{"id":8049,"date":"2018-10-08T00:00:00","date_gmt":"2018-10-07T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/8049\/wissenschaft-zeigt-sofortiges-handeln-kann-klimachaos-verhindern\/"},"modified":"2019-05-30T08:23:18","modified_gmt":"2019-05-30T06:23:18","slug":"wissenschaft-zeigt-sofortiges-handeln-kann-klimachaos-verhindern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/8049\/wissenschaft-zeigt-sofortiges-handeln-kann-klimachaos-verhindern\/","title":{"rendered":"Wissenschaft zeigt: Sofortiges Handeln kann Klimachaos verhindern"},"content":{"rendered":"<p><em>Medienmitteilung der Klima-Allianz Schweiz, zu der auch Greenpeace Schweiz geh\u00f6rt<\/em><\/p>\n<p><strong>Der Weltklimarat IPCC hat heute die Fakten zum global verbindlichen Klimaziel von maximal 1.5 Grad Erw\u00e4rmung pr\u00e4sentiert. F\u00fcr die Klima-Allianz sind die Schl\u00fcsse f\u00fcr die Schweiz klar: a) Es braucht mehr statt weniger Tempo beim Ausstieg aus den fossilen Energien, b) heutige Verschmutzer m\u00fcssen in einen Zukunftsfonds f\u00fcr die k\u00fcnftige Reinigung der Atmosph\u00e4re einzahlen, und c) der R\u00fcckzug von Schweizer Unternehmen aus besonders klimasch\u00e4dlichen Aktivit\u00e4ten ist \u00fcberf\u00e4llig.<\/strong><\/p>\n<p>Die Wissenschaftsgemeinde hat die Fakten zum 1.5-Grad-Ziel des \u00dcbereinkommens von Paris f\u00fcr Regierungen und Unternehmen aufgearbeitet. Die drei wichtigsten Erkenntnisse aus Sicht der Klima-Allianz:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>1.5\u00b0C oder 2\u00b0C \u2013 kleiner Temperaturunterschied mit grosser Auswirkung:<\/strong> das 1.5 Grad Ziel sch\u00fctzt uns signifikant besser vor der aufziehenden, unkontrollierbaren Klimakrise als das vor Paris geltende 2 Grad Ziel. Die Unterschiede bei den Risiken f\u00fcr unsere lebenserm\u00f6glichenden \u00d6kosysteme sowie f\u00fcr Extremwetter-Vorkommnisse werden von den ForscherInnen als signifikant gewertet.<\/li>\n<li><strong>1.5\u00b0C ist noch erreichbar:<\/strong> Wenn wir sofort damit beginnen alle Emissionen Richtung null abzusenken, die Abholzung stoppen, Waldfl\u00e4chen wiederaufforsten und die landwirtschaftliche Produktion konsequent klimafreundlich ausrichten, kann eine Stabilisierung der Klimaver\u00e4nderung noch gelingen. Die Schweiz hat mit ihren weltweit t\u00e4tigen Finanz-, Versicherungs- und Rohstoffkonzernen eine besondere Verantwortung f\u00fcr die globale Zielerreichung.<\/li>\n<li><strong>Negative Emissionen werden ein Thema, Finanzierung ist jetzt aufzugleisen:<\/strong> Bisher ist es keinem Staat gelungen, die klimasch\u00e4dlichen Emissionen gen\u00fcgend einzud\u00e4mmen. Darum rechnen fast alle Szenarien mit einer sp\u00e4teren Entfernung von heutigen Treibhausgasemissionen aus der Atmosph\u00e4re, wenn die Klimaerw\u00e4rmung nicht gef\u00e4hrlich weit \u00fcber 1.5 Grad ansteigen soll (siehe unten). Die Finanzierung solcher Massnahmen ist jedoch bisher unklar.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Klima-Allianz fordert das Parlament auf, die neuesten Erkenntnisse der Wissenschaft f\u00fcr die laufende Totalrevision des CO2-Gesetzes zu ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n<ul>\n<li>Die Vorschl\u00e4ge des Bundesrates, welche statt einer Beschleunigung eine Verlangsamung des Fossil-Ausstiegs in der Schweiz vorsehen, sind zu korrigieren;<\/li>\n<li>die von der Schweiz ausgehenden Finanz-, Handels- und Versicherungsdienstleistungen f\u00fcr weltweite Ausbeutung, Transport und Nutzung fossilen Kohlenstoffs sind zu regulieren, und<\/li>\n<li>es ist ein Klima-Zukunftsfonds f\u00fcr die Finanzierung der k\u00fcnftig notwendigen Entfernung von Emissionen aus der Atmosph\u00e4re aufzusetzen. Ohne einen solchen Fonds bezahlen k\u00fcnftige Generationen statt der heutigen Verschmutzer.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Wer schlimme und unkontrollierbare Klimafolgen f\u00fcr Mensch und Umwelt vermeiden m\u00f6chte, muss jetzt die Weichen stellen. F\u00fcr den heute publizierten Bericht haben hunderte der f\u00fchrenden KlimawissenschafterInnen \u00fcber 6000 aktuelle Studien ausgewertet. Ihr Report zeigt klar, dass weitere Verz\u00f6gerungen grosse gesellschaftliche Kosten verursachen werden.<\/p>\n<p><strong>Kontakte:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Georg Klingler, Klimaexperte Greenpeace Schweiz, 079 785 07 38, <a href=\"mailto:georg.klingler@greenpeace.org\">georg.klingler@greenpeace.org<\/a><\/li>\n<li>Christian L\u00fcthi, Gesch\u00e4ftsleiter Klima-Allianz, 076 580 44 99, <a href=\"mailto:christian.luethi@klima-allianz.ch\">christian.luethi@klima-allianz.ch<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<hr \/>\n<p><strong>Negative Emissionen<\/strong><\/p>\n<p>Fast alle Szenarien im 1.5-Grad Report des IPCC enthalten negative Emissionen, durch eine grossfl\u00e4chige Entfernung von CO2 aus der Atmosph\u00e4re. Eine solche Reinigung der Atmosph\u00e4re ist risikoreich und sehr teuer, sofern sie denn funktionieren wird. Darum muss die schnelle Reduktion von Emissionen in allen Lebensbereichen und der Schutz der heute vorhandenen Kohlenstoffspeicher \u2013 W\u00e4lder, B\u00f6den und Ozeane \u2013 unsere oberste Priorit\u00e4t sein.<\/p>\n<p>Bei den heute diskutierten M\u00f6glichkeiten, um Kohlenstoff aus der Atmosph\u00e4re dauerhaft zu entziehen, sehen wir drei Qualit\u00e4ten von Massnahmen:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Geeignet:<\/strong> Massnahmen f\u00fcr die Aufwertung von \u00d6kosystemen sind zu favorisieren: Dazu geh\u00f6ren die Wiederaufforstung ehemaliger Waldfl\u00e4chen, die Regenerierung von W\u00e4ldern und Torfb\u00f6den sowie die Speicherung von Kohlenstoff in landwirtschaftlichen B\u00f6den inklusive eines m\u00f6glichen Einsatzes nachhaltiger Biokohle.<\/li>\n<li><strong>Noch unsicher:<\/strong> Massnahmen f\u00fcr eine direkte Entfernung von CO2 aus der Atmosph\u00e4re und\/oder die Nutzung von Bioenergie mit anschliessender Abscheidung und dauerhafter Einlagerung des Kohlenstoffs im Boden k\u00f6nnten dereinst wertvolle Beitr\u00e4ge liefern. Sie m\u00fcssen aber weiter erforscht werden, um weitreichende negative Folgen auszuschliessen.<\/li>\n<li><strong>Ungeeignet:<\/strong> Massnahmen zur grossfl\u00e4chigen D\u00fcngung oder Mineralisierung der Ozeane oder auch zur Ver\u00e4nderung von Wolken bewerten wir kritisch, weil nach heutigem Wissen die m\u00f6glichen Gefahren solcher Geoengineering-Eingriffe den m\u00f6glichen Nutzen bei weitem \u00fcbersteigen.<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Weltklimarat IPCC hat heute die Fakten zum global verbindlichen Klimaziel von maximal 1.5 Grad Erw\u00e4rmung pr\u00e4sentiert. 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