{"id":82147,"date":"2022-03-08T07:45:00","date_gmt":"2022-03-08T06:45:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=82147"},"modified":"2022-03-17T14:59:34","modified_gmt":"2022-03-17T13:59:34","slug":"die-atomkraft-wird-das-klima-nicht-retten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/82147\/die-atomkraft-wird-das-klima-nicht-retten\/","title":{"rendered":"Die Atomkraft wird das Klima nicht retten"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Japan bereitet sich derzeit auf den 11. Jahrestag des Atomunfalls in Fukushima vor. Gleichzeitig werden in der Schweiz und in Europa zahlreiche Stimmen laut, die argumentieren, dass die Kernenergie eine entscheidende Rolle spielen k\u00f6nnte, um sich aus der Abh\u00e4ngigkeit von fossilen Energien zu befreien. Greenpeace Schweiz beleuchtet <a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/03\/430e37d8-atomkraft-wird-das-klima-nicht-retten.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">in einem neuen Themenpapier<\/a> die verf\u00fcgbaren Technologien und ihre Machbarkeit in der Schweiz. Das Fazit ist klar: Die Atomkraft wird das Klima nicht retten. Greenpeace Schweiz fordert, dass der endg\u00fcltige Atomausstieg, der 2017 in einer Volksabstimmung best\u00e4tigt wurde, nicht infrage gestellt wird. In einer Zeit, in der die Besorgnis \u00fcber <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/82132\/ukraine-greenpeace-kommentar-zur-situation-rund-um-die-atomanlagen-in-der-ukraine\/\" target=\"_blank\">die Situation der ukrainischen Atomkraftwerke<\/a> w\u00e4chst, wird deutlich, dass die Schweiz die richtige Wahl getroffen hat.\u00a0<\/strong><\/p>\n\n<p>Der j\u00fcngste Entscheid der EU-Kommission, die Atomkraft im Rahmen der Taxonomie als nachhaltig einzustufen, und die unerwartete Kehrtwende der FDP in der Atomfrage scheinen auf ein Comeback der Kernenergie hinzudeuten. Die Realit\u00e4t der zivilen Atomindustrie sieht jedoch ganz anders aus. Die vorhandenen Technologien spielen keine entscheidende Rolle bei der Dekarbonisierung des Energiesystems und damit bei der Erreichung der Klimaziele des Pariser Abkommens. Haupts\u00e4chlich deshalb, weil es mit diesen Technologien nicht m\u00f6glich ist, die Treibhausgasemissionen bis Ende des Jahrzehnts zu reduzieren. Das ist jedoch entscheidend, um die globalen Erw\u00e4rmung auf 1,5\u00b0C zu begrenzen, wie im Pariser Abkommen festgelegt.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n<p>Greenpeace Schweiz hat sich einen <a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/03\/430e37d8-atomkraft-wird-das-klima-nicht-retten.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u00dcberblick \u00fcber die Technologien<\/a> verschafft, die von der Atomindustrie als die modernsten bezeichnet werden. Die \u00fcberwiegende Mehrheit dieser Technologien beruht nach wie vor auf der Kernspaltung. Damit k\u00f6nnen die mit der Radioaktivit\u00e4t verbundenen Risiken nicht beseitigt werden. Die Katastrophe von Fukushima und die aktuelle Situation in der Ukraine verdeutlichen die Gefahren, denen die Bev\u00f6lkerung durch die Kernenergie ausgesetzt ist \u2013 in Friedens- und in Kriegszeiten. Zudem gibt es derzeit keine erprobte L\u00f6sung f\u00fcr die langfristige Entsorgung von Atomm\u00fcll, und es besteht das Risiko einer Nutzung zu milit\u00e4rischen Zwecken (Proliferation). Schlimmer noch: Bei den Reaktoren der sogenannten \u00abdritten Generation\u00bb h\u00e4ufen sich die Bauverz\u00f6gerungen und Mehrkosten. Dies gilt vor allem f\u00fcr die sogenannten Evolution\u00e4ren Leistungsreaktoren (EPR), deren Bau und Inbetriebnahme eine echte Herausforderung darstellen.\u00a0<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Realistischere L\u00f6sungen sind vorhanden<\/strong><\/h2>\n\n<p>Die von Greenpeace Schweiz bei Expert:innen f\u00fcr die Dekarbonisierung von Energiesystemen <a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/publikation\/79839\/versorgungssicherheit-und-klimaschutz\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">in Auftrag gegebenen Energieszenarien<\/a> zeigen, dass es m\u00f6glich ist, sich aus der Abh\u00e4ngigkeit von fossilen Energien zu befreien und gleichzeitig fr\u00fchestens 2029, sp\u00e4testens aber 2034 aus der Kernenergie auszusteigen. Um dies zu erreichen, gilt es, auf der bestehenden Wasserkraft aufzubauen, die Photovoltaik rasch und massiv auszubauen sowie die Energieeffizienz zu steigern. So kann das Geld, das im Ausland f\u00fcr den Import von Gas und \u00d6l ausgegeben wird, vor Ort investiert werden, w\u00e4hrend die Sicherheit der Bev\u00f6lkerung gew\u00e4hrleistet ist.&nbsp;<\/p>\n\n<p>\u00abIm Kampf gegen die Klimakrise ist die Atomenergie nichts anderes als ein gef\u00e4hrliches Hirngespinst\u00bb, sagt Georg Klingler, Klima- und Energieexperte bei Greenpeace Schweiz. \u00abDas von den Bef\u00fcrworter:innen der Kernenergie verfolgte Ziel besteht darin, die bestehenden Reaktoren so lange wie m\u00f6glich in Betrieb halten und so eine Energiewende auf die lange Bank schieben zu k\u00f6nnen. Mit einer Energiewende k\u00f6nnten wir aber echte Energieunabh\u00e4ngigkeit erreichen und Zehntausende von Arbeitspl\u00e4tzen schaffen. Die Wissenschaft spricht Klartext: Je l\u00e4nger wir mit der Dekarbonisierung unseres Energiesystems zuwarten, desto verheerender werden die Auswirkungen der globalen Erw\u00e4rmung f\u00fcr die gesamte Menschheit.\u00bb&nbsp;<\/p>\n\n<p>Greenpeace Schweiz fordert den Bund auf, der Gletscher-Initiative zuzustimmen und insbesondere ein definitives Verbot fossiler Energien zu verabschieden. Greenpeace Schweiz fordert zudem, dass die Ziele des Energiegesetzes (EnG) angepasst werden, um einen raschen Ausbau der erneuerbaren Energien (ohne Wasserkraft) und der Energieeffizienz in unserem Land zu erm\u00f6glichen. Schliesslich fordert Greenpeace Schweiz, dass der Entscheid zum definitiven Atomausstieg, der in der Volksabstimmung 2017 angenommen wurde, nicht infrage gestellt wird.<\/p>\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Weitere Informationen<\/strong><\/h2>\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2022\/03\/430e37d8-atomkraft-wird-das-klima-nicht-retten.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u00abAtomkraft wird das Klima nicht retten\u00bb<\/a>, Themenblatt von Greenpeace Schweiz, M\u00e4rz 2022. <\/li><li><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/mail.greenpeace.ch\/d?o00i53h000izu00yd0000lh0000000000000j54ynbgefgv7yu56dqw02mi1935\" target=\"_blank\">\u00abVersorgungssicherheit und Klimaschutz\u00bb<\/a>, Energieszenario von Greenpeace Schweiz, Januar 2022<\/li><li><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.org\/international\/nuclear-power-plant-vulnerability-during-military-conflict-ukraine-technical-briefing\/\" target=\"_blank\">\u00abNuclear power plant vulnerability during military conflict \u2013 Ukraine technical briefing\u00bb<\/a>, Briefing von Greenpeace International \u00fcber die Atomanlagen in der Ukraine, M\u00e4rz 2022<\/li><\/ul>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Kontakte<\/strong><\/h2>\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Georg Klingler, Energie- und Klimaexperte bei Greenpeace Schweiz, +41 79 785 07 38,&nbsp;<a href=\"mailto:georg.klingler@greenpeace.org\">georg.klingler@greenpeace.org<\/a> <\/li><li>Medienstelle Greenpeace Schweiz: +41 44 447 41 11,&nbsp;<a href=\"mailto:pressestelle.ch@greenpeace.org\">pressestelle.ch@greenpeace.org<\/a><\/li><\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Japan bereitet sich derzeit auf den 11. 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