{"id":8033,"date":"2018-09-04T00:00:00","date_gmt":"2018-09-03T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/8033\/nationalbank-am-scheideweg\/"},"modified":"2019-05-30T08:22:59","modified_gmt":"2019-05-30T06:22:59","slug":"nationalbank-am-scheideweg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/8033\/nationalbank-am-scheideweg\/","title":{"rendered":"Nationalbank am Scheideweg"},"content":{"rendered":"<p><em>Medienmitteilung der Klima-Allianz Schweiz, zu der auch Greenpeace Schweiz geh\u00f6rt<\/em><\/p>\n<p class=\"p1\"><strong><span class=\"s1\">Die Auslandinvestitionen der Schweizer Nationalbank verursachen mindestens so viele Treibhausgase wie die gesamte Schweiz. N\u00e4chste Woche f\u00e4llt die Nationalratskommission f\u00fcr Wirtschaft und Abgaben einen Richtungsentscheid zur Zukunft der Schweizer Nationalbank. Eine Parlamentarische Initiative fordert eine Anpassung des aktuellen Nationalbankgesetzes. Die Nationalbank soll k\u00fcnftig nicht nur wirtschaftliche, sondern auch gesellschaftliche Interessen wie den Klimaschutz in ihrer Anlagepolitik ber\u00fccksichtigen m\u00fcssen. Mit einem Brief an die Kommissionsmitglieder unterst\u00fctzt die Klima-Allianz die Parlamentarische Initiative.<\/span><\/strong><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Die Nationalbank hat aktuell rund 10 Prozent ihrer Gesamtreserven, 61,5 Milliarden US-Dollar, an der amerikanischen B\u00f6rse angelegt. Dabei investiert sie auch massgeblich in Erd\u00f6lkonzerne wie Chevron, ExxonMobil, Suncor Energy und Conoco Philipps und verdoppelt auf diese Weise die CO2-Emissionen der Schweiz. Denn fossile Brennstoffe wie Kohle, Erd\u00f6l und Erdgas verursachen den gr\u00f6ssten Teil der Treibhausgasemissionen. Mit ihrem Geld erm\u00f6glicht die Nationalbank die Erschliessung und F\u00f6rderung neuer Vorkommen und finanziert so den Klimawandel aktiv mit.<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Die Klima-Allianz begr\u00fcsst deshalb die <a href=\"https:\/\/www.parlament.ch\/de\/ratsbetrieb\/suche-curia-vista\/geschaeft?AffairId=20170455\">Parlamentarische Initiative<\/a> der gr\u00fcnen Nationalr\u00e4tin Ad\u00e8le Thorens, welche diesen Investitionen einen Riegel schieben will. \u00dcber eine \u00c4nderung des Nationalbankgesetzes soll diese k\u00fcnftig nicht nur den Wirtschaftsinteressen der Schweiz verpflichtet sein, sondern auch der nachhaltigen Entwicklung, wie sie in der Bundesverfassung verankert ist. Nur so st\u00fcnde die Anlagepolitik der Nationalbank im Einklang mit den Klimaschutzmassnahmen, welche die Schweiz mit der Ratifizierung des Pariser Abkommens versprochen hat. Darin nehmen Massnahmen im Finanzbereich als dritter Pfeiler des Klimaschutzes einen hohen Stellenwert ein. <\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Entsprechende gesetzliche Vorgaben sind auch im Interesse der Nationalbank. Denn die Sch\u00e4den der immer h\u00e4ufigeren Klimakatastrophen bedrohen zunehmend auch die Stabilit\u00e4t des Finanzsystems. Kommt hinzu, dass Investitionen in fossile Energietr\u00e4ger l\u00e4ngst nicht mehr rentabel sind: Alleine in den letzten drei Jahren hat die Nationalbank wegen Investitionen in fossile Brennstoffe fast 4 Milliarden US-Dollar verloren. <\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Weiter zuwarten ist gef\u00e4hrlich <\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Zahlreiche andere L\u00e4nder reagierten bereits auf die neuen Entwicklungen und die zunehmenden Risiken: Die Europ\u00e4ische Zentralbank sowie 13 Zentralbanken und Aufsichtsbeh\u00f6rden von Grossbritannien, Frankreich, Deutschland, \u00d6sterreich, Belgien, den Niederlanden, Schweden, Spanien, China, Singapur, Mexiko und Marokko haben \u00f6ffentlich erkl\u00e4rt, sie wollten eine F\u00fchrungsrolle wahrnehmen bei der Eind\u00e4mmung von Klimarisiken f\u00fcr das Finanzsystem und bei der Finanzierung einer kohlenstoffarmen Wirtschaft. \u00abJe sp\u00e4ter die Nationalbank wirksame Massnahmen ergreift, desto schneller kann es zu einer Krise im Schweizer Finanzsystem kommen\u00bb, warnt auch Christian L\u00fcthi, Gesch\u00e4ftsleiter der Klima-Allianz Schweiz. \u00abDie Anpassung der gesetzlichen Vorgaben ist deshalb dringend\u00bb. <\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Bereits im April 2017 forderten mit dem <a href=\"https:\/\/www.dropbox.com\/s\/43tn61fs2777y9s\/Klimaschutz-Memento-SNB-Final_170418.pdf?dl=0\">Klimaschutz-Memento<\/a> 135 Pers\u00f6nlichkeiten aus Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Politik die SNB dazu auf, aus Investitionen in Kohle, Erd\u00f6l und Erdgas auszusteigen.<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><strong><span class=\"s1\">F\u00fcr weitere Informationen und R\u00fcckfragen<\/span><\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Christian L\u00fcthi, Gesch\u00e4ftsleiter Klima-Allianz Schweiz, Tel. +41 76 580 44 99<\/span><\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Sandro Leuenberger, Projektverantwortlicher, Klima-Allianz, Tel. +41 79 941 30 19<\/span><\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"p1\"><a href=\"https:\/\/drive.google.com\/file\/d\/15hC8nBBgDG0maRfcF5A8OXX9wRzpEAPm\/view\"><span class=\"s1\">Brief der Klima-Allianz an die Mitglieder der Kommission f\u00fcr Wirtschaft und Abgaben (29.8.2018)<\/span><\/a><\/p>\n<p class=\"p1\"><a href=\"https:\/\/www.artisansdelatransition.org\/assets\/studie-zur-anlagepolitik-der-schweizerischen-nationalbank-2018.pdf\"><span class=\"s1\">Studie zur Anlagepolitik der Nationalbank (April 2018)<\/span><\/a><\/p>\n<p class=\"p1\"><a href=\"https:\/\/uploads.strikinglycdn.com\/files\/5a167844-9010-4efc-b3f9-6303c7d68e74\/KlimaAllianz_SNB-Empfehlungen_2018-04.pdf\"><span class=\"s1\">Empfehlungen zu Klimarisiken (April 2018)<\/span><\/a><\/p>\n<p><span class=\"s1\">Experten, die an der Ausarbeitung der Empfehlungen zu Klimarisiken der Klima-Allianz vom April 2018 an die Nationalbank beteiligt waren:<\/span><\/p>\n<ul>\n<li><span class=\"s1\">Prof. Sergio Rossi, Chaire de macro\u00e9conomie et d&#8217;\u00e9conomie mon\u00e9taire , Universit\u00e4t Freiburg, Tel. 079 293 94 06<\/span><\/li>\n<li><span class=\"s1\">Prof. Marc Chesney, Head of Dept of Banking and Finance , Universit\u00e4t Z\u00fcrich, Tel. 044 634 45 80 \/ 634 41 07 (Sekr.)<\/span><\/li>\n<li><span class=\"s1\">Prof. Philippe Thalmann, Professur f\u00fcr Umwelt\u00f6konomie, Nachhaltige Entwicklung und Klimawandel , EPFL Lausanne, Tel. 021 693 73 21<\/span><\/li>\n<li><span class=\"s1\">Prof. Stefano Battiston, Professur f\u00fcr Dynamik von Finanzsystemen, Gr\u00fcnder FINEXUS Center for Financial Networks and Sustainability, Dept. of Banking and Finance, Universit\u00e4t Z\u00fcrich, Tel. 044 634 40 58 <\/span><\/li>\n<li><span class=\"s1\">Prof. Anthony Patt, Umweltsystemwissenschaften, Klimaschutz und -anpassung , ETH Z\u00fcrich, Tel. 044 632 58 21<\/span><\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Auslandinvestitionen der Schweizer Nationalbank verursachen mindestens so viele Treibhausgase wie die gesamte Schweiz. 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