{"id":7951,"date":"2018-01-15T00:00:00","date_gmt":"2018-01-14T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/7951\/vernissage-greenpeace-photo-award-excessocenus\/"},"modified":"2019-05-30T08:20:30","modified_gmt":"2019-05-30T06:20:30","slug":"vernissage-greenpeace-photo-award-excessocenus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/7951\/vernissage-greenpeace-photo-award-excessocenus\/","title":{"rendered":"Vernissage Greenpeace Photo Award: EXCESSOCENUS"},"content":{"rendered":"<p><strong>Eine Ausstellung im COALMINE Forum f\u00fcr Dokumentarfotografie und im\u00a0<\/strong><strong>COALMINE Raum f\u00fcr zeitgen\u00f6ssische Fotografie, kuratiert von Sascha Renner.\u00a0<\/strong><b>Die COALMINE in Winterthur pr\u00e4sentiert vom 19. Januar bis 7. April den Jurypreis des letzten Greenpeace Photo Award in Zusammenarbeit mit Greenpeace und in Medienpartnerschaft mit \u00abGEO\u00bb.<\/b><\/p>\n<p><em>Vernissage: Donnerstag, 18. Januar 2018, ab 18.30 Uhr<\/em><br \/>\n<em> 19 Uhr Einf\u00fchrung mit Cristina de Middel, Bruno Morais und Sascha Renner<\/em><\/p>\n<p>Ist das wahr? Ungl\u00e4ubigkeit ist oft die erste Reaktion auf die Fotografien von Cristina de Middel. Mit einer am Dokumentarischen orientierten Bildsprache verunsichert und am\u00fcsiert sie die Betrachter. Ihre Bilderz\u00e4hlungen sind reich an Einfallsreichtum und Gestaltungskraft, kreisen aber meist um eine ernste Thematik. Sie verkn\u00fcpft darin das soziale Engagement einer humanistischen <em>concerned photography<\/em> mit dem Anspruch k\u00fcnstlerischer Autonomie. Innerhalb weniger Jahre ist Cristina de Middel so zur stilbildenden Vorreiterin einer erweiterten Fotografie geworden, die Intuition und geistreiche Fantasie nutzt, um die Funktion von Narrativen in Zeiten des Postfaktischen zu erkunden.<\/p>\n<p>Bekanntheit erlangte die ehemalige Fotojournalistin mit der Serie \u00abThe Afronauts\u00bb (2012). Weitgehend fiktional, nimmt sie eine wahre Begebenheit \u2013\u00a0Sambias Pl\u00e4ne f\u00fcr ein eigenes Raumfahrtprogramm nach der Unabh\u00e4ngigkeit \u2013 zum Anlass, um kulturelle Voreingenommenheit, westliche Hegemonie und Paternalismus gegen\u00fcber Afrika zu thematisieren. Dabei l\u00f6st sie die Grenzen zwischen Fotojournalismus und Fiktion auf. Auch in ihrer neuen, in der COALMINE pr\u00e4sentierten Arbeit mit dem Titel \u00abExcessocenus\u00bb (2016\u201317) stehen globale Asymmetrien und deren Auswirkungen auf arme L\u00e4nder im Zentrum. In rund vierzig Fotografien inszeniert Cristina de Middel zusammen mit dem brasilianischen Fotografen Bruno Morais eine Reihe von Konsum- und Wohlstandsexzessen.<\/p>\n<p>Mit der Industrialisierung hat die Menschheit gem\u00e4ss Wissenschaftlern ein neues Zeitalter eingel\u00e4utet: das Anthropoz\u00e4n. In dieser Epoche ist der Mensch zum wichtigsten Einflussfaktor auf die biologischen, geologischen und atmosph\u00e4rischen Prozesse unseres Planeten geworden. Mit dem \u00abExzessoz\u00e4n\u00bb, so postulieren de Middel und Morais, folgen wir heute einer Ideologie, die f\u00fcr unser eigenes \u00dcberleben zur Bedrohung geworden ist. Trotz der katastrophalen Begleiterscheinungen dient das westliche Wohlstandsmodell vielen L\u00e4ndern des S\u00fcdens als Blaupause. Afrika giert nach Wachstum und wurde zum wichtigen Absatzmarkt f\u00fcr Billigware und elektronische Produkte, die mit toxischen Stoffen belastet sind.<\/p>\n<p>De Middel und Morais interessieren sich f\u00fcr die Konsequenzen solcher makro\u00f6konomischen Prozesse im Alltag der Menschen Afrikas. Dazu gestalteten sie Bilder zu verschiedenen Ausbeutungsexzessen, in den Bereichen Rohstoffabbau, Energieverschwendung, \u00dcberfischung oder Massentourismus. Ihre Bildideen setzten sie mit Zufallsbekanntschaften in Mozambik um, im Bestreben, die Probleme von der globalen auf die lokale oder individuelle Ebene zu \u00fcbersetzen. Mit den so entstandenen surrealen Inszenierungen gelingt den K\u00fcnstlern zweierlei: pr\u00e4gnante Bilder f\u00fcr anthropogene Umwelteinfl\u00fcsse zu schaffen, die durch ihre ikonische Kraft hoch \u00e4sthetisch und einpr\u00e4gsam sind. Und die unproduktive Polarit\u00e4t von Dokumentation und Inszenierung in Frage zu stellen, die das Nachdenken \u00fcber Fotografie bestimmt. Das Vermittelnde, Indirekte und Gestaltende ist f\u00fcr sie kein Defizit des Dokumentarischen, sondern der Schl\u00fcssel zu Erz\u00e4hlungen, die die Menschen unmittelbar ansprechen. \u00abMan muss erfinderisch sein, mit einem Sinn f\u00fcr Humor, um wirklich zu verstehen, was vor sich geht\u00bb, so Cristina de Middel. \u00abDaf\u00fcr nutzen wir Fiktion, Fantasie, Ironie und Geschichte. Es gibt keine eindeutigen Wahrheiten, und so k\u00f6nnen auch wir nicht eindeutig sein.\u00bb<\/p>\n<p><strong>Die Ausstellung<br \/>\n<\/strong>Die Thematik des Exzesses wird in der Ausstellung konsequent fortgef\u00fchrt. Anstelle von gerahmten Kunstdrucken kommen kommerzielle Bildtr\u00e4ger und Werbematerialien zum Einsatz, wie sie Online-Druckereien weltweit anbieten. Bedruckte Tapeten, Poster, Flyer, Kalender, Mausmatten, Sticker und Stofftaschen addieren sich zu einer visuellen Kakophonie \u2013 zu einer aufdringlichen Werbemaschine, die ihr Gl\u00fccksversprechen unaufh\u00f6rlich wiederholt. Eine eigens aufgesetzte Website bel\u00e4stigt die Besucher mit Pop-up-Fenstern, hinter denen jeglicher Inhalt verschwindet. Die Ausstellung wird so zum Trojanischen Pferd: Sie besticht durch ihre Opulenz und ikonische Kraft, entwertet sich aber in der Summe sogleich wieder.<\/p>\n<p><strong>Die Partnerschaft: Greenpeace Photo Award<br \/>\n<\/strong>Zum dritten Mal pr\u00e4sentiert die COALMINE die Preistr\u00e4ger des Greenpeace Photo Award. In Zusammenarbeit mit Greenpeace Schweiz und in Medienpartnerschaft mit GEO wurden Fotoschaffende aus allen Kontinenten eingeladen. Nicht fertige Fotoarbeiten wurden gesucht, sondern noch nicht ver\u00f6ffentlichte Projekte in Arbeit. Eine Jury (Ruth Eichhorn, Bildredaktion GEO, Azu Nwagbogu, Fotofestival Lagos, Peter Pfrunder, Fotostiftung Schweiz) nominierte elf Fotoschaffende und vergab zwei Jurypreise. Ein Jurypreis in der H\u00f6he von 10\u2019000 Euro wurde an Cristina de Middel und Bruno Morais vergeben. Der Greenpeace Photo Award wird von der Stanley Thomas Johnson Stiftung unterst\u00fctzt.<\/p>\n<p><strong>Biografien<br \/>\n<\/strong>Cristina de Middel (1975) wurde in Alicante, Spanien, geboren. Sie wohnt und arbeitet heute in Uruapan, Mexiko. Nach zehn Jahren als Fotojournalistin widmet sie sich aktuell vor allem konzeptuellen Arbeiten, die weltweit ausgestellt werden. Seit 2017 Magnum Nominee.<\/p>\n<p>Bruno Morais ist in Rio de Janeiro aufgewachsen. Er ist Gr\u00fcnder des Colectivo Pandilla und nutzt seine Fotografie oft f\u00fcr Bildung und gesellschaftlichen Wandel. De Middel und Morais fotografierten 2015 erstmals zusammen in den Favelas von Rio de Janeiro.<\/p>\n<hr \/>\n<p>F\u00fcr Fragen oder weitere Informationen steht Ihnen das COALMINE-Team unter Telefon 052 268 68 68\u00a0oder per E-Mail <a href=\"mailto:info@coalmine.ch\">info@coalmine.ch<\/a> gerne zur Verf\u00fcgung. Bei inhaltlichen Fragen wenden Sie sich bitte an: Sascha Renner (<a href=\"mailto:renner@coalmine.ch\">renner@coalmine.ch<\/a>).<\/p>\n<p>Medienstelle Greenpeace Schweiz: 044 447 41 11, <a href=\"mailto:pressestelle.ch@greenpeace.org\">pressestelle.ch@greenpeace.org<\/a><\/p>\n<p>Pressematerial inklusive Fotos: <a href=\"http:\/\/1708.seu.cleverreach.com\/c\/29720426\/87389de1b9b5-p2lh79\">www.coalmine.ch\/coalmine\/presse<\/a><\/p>\n<p><strong>\u00d6ffnungszeiten COALMINE<\/strong><br \/>\nMo\u2013Fr 8\u201319 &amp; Sa 11\u201316 Uhr. Geschlossen 17.2.\u201319.2. (Fasnacht), 30.3.\u20132.4. (Ostern)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Ausstellung im COALMINE Forum f\u00fcr Dokumentarfotografie und im\u00a0COALMINE Raum f\u00fcr zeitgen\u00f6ssische Fotografie, kuratiert von Sascha Renner.\u00a0Die COALMINE in Winterthur pr\u00e4sentiert vom 19. Januar bis 7. 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