{"id":79934,"date":"2022-01-25T10:00:00","date_gmt":"2022-01-25T09:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=79934"},"modified":"2022-01-24T21:04:38","modified_gmt":"2022-01-24T20:04:38","slug":"neue-studie-zeigt-klimakrise-und-stromknappheit-die-sonne-macht-atom-und-fossile-energien-ueberfluessig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/79934\/neue-studie-zeigt-klimakrise-und-stromknappheit-die-sonne-macht-atom-und-fossile-energien-ueberfluessig\/","title":{"rendered":"Neue Studie zeigt: Klimakrise und Stromknappheit \u2013 die Sonne macht Atom und fossile Energien \u00fcberfl\u00fcssig"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Die Schweiz braucht keine Atomkraft und fossilen Energien, um ihre Energieversorgung sicherzustellen und den Klimawandel einzud\u00e4mmen. Sondern einen deutlich schnelleren Ausbau der Photovoltaik. Das zeigt <a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/publikation\/79839\/versorgungssicherheit-und-klimaschutz\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">eine neue Studie<\/a> im Auftrag von Greenpeace Schweiz. Die Umweltorganisation fordert darum vom Parlament einen Solar-Sprint: Bei der anstehenden Revision des Energie- und des Stromversorgungsgesetzes muss der Ausbau der Solarenergie deutlich schneller vorangetrieben werden als vom Bundesrat vorgeschlagen.<\/strong><\/p>\n\n<p>In den n\u00e4chsten Tagen diskutiert die Umweltkommission des St\u00e4nderates die Revision des Energie- und des Stromversorgungsgesetzes. Damit kann die kleine Kammer \u2013 noch vor dem neu aufgegleisten CO2-Gesetz \u2013 die Weichen f\u00fcr mehr Klimaschutz und eine verbesserte Stromversorgungssicherheit stellen. Greenpeace Schweiz fordert darum, dass im Energiegesetz das Ausbauziel f\u00fcr die Produktion von Elektrizit\u00e4t aus erneuerbaren Energien, ausser Wasserkraft, deutlich h\u00f6her sein muss als vom Bundesrat vorgeschlagen. Konkret sollen bis 2035 mindestens 38 Terawattstunden (TWh) statt der vorgesehenen 17 TWh aus neuen erneuerbaren Energien \u2013 vornehmlich Photovoltaik \u2013 stammen.&nbsp;<\/p>\n\n<p>\u00abDie Schweiz muss einen Solar-Sprint hinlegen. Ein stark beschleunigter Ausbau der Photovoltaik ist der Schl\u00fcssel f\u00fcr eine sichere und klimavertr\u00e4gliche Energieversorgung. Hier haben wir enormen Nachholbedarf\u00bb, sagt Georg Klingler, Energie- und Klimaexperte bei Greenpeace Schweiz. Mit einer verst\u00e4rkten Nutzung der Sonne k\u00f6nnen die hohen CO2-Emissionen aus Verkehr, Geb\u00e4ude und Industrie auf netto null gesenkt werden. Daf\u00fcr braucht es weder neue Gaskraftwerke noch verl\u00e4ngerte Laufzeiten f\u00fcr die bestehenden Atomkraftwerke und schon gar keinen Ausbau der Atomenergie.&nbsp;<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Netto null bis 2035 \u2013 so kann die Schweiz die 1,5-Grad-Grenze noch einhalten&nbsp;<\/strong><\/h2>\n\n<p>Wie die Schweiz konkret ihren Teil zur L\u00f6sung der Klimakrise beitragen und die Stromversorgungssicherheit gew\u00e4hrleisten kann, <a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/publikation\/79839\/versorgungssicherheit-und-klimaschutz\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">zeigt das neue Gesamtenergieszenario<\/a> f\u00fcr die Schweiz von Greenpeace Schweiz, das von Expert:innen der University of Technology in Sydney auf Basis des neuesten Wissensstandes des Weltklimarats IPCC erarbeitet wurde. Im Greenpeace-Energieszenario h\u00e4lt die Schweiz das CO2-Budget ein, das ihr ab 2020 noch zur Verf\u00fcgung steht, um ihren Beitrag an eine maximale globale Erw\u00e4rmung von 1,5 Grad zu leisten. Zudem werden die Atomrisiken minimiert, das letzte Atomkraftwerk der Schweiz wird im Jahr 2029 vom Netz genommen. Die Versorgungssicherheit ist zu jeder Zeit gew\u00e4hrleistet.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n<p>Damit all diese Ziele erreicht werden k\u00f6nnen, muss bereits bis 2025 der Ausbau der Photovoltaik massiv beschleunigt werden. Im Endausbau wird die Photovoltaik gar mehr zur Energieversorgung beitragen als die Wasserkraft. So lassen sich bis 2030 die CO2-Emissionen des gesamten Energiesystems der Schweiz um 60% und bis 2035 um 90% im Vergleich zu 1990 senken, ohne dabei die Biodiversit\u00e4t zu gef\u00e4hrden. Die verbleibenden CO2-Emissionen k\u00f6nnen durch negative Emissionen, also durch die Entfernung von Kohlenstoff aus der Atmosph\u00e4re, ausgeglichen werden, damit 2035 netto null CO2-Emissionen resultieren. F\u00fcr Greenpeace stehen hier der dauerhafte Schutz und der Wiederaufbau von klimarelevanten \u00d6kosystemen im Vordergrund.&nbsp;<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Mit Wasserkraft und Photovoltaik gegen ein Blackout&nbsp;<\/strong><\/h2>\n\n<p>Mit dem in der Studie angestrebten Strommix wird die Stromversorgung besser gegen allf\u00e4llig Blackouts abgesichert als heute. Das unterstreichen die Analysen zur Stromnetzstabilit\u00e4t und die realit\u00e4tsgetreue Modellierung der Stromversorgungssituation. Dabei wird deutlich: Je schneller der Ausbau der Photovoltaik erfolgt, desto fr\u00fcher k\u00f6nnen die seit Jahren auftretenden Stromversorgungsdefizite im Winter reduziert werden. \u00abDie derzeitige Stromknappheit im Winter ist darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren, dass die Schweiz bislang den Ausbau der erneuerbaren Energien verschlafen hat\u00bb, sagt Klingler. Bei einem Vollausbau der Photovoltaik im Jahr 2050 besteht kein Winterdefizit mehr. Stattdessen entstehen massive Stromproduktions\u00fcbersch\u00fcsse im Sommer, die f\u00fcr die Herstellung von Wasserstoff und synthetischen Brenn- oder Treibstoffen gebraucht werden. Damit k\u00f6nnen schwer elektrifizierbare Anwendungen in der Industrie und im Verkehr mit klimafreundlicher Energie versorgt werden. \u00abDie durch den Solarausbau anfallenden Sommer\u00fcbersch\u00fcsse tragen ganz entscheidend dazu bei, dass die Dekarbonisierung gelingen kann\u00bb, sagt Klingler.&nbsp;<\/p>\n\n<p>Greenpeace Schweiz geht von zus\u00e4tzlichen Investitionen von rund 105 Milliarden Franken bis 2050 f\u00fcr eine atom- und CO2-freie Schweizer Energieversorgung aus. Diese Investitionen schaffen hierzulande Arbeitspl\u00e4tze und Wertsch\u00f6pfung. Die Studie rechnet bis 2030 mit rund 30\u2019000 neuen Arbeitspl\u00e4tzen im Cleantech-Bereich. Der Umbau der Energieversorgung wird zudem dazu f\u00fchren, dass Geld, welches heute f\u00fcr den Import von Erd\u00f6l und Erdgas in L\u00e4nder wie Libyen, Kasachstan, Nigeria oder Russland abfliesst, in Zukunft in der Schweiz investiert wird.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Weitere Informationen<\/strong><\/h2>\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><a href=\"https:\/\/drive.google.com\/drive\/folders\/1druGsB7RfIFomBa0L6q1hKjtV4gAIfUf?usp=sharing\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Dossier zur Medienkonferenz<\/a> vom 25. Januar 2022<\/li><li>Die Studie \u00abVersorgungssicherheit und Klimaschutz. Wie die Schweiz mit einem raschen Ausbau der Photovoltaik eine sichere und klimavertr\u00e4gliche Energieversorgung gew\u00e4hrleisten kann\u00bb ist auf <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.greenpeace.ch\/energieversorgung\" target=\"_blank\">www.greenpeace.ch\/energieversorgung<\/a> zu finden. <\/li><\/ul>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Kontakte&nbsp;<\/strong><\/h2>\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Georg Klingler, Energie- und Klimaexperte bei Greenpeace Schweiz, +41 79 785 07 38, <a href=\"mailto:georg.klingler@greenpeace.org\">georg.klingler@greenpeace.org<\/a>&nbsp;&nbsp;<\/li><li>Medienstelle Greenpeace Schweiz: +41 44 447 41 11, <a href=\"mailto:pressestelle.ch@greenpeace.org\">pressestelle.ch@greenpeace.org<\/a>&nbsp;&nbsp;<\/li><\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Schweiz braucht keine Atomkraft und fossilen Energien, um ihre Energieversorgung sicherzustellen und den Klimawandel einzud\u00e4mmen. 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