{"id":8084,"date":"2018-12-07T00:00:00","date_gmt":"2018-12-06T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/8084\/medienmitteilung-des-vereins-beznau-verfahren-lex-beznau-bundesrat-waescht-ensi-und-axpo-rein\/"},"modified":"2019-05-30T08:24:06","modified_gmt":"2019-05-30T06:24:06","slug":"medienmitteilung-des-vereins-beznau-verfahren-lex-beznau-bundesrat-waescht-ensi-und-axpo-rein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/8084\/medienmitteilung-des-vereins-beznau-verfahren-lex-beznau-bundesrat-waescht-ensi-und-axpo-rein\/","title":{"rendered":"Medienmitteilung des Vereins \u00abBeznau Verfahren\u00bb: \u00abLex Beznau\u00bb \u2013 Bundesrat w\u00e4scht ENSI und Axpo rein"},"content":{"rendered":"<p><strong>Der Bundesrat hat heute die Teilrevision der Kernenergieverordnung verabschiedet. In einem beispiellosen Vorgehen torpediert er den Strahlenschutz im Atombereich und missachtet den Rechtsstaat sowie den Anspruch auf Rechtsschutz in grobem Masse. Implizit anerkennt er aber auch, dass die Axpo das Atomkraftwerk Beznau seit Jahren illegal betreibt \u2013 mit dem rechtswidrigen Segen des ENSI.<\/strong><\/p>\n<p>Offensichtlich traf die Beschwerde, die Anwohnerinnen und Anwohner von Beznau 2016 beim Bundesverwaltungsgericht gegen das ENSI und die Axpo eingereicht haben, einen wunden Punkt. Diese monierten, die Atomaufsichtsbeh\u00f6rde ENSI wende die geltende Gesetzgebung falsch an und lasse so einen Weiterbetrieb von Beznau zu, obwohl das AKW erhebliche L\u00fccken bei der Erdbebensicherheit aufweist. Ohne das Prinzip der Gewaltenteilung einzuhalten und den Entscheid der Richter abzuwarten, hat der Bundesrat heute die Gesetzgebung in den entsprechenden Bestimmungen im Sinne von ENSI und Axpo abgeschw\u00e4cht. Er will damit erreichen, dass Beznau ohne Konsequenzen \u00fcber Jahrzehnte weiterbetrieben werden kann. Dass er damit gegen die Vorgaben des Kernenergiegesetzes und der Strahlenschutzverordnung verst\u00f6sst, ist offenbar egal.<\/p>\n<p><strong>Bundesrat ignoriert breite Kritik<\/strong><br \/>\nDies ist umso stossender, als die Stellungnahmen im Rahmen der Vernehmlassung \u00fcberwiegend kritisch ausgefallen sind. Zahlreiche Kantone, St\u00e4dte und Gemeinden, Kantonsvertreter des Bev\u00f6lkerungsschutzes, diverse Gesundheits-, Anwalts- und Umweltverb\u00e4nde sowie die zust\u00e4ndige Kommission f\u00fcr Strahlenschutz des Bundes kamen zum Schluss, dass die geplanten Verordnungsanpassungen zu einer Herabsetzung des Schutzniveaus f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung f\u00fchren.<\/p>\n<p><strong>Zweifel auch im St\u00e4nderat<\/strong><br \/>\nDamit nicht genug: Auch im Parlament wurden Fragen laut. So hat die st\u00e4nder\u00e4tliche Energiekommission j\u00fcngst einstimmig ein Postulat angenommen, das vom Bundesrat verlangt, die Auswirkungen der Revision auf den Schutz der Bev\u00f6lkerung zu pr\u00fcfen. Unbeeindruckt von aller Kritik und rechtsstaatlichen Grunds\u00e4tzen brachte Doris Leuthard heute die Revision des Verordnungspakets in der Regierung durch. \u00abEin so umstrittenes Gesch\u00e4ft als letzte Amtshandlung einfach noch durchzupauken ist v\u00f6llig unverantwortlich\u00bb, sagt SES-Gesch\u00e4ftsleiter Nils Epprecht dazu.<\/p>\n<p><strong>Schutz der Bev\u00f6lkerung steht hinten an<\/strong><br \/>\n\u00abMit diesem Entscheid droht der beschlossene Atomausstieg zum Papiertiger zu werden\u00bb, erg\u00e4nzt Florian Kasser, Atomexperte bei Greenpeace Schweiz. Denn anstatt den Weiterbetrieb der \u00fcberalterten Schweizer Atomkraftwerke an die Einhaltung der Sicherheitsbestimmungen zu kn\u00fcpfen &#8211; wie im Abstimmungskampf zur Atomausstiegsinitiative und der Energiestrategie 2050 von Beh\u00f6rdenseite immer betont wurde &#8211; werden diese nun einfach abgeschw\u00e4cht.<\/p>\n<p><strong>Beschwerdeverfahren geht weiter<\/strong><br \/>\nDie Anwohner von Beznau und die unterst\u00fctzenden Organisationen geben allerdings ihren Einsatz gegen den illegalen Weiterbetrieb des AKW Beznau nicht auf. Sie werden ihre juristischen Mittel im h\u00e4ngigen Verfahren aussch\u00f6pfen, um das ENSI zu einer korrekten Anwendung des Rechts zu verpflichten. \u00abWie kann man den Schutz der Bev\u00f6lkerung bloss derart ausser Acht lassen?\u00bb fragt Rudolf Rechsteiner, Vize-Pr\u00e4sident des Trinationalen Atomschutzverbandes (TRAS). \u00abWir hoffen, dass die Gerichte eine solche \u00c4nderung der Spielregeln w\u00e4hrend des Spiels nicht akzeptieren\u00bb.<\/p>\n<p><strong>Weitere Informationen:<\/strong><br \/>\nNils Epprecht, Gesch\u00e4ftsleiter Schweizerische Energie-Stiftung, 077 455 99 79, nils.epprecht@energiestiftung.ch<br \/>\nFlorian Kasser, Nuclear Campaigner, Greenpeace Schweiz,<br \/>\n076 345 26 55, florian.kasser@greenpeace.org<br \/>\nRudolf Rechsteiner, Vize-Pr\u00e4sident des Trinationalen Atomschutzverbandes TRAS, 079 785 71 82,<br \/>\nrechsteiner@re-solution.ch<\/p>\n<p>Im Namen des Vereins Beznau Verfahren:<\/p>\n<p>Greenpeace Schweiz     Schweizerische Energie-Stiftung SES     TRAS Trinationaler Atomschutzverbund<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Bundesrat hat heute die Teilrevision der Kernenergieverordnung verabschiedet. 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