{"id":8059,"date":"2018-10-18T00:00:00","date_gmt":"2018-10-17T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/8059\/energiewende-index-schweiz-faellt-weiter-ab\/"},"modified":"2019-05-30T08:23:31","modified_gmt":"2019-05-30T06:23:31","slug":"energiewende-index-schweiz-faellt-weiter-ab","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/8059\/energiewende-index-schweiz-faellt-weiter-ab\/","title":{"rendered":"Energiewende-Index: Schweiz f\u00e4llt weiter ab"},"content":{"rendered":"<p>Medienmitteilung der Umweltallianz, zu der auch Greenpeace Schweiz geh\u00f6rt<\/p>\n<p><strong>Heute erscheint die aktualisierte Version des Energiewende-Index. Gerade im Bereich Klimaschutz sind die Leistungen der Schweiz klar ungen\u00fcgend, wie der Index zeigt. Einigermassen auf Kurs ist die Energiewende lediglich bei den Kosten und bei der Versorgungssicherheit.<\/strong><\/p>\n<p>Der Energiewende-Index (EWX) der grossen Umweltverb\u00e4nde misst keine politischen Pl\u00e4ne, sondern den tats\u00e4chlichen Stand der Energiewende, etwa bei der Energieproduktion oder beim Schutz der Biodiversit\u00e4t in der Energienutzung. Ziel der Energiewende ist der international beschlossene Ausstieg aus den fossilen Energien. Gemessen an den Zielen des Pariser Klimaabkommens sinkt der CO<sub>2<\/sub>-Ausstoss in der Schweiz jedoch viel zu langsam. Der CO<sub>2<\/sub>-Ausstoss der Stromproduktion ist gar gestiegen, ebenso die gesamte Klimabelastung des Konsums. Insgesamt f\u00e4llt die Schweiz damit beim Klimaschutz von 56\u00a0Prozent Zielerreichung auf 50\u00a0Prozent zur\u00fcck.<\/p>\n<p><strong>Umweltverb\u00e4nde fordern Trendumkehr<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr die Umweltverb\u00e4nde ist klar: \u00abGerade beim Klimaschutz brauchen wir eine Trendumkehr, wenn die Schweiz ein gef\u00e4hrliches und teures Aufwachen verhindern will\u00bb, sagt Elmar Grosse Ruse, Klimaexperte beim WWF Schweiz. Der Nationalrat kann diese Trendumkehr voraussichtlich in der Wintersession einl\u00e4uten, wenn er \u00fcber die Revision des CO2-Gesetzes abstimmt. Der Bundesrat hat daf\u00fcr allerdings einen Vorschlag vorgelegt, mit dem der Klimaschutz weiter geschw\u00e4cht statt gest\u00e4rkt w\u00fcrde. \u00abDas Parlament muss die Ambitionen gegen\u00fcber dem Vorschlag des Bundesrats verdoppeln\u00bb, fordert Georg Klingler von Greenpeace.<\/p>\n<p>Besonders dringend ist zus\u00e4tzlicher Klimaschutz beim Sorgenkind Verkehr. \u00abWir erwarten vom Parlament allermindestens, dass die Schweiz die gleichen CO<sub>2<\/sub>-Ziele f\u00fcr neue Personenwagen wie die EU festlegt\u00bb, sagt St\u00e9phanie Penher, Bereichsleiterin Verkehrspolitik beim VCS. Weil bisher 70\u00a0Prozent der grossen Autoimporteure diese CO<sub>2<\/sub>-Ziele erreicht haben, lehnt auch die Mehrheit der Umweltkommission des Nationalrates zus\u00e4tzliche Schlupfl\u00f6cher ab.<\/p>\n<p><strong>Kosten hui, Effizienz pfui<\/strong><\/p>\n<p>In vier der sieben EWX-Themen werden schlechtere Werte als im Vorjahr erreicht, in keinem ein besserer Wert. Auch bei den erneuerbaren Energien sind wir noch weiter vom Zielkurs entfernt als zuvor (von 18\u00a0Prozent auf 16\u00a0Prozent Zielerreichung). Es werden nicht genug Solar-, Wind- und Biomasseanlagen gebaut, um die Ziele der bundesr\u00e4tlichen Energieperspektiven zu erreichen.<\/p>\n<p>Beim Thema Biodiversit\u00e4t geht der Trend ebenfalls in die falsche Richtung (von 27\u00a0Prozent auf 25\u00a0Prozent Zielerreichung). Hauptgrund ist die verschleppte Sanierung der Wasserkraftwerke. Michael Casanova von Pro Natura: \u00abDie Energiewende darf keine Ausrede sein, um der Natur zu schaden.\u00bb Weiterhin bei 0\u00a0Prozent Zielerreichung liegt zudem die Energieeffizienz von Geb\u00e4uden und Strassenverkehr.<\/p>\n<p>Zu 100\u00a0Prozent auf Zielkurs ist die Energiewende lediglich bei den im internationalen Vergleich tiefen Kosten f\u00fcr Haushalte und Wirtschaft. Recht gut ist es auch um die Versorgungssicherheit bestellt (stabil 78 Prozent Zielerreichung).<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>So funktioniert der Energiewende-Index<\/strong><\/p>\n<p>Der Energiewende-Index (EWX) misst seit 2013 j\u00e4hrlich den Stand der Energiewende auf der Basis \u00f6ffentlich verf\u00fcgbarer Daten. Die meisten dieser Daten werden vom Beratungsunternehmen EBP im Auftrag der Umweltallianz gesammelt und aggregiert. Die Daten wer-den jeweils mit einem Zielpfad verglichen, z.B. f\u00fcr die CO<sub>2<\/sub>-Emissionen der Energieerzeugung. Das bedeutet: Bleiben die Emissionen stabil, so sinkt der Wert der Zielerreichung im Index, weil die Emissionen gem\u00e4ss Zielpfad von Jahr zu Jahr sinken m\u00fcssten. Die Zielpfade sind so definiert, dass die Indikatoren in jedem Jahr 100 Prozent Zielerreichung anzeigen sollten und k\u00f6nnen. Der EWX misst konkrete Daten in den Hauptkategorien Klimaschutz, Atomaus-stieg, Biodiversit\u00e4t, Energieeffizienz, erneuerbare Energien, Wirtschaft und Soziales sowie Versorgungssicherheit. Politische Beschl\u00fcsse werden nicht ber\u00fccksichtigt. Darum schl\u00e4gt sich das Ja des Volks zur Energiestrategie 2050 noch nicht im EWX 2018 nieder.<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Weitere Informationen<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Detaillierte Zahlen zum Energiewende-Index finden Sie auf\u00a0<a href=\"https:\/\/www.energiewende-index.ch\/index\/2018.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">www.energiewende-index.ch<\/a>.<\/li>\n<li>Ein ausf\u00fchrliches Faktenblatt kann\u00a0<a href=\"https:\/\/www.energiewende-index.ch\/downloads.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">hier<\/a>\u00a0heruntergeladen werden.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Kontakt<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Medienstelle Greenpeace Schweiz, Tel. 044 447 41 11,\u00a0<a href=\"mailto:pressestelle.ch@greenpeace.org\">pressestelle.ch@greenpeace.org<\/a><\/li>\n<li>Elmar Grosse Ruse, Projektleiter Energiewende-Index, WWF Schweiz,\u00a0<a href=\"mailto:elmar.grosseruse@wwf.ch\">elmar.grosseruse@wwf.ch<\/a>, Tel. 078 745 23 41<\/li>\n<li>St\u00e9phanie Penher, Bereichsleiterin Verkehrspolitik, Verkehrsclub der Schweiz, <a href=\"mailto:stephanie.penher@verkehrsclub.ch\">stephanie.penher@verkehrsclub.ch<\/a>, Tel. 079 711 19 15<\/li>\n<li>Michael Casanova, Projektleiter Gew\u00e4sserschutz- und Energiepolitik, Pro Natura, <a href=\"mailto:michael.casanova@pronatura.ch\">michael.casanova@pronatura.ch<\/a>, Tel. 061 317 92 29<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute erscheint die aktualisierte Version des Energiewende-Index. 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