{"id":8117,"date":"2019-03-20T00:00:00","date_gmt":"2019-03-19T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/8117\/banken-finanzieren-fossile-brennstoffe-mit-19-billionen-us-dollar-seit-dem-pariser-klimaabkommen\/"},"modified":"2019-05-31T10:39:46","modified_gmt":"2019-05-31T08:39:46","slug":"banken-finanzieren-fossile-brennstoffe-mit-19-billionen-us-dollar-seit-dem-pariser-klimaabkommen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/8117\/banken-finanzieren-fossile-brennstoffe-mit-19-billionen-us-dollar-seit-dem-pariser-klimaabkommen\/","title":{"rendered":"Banken finanzieren fossile Brennstoffe mit 1,9 Billionen US-Dollar \u2013 seit dem Pariser Klimaabkommen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Der neueste Report \u00abBanking on Climate Change\u00bb zeigt, dass die Credit Suisse und die UBS von 2016 bis 2018 zusammen rund 83,3 Milliarden US-Dollar zur Finanzierung von fossilen Brennstoffen zur Verf\u00fcgung stellten. Auf die Bev\u00f6lkerung der Schweiz im Jahr 2017 heruntergebrochen, entspricht das klimasch\u00e4dliche Engagement der Grossbanken der letzten drei Jahre rund 9800 US-Dollar pro Kopf. Das ist mehr als in jedem anderen Land. Weiter geht aus dem Bericht hervor: Jene vier Banken, die seit dem Pariser Klimaabkommen am meisten Geld \u2013 in absoluten Zahlen \u2013 f\u00fcr die Finanzierung von fossilen Brennstoffen zur Verf\u00fcgung stellten, haben alle ihren Sitz in den USA. JPMorgan Chase f\u00fchrt die Liste mit grossem Abstand an. <\/strong><\/p>\n<p>Heute wurde der Bericht \u00abBanking on Climate Change \u2013 Fossil Fuel Finance Report Card 2019\u00bb ver\u00f6ffentlicht. Dieser deckt auf, dass 33 global t\u00e4tige Banken (siehe Liste unten) von 2016 bis 2018 \u2013 also nach Annahme des Pariser Klimaabkommens \u2013 insgesamt 1,9 Billionen US-Dollar f\u00fcr Unternehmen zur Verf\u00fcgung stellten, die fossile Brennstoffe nutzbar machen. Von den 1,9 Billionen US-Dollar gingen 600 Milliarden US-Dollar an 100 Unternehmen, die die F\u00f6rderung von fossilen Brennstoffen am aggressivsten ausbauen.<\/p>\n<p>Der Bericht veranschaulicht, dass die Gesch\u00e4ftspraktiken der untersuchten Grossbanken nach wie vor die Klimaerhitzung befeuern und das Ziel, die globale Klimaerw\u00e4rmung deutlich unter 2 Grad und m\u00f6glichst unter 1,5 Grad zu halten, torpedieren. Die Banken agieren in krassem Widerspruch zum j\u00fcngsten Sonderbericht \u00fcber die globale Erw\u00e4rmung des Weltklimarats IPCC. Dieser machte deutlich, dass wir uns dringend aus der Abh\u00e4ngigkeit von fossilen Brennstoffen befreien m\u00fcssen, und sch\u00e4tzt, dass der Investitionsbedarf f\u00fcr saubere Energie bis 2035 weltweit 2,4 Billionen US-Dollar pro Jahr betr\u00e4gt.<\/p>\n<p>\u00abBanking on Climate Change 2019\u00bb wird herausgegeben von Rainforest Action Network, BankTrack, Indigenous Environmental Network, Oil Change International, Sierra Club sowie Honor the Earth und von \u00fcber 160 Organisationen, darunter Greenpeace Schweiz, unterst\u00fctzt. F\u00fcr die zehnte Ausgabe des Reports wurde die Untersuchung stark ausgeweitet: Erstmals wurde die Finanzierung von \u00fcber 1800 Unternehmen aus den Bereichen Kohle, \u00d6l und Gas weltweit w\u00e4hrend der letzten drei Jahren betrachtet.<\/p>\n<p>Die vier gr\u00f6ssten Unterst\u00fctzerinnen von fossilen Brennstoffen sind alles US-Banken: JPMorgan Chase, Wells Fargo, Citi und Bank of America. Dabei f\u00fchrt JPMorgan Chase die Liste der Klimas\u00fcnderinnen mit Abstand an: Seit dem Pariser Abkommen stellte JPMorgan Chase knapp 196 Milliarden US-Dollar f\u00fcr die Finanzierung fossiler Brennstoffe bereit. Die Credit Suisse und die UBS wiederum haben in den Jahren 2016 bis 2018 zusammen 83,3 Milliarden US-Dollar f\u00fcr Unternehmen aus dem Bereich der fossilen Brennstoffe aufgewendet. Die Credit Suisse steuerte \u00fcber 57 Milliarden US-Dollar bei (Rang 14), die UBS fast 26 Milliarden US-Dollar (Rang 25).<\/p>\n<p>\u00abDie Schweizer Grossbanken betonen immer wieder, dass sie ihre Verantwortung bei der Bek\u00e4mpfung des Klimawandels wahrnehmen und den \u00dcbergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft unterst\u00fctzen w\u00fcrden. Doch in Wahrheit finanzieren sie die Zerst\u00f6rung unseres Klimas, wie der neueste Bericht aufzeigt\u00bb, sagt Katya Nikitenko, Finanzexpertin bei Greenpeace Schweiz.<\/p>\n<p>Auf die Bev\u00f6lkerung der Schweiz im Jahr 2017 heruntergebrochen, entspricht das klimasch\u00e4dliche Engagement der Grossbanken der letzten drei Jahre rund 9800 US-Dollar pro Kopf. Im internationalen Vergleich belegt die Schweiz damit den Spitzenplatz \u2013 gefolgt von Kanada, dessen Banken im gleichen Zeitraum 9200 US-Dollar pro Einwohnerin und Einwohner aufgewendet haben. In Frankreich oder Deutschland liegt der Pro-Kopf-Anteil mit 2100 US-Dollar respektive 650 US-Dollar deutlich tiefer (siehe Tabelle unten).<\/p>\n<p>Im internationalen Vergleich rangieren die Schweizer Grossbanken mit ihren absoluten Aufwendungen f\u00fcr fossile Brennstoffe zwar nicht auf den vordersten Pl\u00e4tzen. Trotzdem haben ihre Gesch\u00e4fte einen immensen Einfluss auf die Klimaerhitzung. Greenpeace Schweiz hat erst k\u00fcrzlich aufgezeigt, dass die Credit Suisse und die UBS von 2015 bis 2017 insgesamt 12,3 Milliarden US-Dollar f\u00fcr 47 Unternehmen bereitstellten, die besonders dreckige, sogenannt extreme fossile Brennstoffe nutzbar machen. Dazu z\u00e4hlen Kohle, \u00d6l aus Teersanden, aus der Arktis und der Tiefsee sowie Fl\u00fcssiggas (LNG). Mit diesen 12,3 Milliarden US-Dollar finanzierten die Credit Suisse und die UBS total 182,9 Millionen Tonnen Treibhausgasemissionen.<\/p>\n<p>\u00abH\u00e4tten wir fr\u00fcher auf die Zahlen des aktuellen \u2039Banking on Climate Change\u203a-Reports zur\u00fcckgreifen k\u00f6nnen, w\u00e4ren die finanzierten Emissionen noch viel h\u00f6her ausgefallen\u00bb, sagt Katya Nikitenko.\u00abDie Folgen der Klimakrise werden immer sp\u00fcrbarer. Es ist Zeit f\u00fcr die Credit Suisse und die UBS, endlich die Finanzierung der Klimaerhitzung zu stoppen und s\u00e4mtliche Gesch\u00e4ftst\u00e4tigkeiten Paris-konform auszugestalten.\u00bb<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Weitere Informationen:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.ran.org\/bankingonclimatechange2019\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">\u00abBanking on Climate Change \u2013 Fossil Fuel Finance Report Card 2019\u00bb<\/a><\/li>\n<li>Internationale Medienmitteilung <a href=\"https:\/\/www.ran.org\/press-releases\/bankingonclimatechange_2019\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">\u00abReport Finds Global Banks Poured $1.9 Trillion into Fossil Fuel Financing Since the Paris Agreement was Adopted, with Financing on the Rise Each Year\u00bb<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Kontakte:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Katya Nikitenko, Finanzexpertin Greenpeace Schweiz, +41 79 937 63 83, <a href=\"mailto:katya.nikitenko@greenpeace.org\">katya.nikitenko@greenpeace.org<\/a> (auf Englisch)<\/li>\n<li>Medienstelle Greenpeace Schweiz, +41 44 447 41 11, <a href=\"mailto:pressestelle.ch@greenpeace.org\">pressestelle.ch@greenpeace.org<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr>\n<p><strong>Die Liste der 33 analysierten Banken:<\/strong><\/p>\n<p>Agricultural Bank of China, China; Bank of America, USA; Bank of China, China; Bank of Montreal, Kanada; Barclays, U.K.; BBV A, Spanien; BNP Paribas, Frankreich; BPCE\/Natixis, Frankreich; Canadian Imperial Bank of Commerce (CIBC), Kanada; China Construction Bank, China; Citi, USA; Cre\u0301dit Agricole, Frankreich; Credit Suisse, Schweiz; Deutsche Bank, Deutschland; Goldman Sachs, USA; HSBC, U.K.; Industrial and Commercial Bank of China (ICBC), China; ING, Niederlande; JPMorgan Chase, USA; Mitsubishi UFJ Financial Group (MUFG \/ Bank of Tokyo-Mitsubishi UFJ), Japan; Mizuho, Japan; Morgan Stanley, USA; Royal Bank of Canada (RBC), Kanada; Royal Bank of Scotland (RBS), U.K.; Santander, Spanien; Scotiabank, Kanada; SMBC Group (Sumitomo Mitsui Financial Group \/ SMFG), Japan; Socie\u0301te\u0301 Ge\u0301ne\u0301rale, Frankreich; Standard Chartered, U.K.; Toronto-Dominion Bank (TD), Kanada; UBS, Schweiz; UniCredit, Italien; Wells Fargo, USA.<\/p>\n<hr>\n<p><strong>Finanzierung von fossilen Brennstoffen \u2013 pro Kopf <\/strong>(<a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/893b76a4-893b76a4-finanzierung_pro-kopf-anteil.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">PDF<\/a>)<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-61266 size-full\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/bf817a80-bf817a80-pro-kopf-anteil.jpg.png\" alt=\"\" width=\"840\" height=\"377\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der neueste Report \u00abBanking on Climate Change\u00bb zeigt, dass die Credit Suisse und die UBS von 2016 bis 2018 zusammen rund 83,3 Milliarden US-Dollar zur Finanzierung von fossilen Brennstoffen zur Verf\u00fcgung stellten. Auf die Bev\u00f6lkerung der Schweiz im Jahr 2017 heruntergebrochen, entspricht das klimasch\u00e4dliche Engagement der Grossbanken der letzten drei Jahre rund 9800 US-Dollar pro Kopf. Das ist mehr als in jedem anderen Land. Weiter geht aus dem Bericht hervor: Jene vier Banken, die seit dem Pariser Klimaabkommen am meisten Geld \u2013 in absoluten Zahlen \u2013 f\u00fcr die Finanzierung von fossilen Brennstoffen zur Verf\u00fcgung stellten, haben alle ihren Sitz in den USA. 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