{"id":8103,"date":"2019-01-31T00:00:00","date_gmt":"2019-01-30T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/8103\/schweizer-grossbanken-finanzieren-treibhausgasemissionen-im-grossen-stil\/"},"modified":"2019-05-30T08:24:43","modified_gmt":"2019-05-30T06:24:43","slug":"schweizer-grossbanken-finanzieren-treibhausgasemissionen-im-grossen-stil","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/8103\/schweizer-grossbanken-finanzieren-treibhausgasemissionen-im-grossen-stil\/","title":{"rendered":"Schweizer Grossbanken finanzieren Treibhausgasemissionen im grossen Stil"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ein <a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/cd11322f-cd11322f-20190109_analyse_finanzierter_emissionen.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Bericht im Auftrag von Greenpeace Schweiz<\/a> zeigt auf, wie viele Treibhausgasemissionen die Credit Suisse und die UBS zwischen 2015 und 2017 mindestens verantwortet haben. Durch die Finanzierung der Banken von 47 Unternehmen, die im Bereich der besonders dreckigen, sogenannt extremen fossilen Brennstoffe t\u00e4tig sind, resultierten insgesamt 182,9 Millionen Tonnen Treibhausgasemissionen. Allein 2017 finanzierten die Credit Suisse und die UBS Emissionen von 93,9 Millionen Tonnen CO<sub>2<\/sub>-\u00c4quivalenten \u2013 das sind doppelt so viele, wie die Schweiz in einem Jahr verursacht. Der \u00fcberwiegende Teil dieser Emissionen ist der Credit Suisse zuzuschreiben.<\/strong><\/p>\n<p>Die Credit Suisse und die UBS sind nach wie vor stark in das Gesch\u00e4ft mit Unternehmen im Bereich fossiler Brennstoffe involviert. Wie ein Bericht von Greenpeace Schweiz bereits im vergangenen Jahr aufzeigte, stellten die zwei Grossbanken von 2015 bis 2017 insgesamt 12,3 Milliarden US-Dollar f\u00fcr 47 Unternehmen bereit, die besonders dreckige, sogenannt extreme fossile Brennstoffe nutzbar machen [1]. Dazu z\u00e4hlen Kohle, \u00d6l aus Teersanden, aus der Arktis und der Tiefsee sowie Fl\u00fcssiggas (LNG) [2].<\/p>\n<p>Greenpeace Schweiz liess die aus diesen Finanzierungen resultierenden Emissionen von ISS-Ethix aus Z\u00fcrich berechnen und vom Datenanbieter right. based on science aus Frankfurt auswerten. Der Bericht zeigt, dass die beiden Grossbanken in den Jahren 2015, 2016 und 2017 mit den 12,3 Milliarden US-Dollar total 182,9 Millionen Tonnen Treibhausgasemissionen finanzierten. Die Credit Suisse war f\u00fcr mehr als zwei Drittel davon verantwortlich. Sie hat zwischen 2015 und 2017 ihre finanzierten Emissionen verdreifacht \u2013\u00ad vor allem durch die vermehrte Unterst\u00fctzung von Kohle. Bei der UBS wurde ein stetiger R\u00fcckgang der finanzierten Emissionen verzeichnet.<\/p>\n<p>Im betrachteten Zeitraum war 2017 besonders sch\u00e4dlich f\u00fcr das Klima: Zwei Jahre nach der Verabschiedung des Pariser Klimaabkommens finanzierten die zwei Grossbanken \u00fcber die untersuchten 47 Unternehmen 93,9 Millionen Tonnen Treibhausgasemissionen. Das sind rund doppelt so viele Emissionen wie die Schweiz im Inland in einem Jahr verursacht [3]. Die Credit Suisse trug dabei mit 82,6 Millionen Tonnen weitaus am meisten zum klimasch\u00e4dlichen Gesch\u00e4ft bei.<\/p>\n<p>Zu beachten ist: Der \u00f6kologische Fussabdruck der beiden Banken wird von 2015 bis 2017 noch um einiges h\u00f6her gewesen sein als im vorliegenden Bericht ausgewiesen. Denn dieser ber\u00fccksichtigt einzig die Klimaauswirkungen der Finanzierungen von 47 Unternehmen im Bereich der extremen fossilen Energie. Es muss also mit einer hohen Dunkelziffer finanzierter Emissionen gerechnet werden.<\/p>\n<p>Von elf der analysierten, von Credit Suisse und UBS finanzierten Unternehmen ist bekannt, dass sie aktiv im klimaskeptischen Lobbying t\u00e4tig sind, womit Klimagesetze verhindert oder verw\u00e4ssert werden sollen. Darunter sind zum Beispiel Duke Energy, BP, American Electric Power oder RWE.<\/p>\n<p><strong>Risiken f\u00fcr Unternehmen und Banken <\/strong><\/p>\n<p>Die Banken schaden mit ihren Finanzierungen nicht nur der Klimastabilit\u00e4t, sondern sie setzen sich auch hohen Risiken aus. F\u00fcr den Bericht wurde f\u00fcr 34 von 47 Unternehmen analysiert, inwiefern diese klimarelevanten physikalischen Risiken \u2013 zum Beispiel extremen Wetterereignissen wie Starkniederschl\u00e4gen, St\u00fcrmen und Hitzewellen \u2013 ausgesetzt sind und in welchem Zeithorizont diese Risiken zum Tragen kommen. Ersichtlich wird unter anderem, dass die Credit Suisse im Vergleich zur UBS deutlich mehr Mittel f\u00fcr Unternehmen zur Verf\u00fcgung stellt, die kurzfristig (Zeitraum von drei Jahren) hohen klimarelevanten Risiken ausgesetzt sind. \u00abWenn die klimarelevanten physikalischen \u2013 und auch regulatorischen \u2013 Risiken eintreten, besteht das Risiko, dass die Banken wesentliche Teile der Finanzierung abschreiben m\u00fcssen. Deshalb betrachten immer mehr Investoren und Banken den Klimawandel als finanzielles und nicht nur als Reputationsrisiko\u00bb, sagt Katya Nikitenko, Finanzexpertin bei Greenpeace Schweiz.<\/p>\n<p>Weiter kommentiert Nikitenko: \u00abMit dem vorliegenden Bericht k\u00f6nnen wir einmal mehr aufzeigen, dass die Credit Suisse und die UBS den Klimawandel befeuern. Sie k\u00f6nnten stattdessen eine aktive und f\u00fchrende Rolle im \u00dcbergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft spielen.\u00bb<\/p>\n<p>Greenpeace fordert die zwei Grossbanken auf, noch dieses Jahr der \u00d6ffentlichkeit verbindlich aufzuzeigen, wie sie ihre Finanzstr\u00f6me mit dem Pariser Klimaabkommen in Einklang bringen wollen. Zudem braucht es einen sofortigen Ausstieg aus der Finanzierung von Unternehmen, die mit Kohle und Teersand gesch\u00e4ften.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Weitere Informationen<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Der Bericht\u00a0<a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/cd11322f-cd11322f-20190109_analyse_finanzierter_emissionen.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">\u00abEine Analyse der von Credit Suisse und UBS finanzierten Emissionen aus fossilen Brennstoffen\u00bb<\/a>\u00a0(Deutsch)<\/li>\n<li>Das Factsheet zum Bericht: <a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/d0e4908a-finanzierte_emissionen_greenpeace_factsheet.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">\u00abSchweizer Banken und die von ihnen finanzierten Emissionen\u00bb<\/a>\u00a0(Deutsch)<\/li>\n<li>The report\u00a0<a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/960e616a-960e616a-20181217_report_emissions_financed.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">\u00abAn analysis of extreme fossil fuel emissions financed by Credit Suisse and UBS\u00bb<\/a>\u00a0(English)<\/li>\n<li>The Factsheet:\u00a0<a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/b7170b08-b7170b08-greenpeace_factsheet_en.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">\u00abSwiss banks and their financed emissions\u00bb<\/a>\u00a0(English)<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Kontakte<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Katya Nikitenko, Finanzexpertin von Greenpeace Schweiz, +41 79 937 63 83, <a href=\"mailto:katya.nikitenko@greenpeace.org\">katya.nikitenko@greenpeace.org<\/a> (auf Englisch)<\/li>\n<li>Medienstelle Greenpeace Schweiz, +41 44 447 41 11, <a href=\"mailto:pressestelle.ch@greenpeace.org\">pressestelle.ch@greenpeace.org<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Hinweise<\/strong><\/p>\n<p>[1] <a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/publikationen\/schweizer-banken-am-ende-des-fossilen-zeitalters\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">\u00abSchweizer Banken am Ende des fossilen Zeitalters\u00bb<\/a>. Der Bericht st\u00fctzt sich auf die <a href=\"https:\/\/www.ran.org\/bankingonclimatechange2018\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">\u00abBanking on Climate Change: Fossil Fuel Finance Report Card 2018\u00bb<\/a> von Rainforest Action Network, BankTrack, Indigenous Environmental Network, Oil Change International, Sierra Club und Honor The Earth \u2013 unterst\u00fctzt von \u00fcber 50 Organisationen auf der ganzen Welt, unter anderem Greenpeace USA.<\/p>\n<p>[2] Extreme fossile Brennstoffe beziehen sich auf nicht-konventionelle Kohlenwasserstoffe, wie extremes \u00d6l (Teersand, arktisches und Tiefsee-\u00d6l), verfl\u00fcssigtes Erdgas (LNG), Kohleabbau und Kohlekraftwerke. Diese Auswahl an fossilen Brennstoffen basiert auf den Berichten der Carbon Tracker Initiative, die \u00d6l- und Gasprojekte mit dem h\u00f6chsten finanziellen Risiko identifizierte, wenn es gelingen soll, die Klimaerw\u00e4rmung deutlich unter 2-Grad zu halten. Auch der gesamte Kohlesektor wird wegen seiner Unvereinbarkeit mit der Klimastabilit\u00e4t und den gravierenden Auswirkungen auf Umwelt, Gesundheit und Menschenrechte einbezogen.<\/p>\n<p>[3] Gem\u00e4ss <a href=\"https:\/\/www.bafu.admin.ch\/bafu\/de\/home\/themen\/klima\/daten-indikatoren-karten\/daten\/treibhausgasinventar.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Treibhausgasinventar der Schweiz<\/a> wurden im Jahr 2016 48.3 Millionen Tonnen Treibhausgase emittiert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Bericht im Auftrag von Greenpeace Schweiz zeigt auf, wie viele Treibhausgasemissionen die Credit Suisse und die UBS zwischen 2015 und 2017 mindestens verantwortet haben. Durch die Finanzierung der Banken von 47 Unternehmen, die im Bereich der besonders dreckigen, sogenannt extremen fossilen Brennstoffe t\u00e4tig sind, resultierten insgesamt 182,9 Millionen Tonnen Treibhausgasemissionen. Allein 2017 finanzierten die Credit Suisse und die UBS Emissionen von 93,9 Millionen Tonnen CO2-\u00c4quivalenten \u2013 das sind doppelt so viele, wie die Schweiz in einem Jahr verursacht. Der \u00fcberwiegende Teil dieser Emissionen ist der Credit Suisse zuzuschreiben.<\/p>\n","protected":false},"author":39,"featured_media":8104,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_planet4_optimize_post_is_variant":false,"_planet4_optimize_experiment_name":"","_planet4_optimize_variant_name":"","ep_exclude_from_search":false,"p4_og_title":"","p4_og_description":"","p4_og_image":"","p4_og_image_id":"","p4_seo_canonical_url":"","p4_campaign_name":"","p4_local_project":"","p4_basket_name":"","p4_department":"","footnotes":""},"categories":[1],"tags":[50],"p4-page-type":[71],"gpch-article-type":[],"class_list":["post-8103","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-unkategorisiert","tag-klima","p4-page-type-medienmitteilung"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8103","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/39"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8103"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8103\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/8104"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8103"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8103"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8103"},{"taxonomy":"p4-page-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/p4-page-type?post=8103"},{"taxonomy":"gpch-article-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/gpch-article-type?post=8103"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}