{"id":8113,"date":"2019-03-01T00:00:00","date_gmt":"2019-02-28T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/8113\/bundesgericht-soll-ueber-den-weiterbetrieb-des-akw-beznau-entscheiden\/"},"modified":"2019-05-30T08:24:51","modified_gmt":"2019-05-30T06:24:51","slug":"bundesgericht-soll-ueber-den-weiterbetrieb-des-akw-beznau-entscheiden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/8113\/bundesgericht-soll-ueber-den-weiterbetrieb-des-akw-beznau-entscheiden\/","title":{"rendered":"Bundesgericht soll \u00fcber den Weiterbetrieb des AKW Beznau entscheiden"},"content":{"rendered":"<p><strong>Anwohnerinnen und Anwohner des AKW Beznau, unterst\u00fctzt von Greenpeace, der Schweizerischen Energie-Stiftung (SES) und dem Trinationalen Atomschutzverband (TRAS), fechten den Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts zur Vorsorge gegen\u00fcber schwerer Erdbeben im AKW Beznau vor Bundesgericht an. Eine eingehende Analyse hat ergeben, dass der Entscheid nicht \u00fcberzeugt und stattdessen die \u00fcbergeordneten Schutzinteressen der Bev\u00f6lkerung missachtet.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Bundesverwaltungsgericht argumentiert gesetzwidrig<\/strong><br \/>\nIn seinem Urteil baut das Bundesverwaltungsgericht einseitig auf die historische Entwicklung und Auslegung massgeblicher Verordnungen und Richtlinien. Damit verkennt es den fundamentalen Paradigmenwechsel vom F\u00f6rderungs- zum Schutzprimat, der bei der Atomkraft mit der Abl\u00f6sung des Atomgesetzes durch das Kernenergiegesetz zu Beginn des Jahrtausends stattgefunden hat. Artikel 4 des Kernenergiegesetzes sieht vor, Mensch und Umwelt insbesondere bei St\u00f6rf\u00e4llen umfassend vor radioaktiver Strahlung zu sch\u00fctzen. Ein Grundsatz, auf den das Bundesverwaltungsgericht bei seiner r\u00fcckw\u00e4rtsgewandten Betrachtung \u00fcberhaupt nicht eingegangen ist. Das Urteil f\u00fchrt namentlich bei der Gef\u00e4hrdung durch Erdbeben zu gravierenden, gesetzwidrigen Schutzl\u00fccken.<\/p>\n<p><strong>Heutiges Gesetz ist massgebend<\/strong><br \/>\nMartin Pestalozzi, der Anwalt der Beschwerdef\u00fchrenden res\u00fcmiert: \u00abDas Urteil des Bundesverwaltungsgerichts ist falsch. Es geht nicht darum, ob das AKW den historischen Richtlinien und der bisherigen Praxis des ENSI gen\u00fcgt, sondern dem heutigen Gesetz!\u00bb Selbst einer rein historischen Auslegung verm\u00f6ge das Urteil nicht zu gen\u00fcgen, enthalte es doch diesbez\u00fcglich grobe Widerspr\u00fcche und gehe auf wesentliche Argumente der Beschwerde gar nicht ein.<\/p>\n<p><strong>Ver\u00e4nderte Verordnungsgrundlage<\/strong><br \/>\nDie bevorstehende Beurteilung durch das Bundesgericht steht dennoch unter teilweise ge\u00e4nderten Vorzeichen: So wurden in der Zwischenzeit die Kernenergieverordnung von der abgetretenen Bundesr\u00e4tin Doris Leuthard trotz massiver Kritik im Eilverfahren revidiert und damit die Schutzbestimmungen entscheidend abgeschw\u00e4cht. Der Weiterzug vor Bundesgericht soll deshalb auch kl\u00e4ren, inwieweit diese Verordnungsrevision rechtens war und nicht gegen das \u00fcbergeordnete Kernenergiegesetz verst\u00f6sst.<\/p>\n<p><strong>Steht das AKW Beznau \u00fcber dem Gesetz?<\/strong><br \/>\n\u00abDas Urteil des Bundesverwaltungsgerichts und die revidierte Kernenergieverordnung f\u00fchren im Endeffekt dazu, dass das v\u00f6llig veraltete AKW Beznau mit seiner 50-j\u00e4hrigen Geschichte \u00fcber dem Gesetz stehen soll. Das ist absurd. Wir k\u00f6nnen und wollen das nicht akzeptieren.\u00bb begr\u00fcnden Nils Epprecht, Florian Kasser und Rudolf Rechsteiner von den drei Organisationen stellvertretend f\u00fcr die Beschwerdef\u00fchrenden den Weiterzug ans Bundesgericht.<\/p>\n<p><em><strong>Beznau Verfahren<\/strong><br \/>\nIm August 2015 haben Greenpeace Schweiz, die Schweizerische Energie-Stiftung (SES) und der Trinationale Atomschutzverband (TRAS) aufgedeckt, dass das AKW Beznau einem schweren Erdbeben nicht standhalten w\u00fcrde. Gef\u00e4hrliche Mengen Radioaktivit\u00e4t w\u00fcrden freigesetzt und die geltenden Strahlenschutz-Grenzwerte verletzt. Zu diesem Schluss gelangten die drei Organisationen nach Analyse der Sicherheits\u00fcberpr\u00fcfungen, die 2012 im Nachgang der Fukushima-Katastrophe gemacht wurden. Darauf folgend hatten Beznau-Anwohnende Rechtsschritte gegen das ENSI und das AKW eingeleitet. Ende Januar 2019 hat das Bundesverwaltungsgericht diese Beschwerde in erster Instanz abgewiesen.<\/em><\/p>\n<p><strong>Weitere Informationen<\/strong><\/p>\n<p>Ir\u00e8ne K\u00e4lin, Nationalr\u00e4tin und Pr\u00e4sidentin Tr\u00e4gerverein Beznau-Verfahren, 077 428 43 06, <a href=\"mailto:irene.kaelin@parl.ch\">irene.kaelin@parl.ch<\/a><br \/>\nMartin Pestalozzi, lic. iur., Rechtsanwalt und Vertreter der Beschwerdef\u00fchrenden, 055 251 59 59, <a href=\"mailto:martin.pestalozzi@pestalozzi-rueti.ch\">martin.pestalozzi@pestalozzi-rueti.ch<\/a><br \/>\nNils Epprecht, Gesch\u00e4ftsleiter Schweizerische Energie-Stiftung, 077 455 99 79, <a href=\"mailto:nils.epprecht@energiestiftung.ch\">nils.epprecht@energiestiftung.ch<\/a><br \/>\nRudolf Rechsteiner, Vize-Pr\u00e4sident Trinationaler Atomschutzverband (TRAS) 079 785 71 82, <a href=\"mailto:rechsteiner@re-solution.ch\">rechsteiner@re-solution.ch<\/a><\/p>\n<p>Im Namen des Vereins <a href=\"http:\/\/beznau-verfahren.ch\/\">Beznau Verfahren<\/a><\/p>\n<p>Greenpeace Schweiz<br \/>\nSES energiestiftung.ch<br \/>\nTRAS Trinationaler Atomschutzverband<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Anwohnerinnen und Anwohner des AKW Beznau, unterst\u00fctzt von Greenpeace, der Schweizerischen Energie-Stiftung (SES) und dem Trinationalen Atomschutzverband (TRAS), fechten den Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts zur Vorsorge gegen\u00fcber schwerer Erdbeben im AKW Beznau vor Bundesgericht an. 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