{"id":79466,"date":"2022-01-05T06:00:00","date_gmt":"2022-01-05T05:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=79466"},"modified":"2022-01-04T14:29:47","modified_gmt":"2022-01-04T13:29:47","slug":"wir-muessen-unsere-hoftueren-oeffnen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/79466\/wir-muessen-unsere-hoftueren-oeffnen\/","title":{"rendered":"\u00abWir m\u00fcssen unsere Hoft\u00fcren \u00f6ffnen\u00bb"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Marlen Koch f\u00fchrt mit ihrem Mann Stephan den Bergbauernhof Obermettlen im luzernischen Root. Zusammen verwirklichen sie dort ihre Vision einer nachhaltigen und solidarischen Landwirtschaft, die respektvoll mit Natur, Tier und Mensch umgeht. Herzst\u00fcck des Betriebs: Die Herbstzeitlosen-Herde, in der f\u00fcnf alte Mutterk\u00fche eine zweite Chance erhalten haben. Mit diesem Projekt sind sie f\u00fcr den Prix Climat, einer Preisverleihung der Klima-Allianz f\u00fcr innovative und klimafreundliche Landwirt:innen, nominiert.<\/strong><\/p>\n\n<p><strong>Marlen, was ist dein Verst\u00e4ndnis von Landwirtschaft?<\/strong><\/p>\n\n<p>Als Landwirte bewirtschaften wir das Land, um daraus hochwertige, gesunde Lebensmittel zu gewinnen. Das ist f\u00fcr mich einer der wichtigsten Berufe \u00fcberhaupt, denn wir alle m\u00fcssen essen, um zu \u00fcberleben. Entsprechend haben wir eine grosse Verantwortung gegen\u00fcber der Natur, den Tieren und den Menschen sowie der n\u00e4chsten Generation.<\/p>\n\n<p><strong>Du und Stephan habt euch mit eurem Projekt \u00abHerbstzeitlose\u00bb f\u00fcr den Prix Climat beworben \u2013 Was war die Motivation?<\/strong><\/p>\n\n<p>Wir wollen uns f\u00fcr standortgerechte Fleischproduktion engagieren und f\u00fcr bewussten Fleischkonsum sensibilisieren. Die Nutztierproduktion hat eine hohe Klimarelevanz und wird sich k\u00fcnftig ver\u00e4ndern m\u00fcssen. Die Debatte muss jedoch differenziert gef\u00fchrt werden. Eine Kuh, die sich ausschliesslich von Grasland ern\u00e4hrt auf Fl\u00e4chen, die f\u00fcr den Ackerbau nicht geeignet sind, leistet einen wichtigen Beitrag f\u00fcr die Weltern\u00e4hrung.&nbsp;<\/p>\n\n<p>Wir wollen sichtbar machen, dass es nachhaltige Landwirtschaft bereits gibt. Denn der Wandel in der Politik und in der Gesellschaft geht f\u00fcr uns zu langsam. Er wird von bewahrenden Kr\u00e4ften, die vom bisherigen System profitieren, zu stark gebremst. Wir Konsument:innen und Produzent:innen gemeinsam haben aber eine grosse Macht, etwas zu bewegen. Wir m\u00f6chten den Menschen aufzeigen, dass sie bereits heute mit ihrem Griff ins Verkaufsregal ein Teil des Wandels sein k\u00f6nnen. Denn wir B\u00e4uer:innen k\u00f6nnen nur produzieren, was von Konsument:innen auch nachgefragt wird.<\/p>\n\n<p><strong>Wie funktioniert euer Projekt \u00abHerbstzeitlose\u00bb und was ist die Idee dahinter?<\/strong><\/p>\n\n<p>Unser Hof besteht aus Wiesen und Weiden in Hanglage, auf denen wir keinen Ackerbau betreiben und somit keine Lebensmittel f\u00fcr den direkten Konsum durch die Menschen herstellen k\u00f6nnen. Wir brauchen also die Wiederk\u00e4uer, um das Gras in wertvolles Protein f\u00fcr den menschlichen Verzehr umzuwandeln. Wenn wir die Tiere f\u00fcr unsere Zwecke nutzen, war es uns aber wichtig, dies respektvoll, artgerecht und nachhaltig zu tun \u2013 Und dass die wertvollen Lebensmittel, die daraus entstehen, von den Konsument:innen auch wertgesch\u00e4tzt werden.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n<p>Die Basis des Projekts bilden f\u00fcnf alte Mutterk\u00fche der ProSpecieRara-Rasse R\u00e4tisches Grauvieh, die eigentlich geschlachtet werden sollten. Sie sind unsere Herbstzeitlosen und erhalten auf der Obermettlen eine zweite Chance. Jedes Kalb, das sie geb\u00e4ren, erh\u00e4lt acht Pat:innen. Diese bezahlen je zwei Jahre lang einen Franken pro Tag. An Bauernhoftagen k\u00f6nnen sie aktiv auf dem Hof mitarbeiten und so einen Einblick erhalten, was hinter einem Bissen Fleisch steckt. Nach zwei Jahren schliesst sich der Lebenskreislauf unserer Tiere durch die Hoft\u00f6tung. Und so wird aus ihnen wertvolles Rindfleisch, von dem die Pat:innen ihren Anteil erhalten. Dadurch sensibilisieren wir f\u00fcr bewussten Fleischkonsum.<\/p>\n\n<p><strong>Ihr macht auf eurem Hof die Konsument:innen zu (Mit-)B\u00e4uer:innen. Weshalb ist f\u00fcr dich der Einbezug der Konsument:innen in der Landwirtschaft so wichtig?<\/strong><\/p>\n\n<p>Wie sollen die Konsument:innen heute den wahren Wert eines Produktes erkennen, wenn sie die Landwirtschaft nur aus den Werbekampagnen der Lebensmittelindustrie kennen und von einer Fleischaktion nach der anderen in die L\u00e4den gelockt werden? Wenn wir den Nahrungsmitteln ihren wahren Wert zur\u00fcckgeben wollen, m\u00fcssen wir unsere Hoft\u00fcren \u00f6ffnen und den Konsument:innen die M\u00f6glichkeit geben mitzuerleben, wie sie entstehen.<\/p>\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-4-3 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<lite-youtube style=\"background-image: url('https:\/\/i.ytimg.com\/vi\/akGO8rcoS4o\/hqdefault.jpg');\" videoid=\"akGO8rcoS4o\" params=\"rel=0&#038;enablejsapi=1&#038;origin=https%3A%2F%2Fwww.greenpeace.ch&#038;cc_load_policy=1\"><\/lite-youtube>\n<\/div><figcaption><meta charset=\"utf-8\">Marlen Koch f\u00fchrt mit ihrem Mann Stephan den Bergbauernhof Obermettlen im luzernischen Root<\/figcaption><\/figure>\n\n<p><strong>Was ist das bisher beeindruckendste Erlebnis aus deinem B\u00e4uerinnen-Alltag?<\/strong><\/p>\n\n<p>Am tiefsten ber\u00fchrt hat mich die Hoft\u00f6tung, f\u00fcr die wir hart gek\u00e4mpft haben. Wir begleiten unsere Tiere vom ersten bis zum letzten Atemzug. Beide machen sie auf unserem Hof, in ihrer vertrauten Umgebung, ohne Stress und Angst. Die Hoft\u00f6tung ist sehr w\u00fcrdevoll, ein Moment voller Ehrfurcht und Dankbarkeit. Das hat mich und meinen Bezug zu Fleisch komplett ver\u00e4ndert. Fleisch ist f\u00fcr mich zum wertvollsten Lebensmittel \u00fcberhaupt geworden. Wir essen weniger, viel bewusster und fast nur noch das eigene Fleisch.<\/p>\n\n<p><strong>Was m\u00f6chtest du noch erreichen?<\/strong><\/p>\n\n<p>Wir haben uns mit unserem kleinen Hof, den Events und unserem Herbstzeitlosen-Projekt unseren Lebenstraum aufgebaut. Nun w\u00fcnsche ich mir, dass wir diesen lange geniessen, viele Menschen damit ber\u00fchren und weitere B\u00e4uer:innen ermutigen k\u00f6nnen, ihren eigenen Weg zu gehen. Dann bin ich zufrieden. Aber nat\u00fcrlich wird es uns an weiteren verr\u00fcckten Ideen nicht mangeln!<\/p>\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Prix Climat<\/h2>\n\n<p>Neben Marlen und Stephan Koch pr\u00e4sentieren f\u00fcnf weitere Finalist:innen ihre Ans\u00e4tze im Rahmen des <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.prixclimat.ch\/\" target=\"_blank\">Prix Climat<\/a>. <\/p>\n\n<p>Wer mit seinem\/ihrem innovativen Ansatz am meisten \u00fcberzeugt, zeigt sich im M\u00e4rz 2022: Dann n\u00e4mlich k\u00fcrt die ganze Schweiz mittels Online Voting und eine Fachjury an einer Preisverleihung den\/die Gewinner:in mit dem Prix Climat.<\/p>\n\n<p><strong>Mehr zum Prix Climat gibt es <a href=\"https:\/\/www.prixclimat.ch\/\">hier<\/a><\/strong>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Marlen Koch f\u00fchrt mit ihrem Mann Stephan den Bergbauernhof Obermettlen im luzernischen Root. Zusammen verwirklichen sie dort ihre Vision einer nachhaltigen und solidarischen Landwirtschaft, die respektvoll mit Natur, Tier und Mensch umgeht.<\/p>\n","protected":false},"author":50,"featured_media":79468,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_planet4_optimize_post_is_variant":false,"_planet4_optimize_experiment_name":"","_planet4_optimize_variant_name":"","ep_exclude_from_search":false,"p4_og_title":"","p4_og_description":"","p4_og_image":"","p4_og_image_id":"","p4_seo_canonical_url":"","p4_campaign_name":"not set","p4_local_project":"not set","p4_basket_name":"not set","p4_department":"","footnotes":""},"categories":[2],"tags":[33,50],"p4-page-type":[75],"gpch-article-type":[],"class_list":["post-79466","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-klima","tag-ernaehrung","tag-klima","p4-page-type-story"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/79466","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/50"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=79466"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/79466\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/79468"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=79466"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=79466"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=79466"},{"taxonomy":"p4-page-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/p4-page-type?post=79466"},{"taxonomy":"gpch-article-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/gpch-article-type?post=79466"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}