{"id":81761,"date":"2022-02-28T12:00:00","date_gmt":"2022-02-28T11:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=81761"},"modified":"2022-02-28T11:44:52","modified_gmt":"2022-02-28T10:44:52","slug":"klima-ipcc-bericht-muss-schweiz-endlich-zum-ausstieg-aus-fossilen-brennstoffen-bewegen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/81761\/klima-ipcc-bericht-muss-schweiz-endlich-zum-ausstieg-aus-fossilen-brennstoffen-bewegen\/","title":{"rendered":"Klima: IPCC-Bericht muss Schweiz endlich zum Ausstieg aus fossilen Brennstoffen bewegen"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Der heute ver\u00f6ffentlichte Bericht des Weltklimarats IPCC im Rahmen des sechsten Sachstandsberichts beleuchtet die aktuellen Auswirkungen der globalen Erw\u00e4rmung sowie das katastrophale Ausmass, welches die Klimasch\u00e4den k\u00fcnftig annehmen werden. Der Bericht veranschaulicht \u00fcberdies die Grenzen der Anpassung an den Klimawandel und wie entscheidend es ist, den globalen Temperaturanstieg auf unter 1,5\u00b0C zu halten. Die Schweiz kann sich innerhalb eines Jahrzehnts aus der Abh\u00e4ngigkeit von fossilen Brennstoffen befreien, wenn sie eine <a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/publikation\/79839\/versorgungssicherheit-und-klimaschutz\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Energiepolitik<\/a> verfolgt, die mehrheitlich auf Energieeffizienz, Photovoltaik und der bestehenden Wasserkraft basiert.\u00a0<\/strong><\/p>\n\n<p>Nach zwei Wochen intensiver Verhandlungen ver\u00f6ffentlichten die Expert:innen der Arbeitsgruppe II des IPCC heute ihren Beitrag zum sechsten Sachstandsbericht zur Entwicklung des Weltklimas. W\u00e4hrend sich der Bericht der Arbeitsgruppe I, der im August 2021 ver\u00f6ffentlicht wurde, auf die physikalischen Grundlagen des Klimas und die Analyse seiner Entwicklung konzentrierte, befasste sich die Arbeitsgruppe II mit den Auswirkungen der Klimakrise sowie mit Fragen der Anf\u00e4lligkeit und Anpassung. Der heute ver\u00f6ffentlichte Bericht zeigt, dass die Auswirkungen der Klimakrise f\u00fcr Millionen von Menschen bereits heute katastrophal sind, und er erinnert an die Dringlichkeit sofortigen Handelns.&nbsp;<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Die Schweiz ist bereits krank<\/strong><\/h2>\n\n<p>\u00abDie Diagnose des IPCC wird durch die Situation in der Schweiz veranschaulicht, wo sich die beunruhigenden Symptome seit Jahrzehnten in allgemeiner Gleichg\u00fcltigkeit h\u00e4ufen\u00bb, sagt Georg Klingler, Klima- und Energieexperte bei Greenpeace Schweiz. Die <a href=\"https:\/\/www.bafu.admin.ch\/bafu\/de\/home\/themen\/klima\/publikationen-studien\/publikationen\/klimaaenderung-schweiz.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Schlussfolgerungen des Bundesamtes f\u00fcr Umwelt (Bafu)<\/a> erinnern daran, dass die Klimaerw\u00e4rmung in der Schweiz bereits fast 2\u00b0C betr\u00e4gt. Die Auswirkungen sind erheblich. Die Gletscher verschwinden. Die Gesundheitsrisiken steigen mit dem Wachstum der Populationen von krankheits\u00fcbertragenden Insekten. Extreme Wetterereignisse wie D\u00fcrren, \u00dcberschwemmungen und Hitzewellen h\u00e4ufen sich. Letztere <a href=\"https:\/\/www.klimaseniorinnen.ch\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">erh\u00f6hen die Gesundheitsrisiken insbesondere f\u00fcr \u00e4ltere Menschen stark<\/a>, die in der Schweiz zu jenen Betroffenen geh\u00f6ren, die zuerst die Auswirkungen der globalen Erw\u00e4rmung zu sp\u00fcren bekommen.\u00a0\u00a0<\/p>\n\n<p>\u00abUnsere Abh\u00e4ngigkeit von fossilen Brennstoffen ist die Ursache f\u00fcr das Fieber, das unseren Planeten befallen hat. Es gibt jedoch Heilmittel, die das Fieber lindern k\u00f6nnen. Es ist entscheidend, dass sie sofort eingesetzt werden\u00bb, f\u00fcgt Georg Klingler an. Mit einer \u00c4nderung der Energiepolitik kann sich die Schweiz innerhalb eines Jahrzehnts aus ihrer Abh\u00e4ngigkeit von fossilen Brennstoffen befreien. <a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/publikation\/79839\/versorgungssicherheit-und-klimaschutz\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Modellrechnungen von Greenpeace Schweiz<\/a> zeigen, dass es m\u00f6glich ist, bis im Jahr 2035 38 Terawattstunden (TWh\/a) mit neuen erneuerbaren Energien, haupts\u00e4chlich Solarenergie, zu erzeugen. In Kombination mit deutlich mehr Energieeffizienz und sanfter Mobilit\u00e4t k\u00f6nnen so die Treibhausgasemissionen der Schweiz in nur zehn Jahren um nahezu 75 Prozent gesenkt werden, ohne Bedrohung der Artenvielfalt und der Naturlandschaften sowie unter Beibehaltung einer guten Lebensqualit\u00e4t. Ausserdem wird die Wirtschaft gest\u00e4rkt, indem Milliarden von Franken, die derzeit f\u00fcr die \u00d6l- und Gasversorgung in Drittl\u00e4nder fliessen, vor Ort investiert werden.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Schockbehandlung ist notwendig!&nbsp;<\/strong><\/h2>\n\n<p>\u00abAls reiches Land m\u00fcssen wir sofort handeln! Das ist unsere Verantwortung gegen\u00fcber den weniger verm\u00f6genden L\u00e4ndern und den k\u00fcnftigen Generationen. Die Schlussfolgerungen des IPCC ernst zu nehmen, bedeutet, Massnahmen zu ergreifen. Der Nationalrat hat es in der Hand, der Gletscher-Initiative zuzustimmen, und der St\u00e4nderat muss einen deutlich st\u00e4rkeren Ausbau der erneuerbaren Energien beschliessen. Zudem muss der Bundesrat ein Gesetz auf den Weg bringen, das den Klimaschutz in unserem Land beschleunigt. Denn die kommenden Jahre sind die wichtigsten im Kampf gegen die Klimakrise.\u00bb<\/p>\n\n<p>\u00abNeben unserer Energiepolitik gibt es noch andere erfolgversprechende Behandlungsmethoden, um das Fieber der Erde zu senken. Die Klimavertr\u00e4glichkeit der Aktivit\u00e4ten des Finanzplatzes, die \u00c4nderung unserer Ern\u00e4hrungsgewohnheiten, die Abkehr von der Wegwerf-Mentalit\u00e4t, die Entwicklung der Kreislaufwirtschaft sind nur einige Beispiele daf\u00fcr. Gleichzeitig ist sicherzustellen, dass die Analysen der Wissenschaftler:innen f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung verst\u00e4ndlich gemacht werden, denn sie ist es, die die Massnahmen letztendlich tragen muss. Wie gut wir unsere Lebensgrundlagen und die unserer Kinder sichern k\u00f6nnen, h\u00e4ngt davon ab, wie schnell wir die Schockbehandlung, die unser Land angesichts der Klimakrise ben\u00f6tigt, durchf\u00fchren k\u00f6nnen\u00bb, so Georg Klingler.&nbsp;<\/p>\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Kontakte&nbsp;<\/strong><\/h2>\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Georg Klingler, Energie- und Klimaexperte bei Greenpeace Schweiz, +41 79 785 07 38,&nbsp;<a href=\"mailto:georg.klingler@greenpeace.org\">georg.klingler@greenpeace.org<\/a>&nbsp;&nbsp;<\/li><li>Medienstelle Greenpeace Schweiz: +41 44 447 41 11,&nbsp;<a href=\"mailto:pressestelle.ch@greenpeace.org\">pressestelle.ch@greenpeace.org<\/a><\/li><\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der heute ver\u00f6ffentlichte Bericht des Weltklimarats IPCC im Rahmen des sechsten Sachstandsberichts beleuchtet die aktuellen Auswirkungen der globalen Erw\u00e4rmung sowie das katastrophale Ausmass, welches die Klimasch\u00e4den k\u00fcnftig annehmen werden. 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