em>. <\/em>Das Umweltrating dr\u00fcckt in Prozent aus, wie h\u00e4ufig die Parlamentarierinnen und Parlamentarier umweltpolitischen Anliegen zustimmen.\u00a0Untersucht wurden 19 Abstimmungen zwischen der Wintersession 2016 und der Herbstsession 2017.\u00a0<em>Das Ergebnis pro Partei gibt an, wie h\u00e4ufig ein durchschnittliches Nationalratsmitglied dieser Partei f\u00fcr den Umweltschutz gestimmt hat.\u00a0<\/em><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<table width=\"416\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"225\"><strong>Bandbreite der Parteien im St\u00e4nderat<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/td>\n<td width=\"191\">Umweltfreundlichkeit in Prozent (100 % = in allen Abstimmungen umweltfreundlich)<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"225\">SVP<\/td>\n<td width=\"191\">5 bis 20<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"225\">FDP<\/td>\n<td width=\"191\">17.5 bis 40<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"225\">CVP<\/td>\n<td width=\"191\">27.5. bis 75<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"225\">SP<\/td>\n<td width=\"191\">90 bis 100<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><strong><em>Legende: <\/em><\/strong><em>SR Minder (parteilos), SR Luginb\u00fchl (BDP) und SR Cramer (Gr\u00fcne) werden in dieser Tabelle nicht abgebildet, da sie die einzigen Vertreter ihrer Parteien im St\u00e4nderat bzw. parteilos sind. SR Comte (FDP) und SR Bischofberger (CVP) erhalten kein Umweltrating, da sie als St\u00e4nderatspr\u00e4sidenten an vielen der ber\u00fccksichtigten Abstimmungen nicht teilgenommen haben. <\/em><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Kontaktpersonen: <\/strong><strong><br \/>\nWWF Schweiz:<\/strong> Michael Fust, Verantwortlicher Politik, 078 885 79 33, <a href=\"mailto:michael.fust@wwf.ch\">michael.fust@wwf.ch<\/a><br \/>\n<strong>VCS Verkehrs-Club der Schweiz<\/strong>: Matthias M\u00fcller, Leiter Public Affairs, 079 757 00 91, <a href=\"mailto:matthias.mueller@verkehrsclub.ch\">matthias.mueller@verkehrsclub.ch<\/a><\/p>\n<p><strong>Greenpeace Schweiz<\/strong>: Anne Voigt, Verantwortliche Politik, 076 759 24 84, <a href=\"mailto:anne.voigt@greenpeace.org\">anne.voigt@greenpeace.org<\/a><\/p>\n<p><strong>Pro Natura: <\/strong>Roland Schuler, Medienverantwortlicher, 079 826 69 47, <a href=\"mailto:roland.schuler@pronatura.ch\">roland.schuler@pronatura.ch<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Umweltrating der Umweltallianz<\/strong><\/p>\n<p>Die Umweltallianz (Greenpeace, Pro Natura, VCS und WWF) analysiert j\u00e4hrlich anhand einer Auswahl von Abstimmungen, wie umweltfreundlich Parlamentarierinnen und Parlamentarier votieren. Ein Expertenteam der Umweltorganisationen legt jeweils die relevanten Abstimmungen fest, wobei sich die Auswahl an den Kernzielen der Umweltorganisationen orientiert. Die Abstimmungen sind unter <a href=\"http:\/\/www.umweltrating.ch\">www.umweltrating.ch<\/a> aufgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Berechnung: Jedes Stimmverhalten zugunsten der Umwelt ergibt bei der Berechnung des Umweltratings einen Pluspunkt, eine Stimme gegen Umweltanliegen einen Minuspunkt. Enthaltungen und Abwesenheiten ergeben je einen halben Pluspunkt. Entschuldigte Absenzen und das Ratspr\u00e4sidium werden f\u00fcr die Berechnung nicht mit einbezogen (Details siehe: <a href=\"http:\/\/www.umweltrating.ch\/eidgenoessisch\/hintergrund\/abstimmungsverhalten\/\">www.umweltrating.ch\/eidgenoessisch\/hintergrund\/abstimmungsverhalten<\/a>).<\/p>\n<p>Einzelne Ratsmitglieder die erst seit kurzer Zeit im Rat sind, erhalten kein eigenes Rating. Ihr Abstimmungsverhalten wird jedoch bei der Berechnung des Parteiendurchschnitts mit einbezogen.<\/p>\n<p>F\u00fcr den St\u00e4nderat wurde das Rating f\u00fcr die zwei ersten Jahre der 50. Legislatur gemeinsam gemacht um eine ausreichende Anzahl von Abstimmungen ber\u00fccksichtigen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Rating der Umweltallianz best\u00e4tigt den Trend des letzten Jahres \u2013 auch 2017 nahm die Umweltfreundlichkeit des Parlaments ab. Grund daf\u00fcr sind die Vertreterinnen und Vertreter der SVP- und FDP. 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