{"id":8057,"date":"2018-10-13T00:00:00","date_gmt":"2018-10-12T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/8057\/marsch-fuers-klima-dringendes-handeln-ist-gefragt\/"},"modified":"2019-05-30T08:23:28","modified_gmt":"2019-05-30T06:23:28","slug":"marsch-fuers-klima-dringendes-handeln-ist-gefragt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/8057\/marsch-fuers-klima-dringendes-handeln-ist-gefragt\/","title":{"rendered":"Marsch f\u00fcrs Klima: Dringendes Handeln ist gefragt"},"content":{"rendered":"<p><strong>Mehr als 7000 Personen nahmen heute Samstag am Klimamarsch 2018 in Genf teil, der von rund 20 Organisationen mit Unterst\u00fctzung der Klima-Allianz Schweiz organisiert wurde. Nach der Ver\u00f6ffentlichung des Sonderberichts des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) am vergangenen Montag gingen die Menschen auf die Strasse, um die politischen Beh\u00f6rden angesichts der Klimakrise dazu aufzufordern, endlich aus der Passivit\u00e4t auszubrechen und zu handeln. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Marsches wollten insbesondere ein Signal an das Schweizer Parlament senden, das in K\u00fcrze die Totalrevision des CO2-Gesetzes ber\u00e4t.<\/strong><\/p>\n<p>Der am 8. Oktober ver\u00f6ffentlichte Sonderbericht des Weltklimarats IPCC ist ein Weckruf, der angesichts des sich beschleunigenden Klimawandels ernst genommen werden muss. Der Bericht macht klar, dass ein Weiter-wie-bisher keine Option ist. Alle m\u00fcssen im Kampf gegen die globale Erw\u00e4rmung ihren Teil dazu beitragen. Seit 800\u2019000 Jahren war die CO2-Konzentration in der Atmosph\u00e4re noch nie so hoch. Dadurch ausgel\u00f6ste grosse Ver\u00e4nderungen in den \u00d6kosystemen sind bereits im Gang. Aber es gibt noch ein kleines Zeitfenster, um zu handeln und die globale Erw\u00e4rmung auf 1,5 Grad zu begrenzen. Dazu hat sich auch die Schweiz mit der Unterzeichnung des Pariser Klimaabkommens verpflichtet.<\/p>\n<p>Die Klimapolitik des Bundes verfolgt dieses Ziel jedoch nicht. Bestes Beispiel f\u00fcr die Passivit\u00e4t des Bundes ist der Verkehr: Obwohl dieser Sektor in der Schweiz f\u00fcr den meisten CO2-Ausstoss verantwortlich ist, zieht es der Bund vor, ausl\u00e4ndische Klimazertifikate zu kaufen, statt mit wirksamen Massnahmen die Inlandemissionen zu reduzieren. \u00abDas ist v\u00f6llig absurd\u00bb, sagt Yvonne Winteler von der Geneva Climate Association. \u00abStatt das Klima zu sch\u00fctzen, sch\u00fctzt der Bund die Automobil- und Luftfahrtbranche, ohne die Auswirkungen auf k\u00fcnftige Generationen zu ber\u00fccksichtigen.\u00bb<\/p>\n<p>Die Demonstranten verurteilen auch die Gesch\u00e4fte des Schweizer Finanzsektors mit fossilen Brennstoffen. Schweizer Finanzakteure, also die Banken, Versicherungen und Pensionskassen verantworten weltweit mehr als 20 Mal so viele Treibhausgasemissionen wie die Haushalte und Unternehmen in der Schweiz zusammen. So finanzieren beispielsweise die Credit Suisse und die Nationalbank Unternehmen, die mit den klimasch\u00e4dlichsten fossilen Brennstoffen wie Kohle und Teersande gesch\u00e4ften. \u00abDie Menschheit sollte alles tun, um sich schnell aus der Abh\u00e4ngigkeit von fossilen Brennstoffen zu befreien. Deshalb ist das Gesch\u00e4ftsgebaren der Finanzakteure ein Zeichen von Blindheit. Diese Blindheit ist besonders gef\u00e4hrlich f\u00fcr das Klima, aber auch f\u00fcr die Kunden dieser Institutionen\u00bb, sagt Olivier de Marcellus von Break Free Switzerland. \u00abDer Finanzsektor lebt noch im 20. Jahrhundert und w\u00fcrde gut daran tun, die Dinge richtig zu stellen, wenn er nicht in die Kohlenstoffblase geraten will.\u00bb<\/p>\n<p>Weiter weisen die Demonstranten auf die grossen Auswirkungen der Agrarwirtschaft auf die globale Erw\u00e4rmung hin. So tr\u00e4gt alleine die Nutztierhaltung so viel zur Klimaerhitzung bei wie weltweit alle Autos, Lastwagen, Flugzeuge, Z\u00fcge und Schiffe zusammen. F\u00fcr die Demonstranten ist es deshalb unerl\u00e4sslich, dass eine Lebensmittelproduktion gef\u00f6rdert wird, die das Klima und die Biodiversit\u00e4t wirksam sch\u00fctzt. Vorzuziehen sind pflanzliche Lebensmittel und eine lokale, umweltfreundliche Landwirtschaft. \u00abDas ist doppelt vorteilhaft\u00bb, sagt Mathias Schlegel von Greenpeace Schweiz. \u00abWenn wir weniger tierische Produkte konsumieren, tragen wir einerseits zum Klimaschutz bei. Andererseits verbessern wir unsere Gesundheit \u2013 in einer Zeit, in der die Bev\u00f6lkerung \u00fcber die Explosion der Gesundheitskosten besorgt ist.\u00bb<\/p>\n<p>Die Schweiz setzt beim Klimaschutz insbesondere auf den Emissionshandel mit dem Ausland. Dass dies keine L\u00f6sung ist, verdeutlicht am Klimamarsch eine Delegation von Menschen aus s\u00fcdlichen L\u00e4ndern. Sie erinnern an die Kluft zwischen den reichsten L\u00e4ndern, die am meisten zur globalen Erw\u00e4rmung beitragen, und den \u00e4rmsten Regionen, die am st\u00e4rksten unter den Folgen der Klimaerhitzung leiden. \u00abDie globale Erw\u00e4rmung betrifft \u00fcberproportional jene Menschen und Gemeinschaften, die am wenigsten zur Entstehung dieser globalen Notlage beigetragen haben\u00bb, sagt Nathalie Rengifo von der Global Campaign to Reclaim Peoples Sovereignty, Dismantle Corporate Power and Stop Impunity. Sie f\u00fcgt hinzu: \u00abTransnationale Unternehmen sind die Ursache dieser Krise. Die Macht muss den B\u00fcrgerInnen \u00fcbertragen werden, nicht den Unternehmen.\u00bb Die TeilnehmerInnen des Marsches \u00e4ussern daher ihren Wunsch, dass die am weitesten entwickelten L\u00e4nder eine ehrgeizige Klimapolitik verfolgen, um die Chancen von Milliarden von Menschen auf einen angemessenen Lebensstandard zu erhalten.<\/p>\n<p><strong>Kontakte<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Mathias Schlegel, Greenpeace Suisse, +41 79 794 61 23<\/li>\n<li>Yvonne Winteler, Association Climat Gen\u00e8ve, +41 79 793 83 07<\/li>\n<li>Christian L\u00fcthi, Alliance climatique Suisse, +41 76 580 44 99<\/li>\n<li>Nathalie Rengifo, Global Campaign to Reclaim Peoples Sovereignty, Dismantle Corporate Power and Stop Impunity, +18 57 498 11 21<\/li>\n<li>Olivier de Marcellus, Breakfree Suisse, +41 79 342 70 25<\/li>\n<li>Jacqueline Lecocq, Association Grands-parents pour le climat-Gen\u00e8ve, +41 79 306 78 19<\/li>\n<li>S\u00e9bastien Bertrand, solidarit\u00e9S, +41 76 456 04 64<\/li>\n<li>Lisa Mazzone, Association Transports et Environnement (ATE), +41 77 404 16 08<\/li>\n<li>Renaud Dupuis, Coordination r\u00e9gionale pour un a\u00e9roport de Gen\u00e8ve urbain, respectueux de la population et de l\u2019environnement (CARPE), +41 79 202 32 64,<\/li>\n<li>Anne Mahrer, A\u00een\u00e9es pour la protection du climat, +41 79 249 72 17<\/li>\n<li>Pierre-Antoine Legrand, Swiss Youth for Climate, +41 78 705 6628<\/li>\n<li>Delphine Klopfenstein, Les Verts Gen\u00e8ve, +41 76 445 61 06<\/li>\n<li>Sophie Desbiolles, Jeune Verts Gen\u00e8ve, +41 79 255 85 25<\/li>\n<li>Jean Pascal Gillig, WWF Gen\u00e8ve, +41 76 378 67 38<\/li>\n<li>Christine Jeanneret, PRO V\u00e9lo Gen\u00e8ve, +41 79 753 85 47<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mehr als 7000 Personen nahmen heute Samstag am Klimamarsch 2018 in Genf teil, der von rund 20 Organisationen mit Unterst\u00fctzung der Klima-Allianz Schweiz organisiert wurde. 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