{"id":82048,"date":"2022-03-07T07:00:00","date_gmt":"2022-03-07T06:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=82048"},"modified":"2022-04-25T13:01:26","modified_gmt":"2022-04-25T11:01:26","slug":"delphine-klopfenstein-broggini-gesetze-gestalten-fuer-eine-bessere-welt-oft-in-der-minderheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/82048\/delphine-klopfenstein-broggini-gesetze-gestalten-fuer-eine-bessere-welt-oft-in-der-minderheit\/","title":{"rendered":"Delphine Klopfenstein Broggini: \u00abGesetze gestalten f\u00fcr eine bessere Welt \u2013 oft in der Minderheit\u00bb"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Im Rahmen unserer Kampagne f\u00fcr ein Recht zu Reparieren und einen Konsum, der die Grenzen unseres Planeten respektiert, treffen wir unter der Bundeshauskuppel die Politikerin Delphine Klopfenstein Broggini. Sie setzt sich f\u00fcr die Kreislaufwirtschaft ein \u2013 ein wichtiger Ansatzpunkt, um aus der Wegwerfkultur auszubrechen.&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Drei Fragen an <strong>Delphine Klopfenstein Broggini<\/strong><\/strong><\/h2>\n\n<ul class=\"is-style-accent-info wp-block-list\"><li><strong>Was machst du?<\/strong><ul><li>\u00abIch bin Nationalr\u00e4tin, Pr\u00e4sidentin der Gr\u00fcnen in Genf, Vizepr\u00e4sidentin von Pro Velo Schweiz und im Vorstand von Pro Natura. Ich engagiere mich f\u00fcr Fragen im Zusammenhang mit dem Klima, der Biodiversit\u00e4t, der Mobilit\u00e4t und der Gleichstellung.\u00bb<\/li><\/ul><\/li><li><strong>Warum?<\/strong><ul><li>\u00abF\u00fcr mehr soziale und Klimagerechtigkeit. Ich bin \u00fcberzeugt, dass es nebst individuellem Handeln auch wirksame politische Massnahmen braucht.\u00bb<\/li><\/ul><\/li><li><strong>Was w\u00e4re deiner Meinung nach n\u00f6tig f\u00fcr mehr Kreislaufwirtschaft?<\/strong><ul><li>\u00abEin st\u00e4rkerer politischer Wille, ein verbindlicherer Rechtsrahmen und mehr Unabh\u00e4ngigkeit der Politik von der Wirtschaft. Sie sollte dem Gemeinwohl verpflichtet sein.\u00bb<\/li><\/ul><\/li><\/ul>\n\n<p>F\u00fcr einmal wird Greenpeace Schweiz ganz offiziell im Bundeshaus in Bern erwartet. Das Ziel: Delphine Klopfenstein Broggini kennenlernen. Trotz grauem Wetter ist der Empfang durch die Nationalr\u00e4tin herzlich und dynamisch. Wir durchqueren rasch das imposante Geb\u00e4ude und finden uns im Herzen des politischen Systems der Schweiz wieder. Das Gespr\u00e4ch findet in der legend\u00e4ren Wandelhalle statt, wo Politiker:innen und Lobbyist:innen aller Couleur w\u00e4hrend der Parlamentssitzungen hinter den Kulissen aktiv sind.<\/p>\n\n<p>Seit 2019 ist Delphine Klopfenstein Broggini \u2013 die alle vier Landessprachen spricht! \u2013 gew\u00e4hlte Nationalr\u00e4tin. Sie ist Mitglied der Kommission f\u00fcr Umwelt, Raumplanung und Energie. Die Kommission hat sich, unter anderem, mit dem Vorentwurf der Revision des Umweltschutzgesetzes (USG) befasst. Dieser soll die Kreislaufwirtschaft im USG verankern. Wir erfahren nichts von den Diskussionen in der Kommission, abgesehen von teils schelmischen, teils entt\u00e4uschten Blicken, die im Laufe des Gespr\u00e4chs kurz \u00fcber das Gesicht der Nationalr\u00e4tin huschen.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Zwei sich erg\u00e4nzende Pfade<\/strong><\/h2>\n\n<p>Auch wenn Umweltschutz schon immer Teil ihres Lebensstils war, hat die berufliche Laufbahn der 40-J\u00e4hrigen im Vereinswesen begonnen: Umweltorganisationen, soziokulturelles Caf\u00e9, parallel dazu erste Demonstrationen gegen Freihandelsabkommen oder f\u00fcr die \u00abPeoples Global Action\u00bb. \u00abDas ist der N\u00e4hrboden, auf dem ich mich entwickelt habe und der mich geformt hat. Das Vereinswesen ist die Grundlage meines Engagements, ich kann es nicht von meinem politischen Werdegang trennen.\u00bb<\/p>\n\n<p>Wieso f\u00fchrt der Weg vom Soziologiestudium in die Politik? \u00abUnsere Gesellschaften werden durch Gesetze geregelt. Und die Politik erm\u00f6glicht es, den gesetzlichen Rahmen zu beeinflussen.\u00bb Gesetze werden kantonal und national festgelegt, da ist es nur logisch, dass die Genferin sieben Jahre lang im Grossen Rat des Kantons Genf sass, bevor sie vor zwei Jahren in die Hauptstadt wechselte&#8230; \u00abObwohl ich in Bern geboren bin, ist das Bundeshaus noch eine andere Welt! Es ist meine erste Legislaturperiode, ich musste mich erst an das politische System auf Bundesebene gew\u00f6hnen. Wenn man in die Session geht, ist es als betr\u00e4te man einen Bienenstock: Es gibt sehr viele Interaktionen, aber alles bleibt unter sich. Aus diesem Grund sind die Verbindungen nach aussen unerl\u00e4sslich, insbesondere die Verbindungen zur Umweltallianz.\u00bb<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Kreislaufwirtschaft gesetzlich verankern<\/strong><\/h2>\n\n<p>Delphine Klopfenstein Broggini setzt sich mit Nachdruck f\u00fcr die Kreislaufwirtschaft ein. \u00abMeiner Meinung nach liegt hier am meisten Potenzial! Unsere Umweltauswirkungen werden zu einem grossen Teil davon bestimmt, wie wir unsere Produkte konsumieren und wie wir sie entsorgen.\u00bb Unser Abfall (\u00fcber 700 Kilogramm pro Kopf und Jahr in der Schweiz) sage viel \u00fcber unseren Lebensstil und unsere Konsumgesellschaft aus, die katastrophale Auswirkungen auf den CO2-Ausstoss hat.<\/p>\n\n<p>\u00abF\u00fcr mehr Kreislaufwirtschaft braucht es eine verbindlichere Politik gegen\u00fcber der Wirtschaft. Individuelle Aktionen sind zwar willkommen, aber wir m\u00fcssen mehr an den Rahmenbedingungen arbeiten\u00bb, f\u00e4hrt die Umweltsch\u00fctzerin fort. Wo liegt die Balance zwischen der Wirtschaftsfreiheit und politischen Regelungen? \u00abIch sehe es an meiner parlamentarischen Initiative zum Verbot von Einwegs\u00e4cken, die nicht durchgekommen ist&#8230; Selbst ein Verbot dieses einfachen Alltagsgegenstands kommt nicht durch, obwohl es vor allem symbolisch w\u00e4re. Man sagt uns, dass sich die Branche selbst regulieren wird. Ich pers\u00f6nlich bin von der Wirksamkeit politischer Rahmenbedingungen \u00fcberzeugt, aber wir haben derzeit nicht die politischen Mehrheiten daf\u00fcr.\u00bb<\/p>\n\n<p>Dennoch gibt es Mehrheiten, um voranzukommen: \u00abDie Ergebnisse des Vorentwurfs f\u00fcr die Revision des USG, der die Kreislaufwirtschaft f\u00f6rdern will, sind insgesamt positiv, auch wenn sie nicht gen\u00fcgen. Das sieht man zum Beispiel auf der sprachlichen Ebene: da steht, dass der Bundesrat kann, aber nirgends steht, dass er muss.\u00bb Die Wahl des richtigen Verbs k\u00f6nnte die Einf\u00fchrung einer Kreislaufwirtschaft in der Schweiz viel schneller voranbringen&#8230; Sind es wirklich diese kleinen Details, an denen so viel h\u00e4ngt, an denen sich die Schweizer Politik entscheidet?<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Die richtige Balance zwischen Idealismus und Kompromiss<\/strong><\/h2>\n\n<p>\u00abEinen Vorschlag zu erarbeiten, der zugleich ehrgeizig genug und mehrheitsf\u00e4hig ist \u2013 das ist interessant, aber auch schwierig. Auch wenn sich die Zusammensetzung des Parlaments ver\u00e4ndert hat, sind wir immer noch in der Minderheit. In manchen Gemeinden oder Kantonen werden Vorschl\u00e4ge leicht angenommen, aber hier unter der Bundeskuppel ist das nicht der Fall. Wir m\u00fcssen anders Politik machen: F\u00fcr unsere Vorstellungen k\u00e4mpfen und auch bereit sein, kleine Schritte zu akzeptieren &#8211; ohne sich jemals damit zufrieden zu geben -, um voranzukommen.\u00bb<\/p>\n\n<p>Die Abstimmungen zur Initiative Kinder und Jugendliche ohne Tabakwerbung und dem Referendum \u00fcber die Abschaffung der Stempelsteuer Mitte Februar haben gezeigt, dass es m\u00f6glich ist, Gemeinschaftsinteressen \u00fcber den individuellen Profit zu stellen. Und was, wenn die Kreislaufwirtschaft auch solidarisch w\u00e4re? \u00abDie Kreislaufwirtschaft ist auch ein Bekenntnis zur Solidarit\u00e4t. Denn sie schafft neue M\u00f6glichkeiten, z. B. um neue Berufe mit kleineren, b\u00fcrgernahen Strukturen oder eine eigenst\u00e4ndige und inklusivere lokale Wirtschaft zu entwickeln.\u00bb&nbsp;<\/p>\n\n<p>Als wir gehen, werfen wir einen Blick in den leeren grossen Saal des Nationalrats. Nur eine Reinigungskraft streicht diskret mit dem Staubwedel \u00fcber das Podium. Ein gutes Zeichen: Es ist tats\u00e4chlich h\u00f6chste Zeit, das Umweltschutzgesetz zu entstauben und einen ehrgeizigen Revisionsentwurf zur F\u00f6rderung der Kreislaufwirtschaft vorzuschlagen.<\/p>\n\n<div class=\"wp-block-buttons is-layout-flex wp-block-buttons-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-button\"><a class=\"wp-block-button__link\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/84457\/vier-portraits-zum-thema-reparieren\/\">Weitere Portraits<\/a><\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Rahmen unserer Kampagne f\u00fcr ein Recht zu Reparieren und einen Konsum, der die Grenzen unseres Planeten respektiert, treffen wir unter der Bundeshauskuppel die Politikerin Delphine Klopfenstein Broggini. 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